Sozialausschuss Teil 3 – Juni 2016; Politiker fordern kreative Verwaltung

Punkt 6. Vertragsverlängerung zwischen der FAW gGmbH und der Gemeinde Woltersdorf
Stefan Grams berichtete, dass sie sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild von den Gebäuden der FAW gemacht hätten.

Margitta Decker zog Bilanz über zwei Gespräche, die mit der FAW stattfanden. Im Ersten waren Herr Enkelmann und sie Gesprächspartner, dabei ging es nicht um den Vertrag und beim Zweiten war die Verwaltung mit anwesend. Die Lage für sie wäre jetzt schwierig, da sie im Ausschuss weder über die Vertragsgestaltung noch die Summe berichten könne. Das ginge nur in einem nicht öffentlichen Teil. Es könne daher keine Auskunft über die Vertragsverlängerung geben, nur soviel, die FAW wünscht eine Harmonisierung der Verträge. Bisher gebe es auch keine Rückmeldung zur Vertragsverlängerung von der FAW. Es wurde der Wunsch geäußert, dass die Hausmeister räumlich und aufgabenmäßig getrennt würden. Das gleiche soll für die Reinigungsfirma gelten. Es konnte keine Einigung darüber erzielt werden, dass die Gemeinde die Malerarbeiten und die Elektroausstattung im Flachbau übernimmt, da die FAW ihn zum 1.08.2016 übernehmen will. Das allerdings wäre realisierbar.

Michael Hauke sah dies anders, da im Bundesanzeiger die FAW ihren Jahresabschluss veröffentliche, also für jedermann einsehbar. Stefan Grams widersprach, er habe sich erkundigt und wäre rechtlich nicht zulässig öffentlich darüber zu diskutieren.

(Anmerkung: der Flachbau, ein ewiges Ärgernis. Es war im August 2012, da zeigte Daniel Lose, damals stellvertretender Schulelternsprecher, wenig Begeisterung für die Räume. Die Wände schauen böse aus, der Putz bröckelt, der Bodenbelag löst sich. Damals wurde der Schule mitgeteilt, sie können in den Sommerferien ja selber verschönern. Die baulichen Mängel blieben, nichts passierte, wir schreiben inzwischen 2016).

Punkt 7. Essensversorgung Schulcampus
Pauline Franke berichtete, dass vom 16. Februar bis 8. April eine Ausschreibung zur Essenversorgung lief. Die Angebote wurden ausgewertete und die drei besten Bewerber wurden zur Zubereitung eines Probeessens eingeladen. Die Auswertung läuft noch etwa zwei Wochen.
Stefan Grams fragte, ob bei der Ausschreibung auch der Extrawunsch der FAW nach einer Cafeteria und einem Snack-Point berücksichtigt wurde. Pauline Frank gab zu verstehen, dass in einem E-Mail-Verkehr die Vergabestelle positive Signale sendete.
Monika Kilian wunderte sich ein bisschen darüber, das hier eine externe Vergabestelle mit der Auswertung beauftragt wurde. Rosemarie Gesche trug bei, dass diese Vergabestelle in Schönefeld sitze und die Abgeordneten damals dafür das Geld bewilligt hätten. Margitta Decker ergänzte, dass eine öffentliche Ausschreibung mit viel Arbeit verbunden wäre und deshalb übernahm die Vergabestelle die fachliche und inhaltliche Auswertung der Angebote, und wenn die Auswertung steht, dann werde die Gemeinde mit dem Anbieter selbst verhandeln.

(Anmerkung: hört sich ziemlich konfus an. Warum wurde so eine einfache Aufgabe an eine Schönefelder Firma ausgelagert. Bekommt diese Firma Geld für die Tätigkeit oder ist deren Tätigkeit kostenlos. Die Erklärung, dass eine Ausschreibung mit viel Arbeit verbunden wäre und deshalb eine externe Vergabestelle bemüht wurde zieht nicht. Ausschreibungen sind das täglich Brot einer Behörde und werden mithilfe des Computers schnell erledigt. Eine höchst merkwürdige und unglaubwürdige Geschichte).

Punkt 8. Weiterführung der Machbarkeitsstudie „Erweiterungsbau Grundschule“
Margitta informiert, dass die Planungsleistungen, um Kapazitäten einzusparen, ausgeschrieben wurden. Die Wirtschaftlichkeitsstudie liefe und mit dem Ergebnis könne in Kürze gerechnet werden.

Sebastian Meskes packte wieder sein Steckenpferd aus, die Fördermittel. Seiner Meinung nach gebe es Fördermittel für die Schaffung von Schulzentren. Er sehe es nicht so, dass das für Woltersdorf nicht infrage käme. Es sei nur eine Frage der Darstellung im Antrag. (Anmerkung: das heißt, Meskes fordert dazu auf, bei der Antragstellung kreativ zu werden. Bisher war ich der Meinung, Anträge sollen eindeutig und wahr sein. Na ja, man lernt eben nie aus).

Margitta Decker widersprach, es wurde alles geprüft. Es entstünde in Woltersdorf kein neues Schulzentrum, sondern nur ein Erweiterungsbau. Das Thema Inklusion wäre auch vom Tisch, da nicht realisierbar. Also gibt es auf diesem Gebiet keine Fördermittel. Des weiteren wäre der Erweiterungsbau der Grundschule kein gemeinsames Projekt mit der FAW, denn es entstünden für die FAW keine neuen Schulräume.
(Anmerkung: Warum sich unsere Abgeordneten und die Verwaltung in die sehr teure Inklusion hineinsteigerten, ist mir bis heute schleierhaft. Da wurde monatelang über ein Feld diskutiert, das für Woltersdorf nicht bezahlbar ist. Das einzig Gute daran, hier sortierten sich, für alle sichtbar, die Traumtänzer von den Realisten).
Stefan Grams sah das anders, da die Grundschule aus dem Flachbau ausziehen müsse, entstünden doch neue Schulräume für die FAW. Er fand, dass die Antragsstellung auf Fördermittel so gestaltet werden sollte, dass sie zustimmungsfähig wäre.
(Anmerkung: der nächste Abgeordnete, der von der Verwaltung eine kreative Antragsstellung verlangt. Hoffentlich verlangen unsere Abgeordneten nicht auch noch eine kreative Buchhaltung, eine besondere Ausgestaltung des Jahresabschlusses. Man oh man, ist das alles daneben, ich finde klar, eindeutig und wahr sind genug).

Punkt 9. Schaffung von Kita-Kapazitäten
Margitta Decker meinte, da es keine Kreditmöglichkeit für Woltersdorf gebe, stünde ein Neubau für eine Kita nicht zur Diskussion.

Stefan Grams brachte nun die U-3 Kinder der Kita Schatzkiste ins Gespräch.
(Anmerkung: Was das hier sollte, ist mir schleierhaft. Das sah, in meinen Augen, nach einem unnötigen Verlängern der Sitzung aus.)
Margitta Decker erklärte dem Herrn Grams geduldig, was bereits in anderen Ausschusssitzungen schon erklärt wurde, dass die U3-Kinder der Christlichen Kita aus der Villa Farbklecks ausgezogen wären und dort nun die Verwaltung der Kita untergebracht wäre. In der Kita Schatzkiste, wo die Verwaltung ausgezogen ist, sollen nun die Räume als Gruppenraum für U3 umgebaut werden. Das ginge nur mit einer Baugenehmigung, die gestellt werden muss.

Punkt 10. Aufstellung von Informationstafeln am sowjetischen Ehrenmal (Antrag Fraktion Linke/Grüne)
Sebastian Meskes erklärte, dass die Arbeitsgruppe Ortsgeschichte mit dieser o.g. Bitte an ihn herangetreten sei, da den meisten Bewohner von Woltersdorf nicht bekannt sei, dass sich dort ein Friedhof für gefallene und verwundete Sowjetsoldaten befinde. Deshalb soll an den beiden Eingängen jeweils eine Infotafel aufgestellt werden. Auf der einen Tafel befinden sich die Lebensdaten der Personen und auf der anderen soll die Übersetzung des Textes an dem Denkmal aus dem Russischen ins Deutsche stehen. Die erste Tafel würde aus Spenden finanziert und für die zweite Tafel wurde der Antrag auf 500,00 Euro Zuschuss aus der Gemeindekasse gestellt werden.

(Anmerkung: klar und wahr soll deine Rede sein. Klar war sie aber wahr? Ich würde sagen, es war eine Geschichte. In Woltersdorf fanden keine Kämpfe zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht statt. Zur Mittagszeit am 21. April 1945 rückte eine Abeilung der Roten Armme unter dem Kommandanten Buttkow in Woltersdorf ein. Ein Trupp olle Männer vom Volkssturm schmiss die Karabiner weg und verkrümelte sich. Das war’s, unspektakulär, ohne jedes Gemetzel. Ohne Kämpfe keine Gefallenen und keine Verwundeten. Die Rote Armee hatte aber in Woltersdorf eine beträchtliche Anzahl an Vergiftung gestorbener Soldaten zu verzeichnen. Der Armee war ein Transport mit Methylalkohol in die Hände gefallen. Methanol ist giftig und kann beim Genuss zum Tode führen. Weiter fielen der Roten Armee einige Kriegsgefangene der Wehrmacht in die Hände, die sollen sie vorsorglich als Kollaborateure erschossen haben. Nachdem sie ihren Irrtum erkannten, mussten sie die Armen ja irgendwie unter die Erde bringen. Der Thälmannplatz erschien ihnen dafür der richtige Ort zu sein. Inwieweit diese Wahrheit eine wahre oder in Teilen wahre Geschichte ist, ich war nicht dabei. Zeitzeugen gibt es kaum. Aufgeschrieben wurde damals auch nicht viel, überleben war wichtiger. Vielleicht bekommen wir einmal eine hundertprozentige wahre Wahrheit von einem richtigen, gelernten Historiker und keine Geschichte von Hobbyhistorikern aus DDR-Grenztruppenkreisen).

Siegfried Bronsert war von der Idee angetan und stimmte dem zu. Holger Dymke fand, angesichts der klammen Kassen, dass doch noch einmal geprüft werden sollte, ob nicht auch die zweite Tafel aus Spenden finanziert werden könne. Alexandra Doernbrack sah das ähnlich und meinte es können doch mehr Bürger dazu ins Boot geholt werden. Monika Kilian wies darauf hin, dass die zweite Tafel auch über Spenden finanziert werden sollte und nicht aus der Gemeindekasse. Dass das ginge, bewies das Spendenaufkommen für das Fidusdenkmal.

Sebastian Meskes zog seinen Antrag zurück.
(Anmerkung: Die Linken wollen die Tafeln nun über Spenden finanzieren)

Teil 3/3

  1. der Verstärker

    Moin Gemeinde…

    Warum finanziert denn dann nicht die FAW die 400.000€ für den geplanten Kita-Neubau,
    wenn sie so gut im „PLUS“ ist???

    Wieso streicht man nicht die 4200,-€ Zuschuss fürs Sommerfest und lässt den Mittelstandsverein, der ja der eigentliche Veranstalter ist, die Arbeiten der GWG ausführen, die diese Summe in Rechnung stellt?

    Wieso bekommt der Sportverein 50.000,-€, der sich aber durch Eintrittsgelder, Sponsoren, etc. selbstfinanzieren könnte????

    Nein, anstelle dessen, schröpft man die, die der Bevölkerung 24h täglich, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen und ehrenamtliche Dienste leisten auf Kosten ihrer Freizeit.

    Solang die „Beschliesser“ dieser Idiologie selbst nicht oder betroffen waren, werden sie leider immer so denken.

    Liebe Kameraden der Feuerwehr, Angehörige dieser, aktive und passive Mitglieder, lasst euch nicht unterkriegen und macht weiter so.
    >> Wir sind STOLZ auf euch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! <<

    1. Bernds Journal

      Der Haushalt 2017, mit allen aus den Fachbereichen angemeldeten Mitteln, wandert auf ein Minus von rund 400 TE hin. Das hat nichts mit der FAW zu tun.

  2. Finanzer

    Die Bilanz der FAW von 2014, veröffentlicht im Bundesanzeiger, sieht doch prächtig aus. Da muss muss man sich doch nicht schämen, da kann man doch drüber reden.

    Da ist so richtig Luft für mehr finanzielles Engagement der FAW in Woltersdorf.

  3. blitzmaerker

    Einen hab ich noch 🙂
    Die Wahlversprechen einiger „Kandidaten“ während der letzten BM Wahl waren doch auch „KREATIV“ – oder ?

  4. blitzmaerker

    Also ich zweifle mal an, dass „die meisten“ Woltersdorfer nicht wissen wieso das sowjetische Ehrenmal da steht und sollte es dennoch stimmen, dann interessieren sich „die meisten“ Woltersdorfer auch nicht dafür.
    Ergo: lesen sie auch keine Infotafeln beim Denkmal. Aber wenn private Spenden dafür gegeben werden, soll es doch recht sein. Jeder kann sein Geld hergeben wofür er möchte.
    Steuergelder dafür: NEIN.

Kommentare sind geschlossen.