Sozialausschuss Nov 2016 – Teil 2; Vereinskalkulation der Spitzenklasse

Punkt 6. Beschlussempfehlung über die Anträge zur Vereinsförderung 2017
Jenny Loponen erklärte, dass in der letzten Sitzung über die eingegangenen Anträge diskutiert wurde und die nachgeforderten Unterlagen vom Sportverein, der EWG und dem Kulturhaus „Alte Schule“ bei der Verwaltung eingegangen sind.

Als erster Antrag stand der Sportverein auf dem Prüfstand. Karl-Heinz Ponsel war mit den nachgelieferten Unterlagen nicht zufrieden. Er zählte einige ungereimte Posten wie die Mitgliederzahl. In den Unterlagen werden 720 Mitglieder aufgeführt, er komme aber auf 732. Bei der Hochrechnung des Beitrages anhand der Mietgliederzahl kam er auf 7.062 Euro im Monat, das sind 84.744 Euro im Jahr. Obwohl er schon die 78 beitragsfreien Übungsleiter bei der Berechnung berücksichtigte, sind 14.040 Euro Mitgliedsbeiträge nicht auffindbar. Er hatte noch mehr Posten auf seinem Zettel stehen, die er bemängelte. Darunter auch, dass nur 532 Mitglieder aus Woltersdorf kämen, rund 200 aus anderen Gemeinden. Dies sollte bei dem Zuschuss auch berücksichtigt werden. Sein Fazit war, die Unterlagen, auch die nachgereichten, sind nicht aussagekräftig.

Monika Kilian erklärte, dass sie sich zu Höhnes Zeit darauf verständigten, die Nutzungsentgelte (Hallennutzung etc.) mit 60 Prozent zu bezuschussen. Es sollte sich 2018 darauf geeinigt werden, was die Gemeinde fördern will, damit der Sportverein eine gewisse Planungssicherheit bekommt.

Stefan Grams sah das ebenso, gleichzeitig bemängelte er die unbefriedigende Situation der Ein- und Ausgaben, die er ebenso nicht stimmig empfand. So etwas würde wenig Vertrauen schaffen. Über diese Situation müsste der Vorstand des Sportvereines einmal nachdenken, der würde sich aber leider nicht bewegen. Deshalb schlägt das WBF vor, die Fördersumme auf 50 TE zu begrenzen.

Stefan Grams ließ nun darüber abstimmen, dass der Sportverein mit 50 TE bezuschusst wird. Dem wurde so zugestimmt.

Nun kam Seimitzu an die Reihe. Das ging zügig, da darüber bereits schon im letzten Ausschuss abgestimmt wurde. Die Fördersumme von 2.000 Euro wurde deshalb bestätigt.

Nun stand die Erkneraner Woltersdorfer Karnevalsgemeinschaft zur Prüfung an.
Monika Kilian fragte nach, wo der Verein sonst noch gefördert würde und meinte, dass bereits die Stadt Erkner den Verein fördere. Allerdings konnte sie diese Förderung nicht im Haushaltsplan des Vereins von 2017 finden. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass zwischen Ein- und Ausgaben ein Defizit von 810,00 Euro bestünde. Sie fragte sich, ob diese 810,00 Euro oder die 1.500 Euro zur Förderung anstehen. Jenny Loponen klärte auf, dass damals der Antrag zur Förderung eines Projektes gestellt worden sei.

Stefan Grams stellte den Antrag Fördermittel ja. Es gab dazu 1 Ja und 5- Nein und 2 Enthaltungen. Damit war die Förderung abgelehnt.

Der nächste Kandidat der Verein „Bewegtes Leben“ eine Abspaltung von Seimitzu. Hier sah man keinen Mehrwert für die Gemeinde. Das alles würde bereits mit Schulsport und Sportverein abgedeckt sein. Der Antrag wurde abgelehnt.

Der Verein Deutsche Rheuma-Liga wurde auch schon im letzten Sozialausschuss verabschiedet, sodass es nun kein Problem gab, der Förderung zuzustimmen.

Als letzter Kandidat kam das Kulturhaus „Alte Schule“ an die Reihe. Diese hatten stolze 10 TE Fördermittel als Zuschuss für die Betriebskosten beantragt.

Karl-Heinz Ponsel fandet es nicht sehr passend hier mal eben pauschal 10 TE zu beantragen, da die Mietverträge erst neu verhandelt werden müssen.

Michael Hauke trug vor, dass der Verein seine Räume nicht mehr an private Leute zwecks Feiern vermieten darf, da sich die Anwohner über die Lärmbelästigung beschwert haben. Mit diesen Einnahmen hätte der Verein seine Betriebskosten gedeckt. Deshalb wurde dieser Zuschuss beantragt.

Margitta Decker ergänzte, dass die eigentlichen Betriebskosten nicht 10 TE, sondern etwa 7.600 Euro betragen. Die Differenz war als Puffer für die Durchführung von Kulturveranstaltungen gedacht.

Jenny Loponen gab zu bedenken, dass die Mietverträge noch bis 2018 laufen würden. Eine Änderung der Verträge ginge nur im Einvernehmen aller Vertragsparteien, ansonst erst 2018.

Stefan Grams beleuchtete noch einmal die 3.000 Euro. Durch den Wegfall der Bundesfreiwilligen würden die 3.000 Euro gebraucht. Im Großen und Ganzen würde das WBF der Förderung zustimmen. Dann ließ er darüber abstimmen. Es wurde zugestimmt.

Kommentar: Ende Mai 2010 tauchte Katrin Fleischer, von Bürgermeister Vogel sanft Kathi gerufen auf. Sie wollte den Ort umkrempeln, Kultur schaffen, eben alles besser machen. Klar, dass alles sollte ehrenamtlich sein und noch zu werbende Mitglieder sollten alles richten. Nur die Räume der „Alten Schule“ wollte sie. Vogel hat es Kathi nicht abgeschlagen, die Gemeindevertreter, damals von Vogel begeistert, nahmen dem Verschönerungsverein die Hälfte seiner Räume weg. Die dort ausgestellten Exponate gingen den Bach runter. Egal, alles neu machte in Woltersdorf der Mai 2010 und alles sollte, ganz wichtig für unsere Gemeindevertreter, kostenlos sein. Ist ja klar Ehrenamt, ist keine Festanstellung.

Mit dem kostenlos hat’s nie so richtig geklappt, das gemeine alltägliche Leben hat überall seinen Preis. Inzwischen können wir den Preis der ehrenamtlichen Kunstschaffenden, zu denen soviel ich hörte, auch unsere Bürgermeisterin gehört, mit satten 10.000 Euro im Jahr beziffern. Soviel möchte die muntere Gilde fürs ehrenamtliche Künstlern bekommen. Die nicht künstlernden Einwohner können ja ein paar Stündchen mehr malochen gehen, dann sind die Zehntausend doch nur ein Klacks. Ich glaube, dass machen wir gerne.

Dennoch wollen wir den Klacks einmal unter die Lupe nehmen. Kommen wir zum Vorspiel. Michael Hauke, Gemeindevertreter und Mitglied des Sportvereins, der eben mit nur 50.000 Euro abzittern musste, gab sich staatsmännisch großzügig. Wegen dem künstlerischen Lärmpegel, der die Anwohner – Nichtkünstler – nervte, dürfen die Räume nicht mehr für private Feiern vermietet werden. Die Knete fehlt jetzt und dafür sollen die Bürger der Gemeinde, du und ich, geradestehen. Irgendwo muss es ja herkommen, der Schornstein muss rauchen. Ganz wichtig der Verwendungszweck, mit den 10.000 sollen die Betriebskosten gedeckelt werden.
Unsere Bürgermeisterin, bereits bei der Kalkulation der Kosten eines Vereinsbeitritts (Tourismusverband; Teil 1; Punkt 5) löblichst hervorgetreten, überzeugte uns ein weiteres Mal mit erstaunlichen Verwaltungskünsten. Die Bürgermeisterin rückte die Zehntausend ins rechte Licht. Von den 10.000 für Betriebskosten werden nur 7.600 für die Betriebskosten gebraucht. Die übrig bleibenden 2.400 Euro Betriebskosten können dann als Puffer für die Durchführung von Kulturveranstaltungen genommen werden. Na, ist das nicht weitsichtig von unserer Bürgermeisterin geplant? Da gibt sie unumwunden zu, dass ihr bekannt ist, dass eben 2.400 Euro beantragte Fördermittel für Betriebskosten für einen ganz anderen Zweck verwendet werden sollen. Das nenne ich bürgermeisterliche Ehrlichkeit, da kann sich jeder eine dicke Scheibe von Abschneiden.

Ich dachte damit hat die Scharade sein unehrliches Ende gefunden, dem war aber nicht so. Jetzt trat ein weiterer Rechenkünstler der Gemeinde auf, der Fraktionsvorsitzende vom WBF Stefan Grams und schmiss die „Bekenntnisse einer Bürgermeisterin“, gefällt mir der Titel, wieder auf den Haufen Absurdistan.
Grams kam wohl mit den 10.000 minus 7.600 nicht so richtig klar und platzte mit 3.000 Euro raus. Die bräuchten die erlauchten Künstler für eine Angestellte, die die sich bis dato von den Bundesfreiwilligen kostenlos besorgt hätten. Klar, so ein Künstlerverein braucht eine bezahlte Angestellte fürs Grobe, putzen und scheuern geht ja nicht für die Geweihten des Musentempels.

Nur, was ist nun richtig:
10.000 Euro Fördergeld für Betriebskosten beantragt ist richtig.
10.000 Euro Bedarf an Betriebskosten ist laut Bürgermeisterin falsch.
7.600 Euro sind die wahren Betriebskosten, so die Bürgermeisterin.
2.400 Euro der unter falscher Flagge geschnorrten 10.000 sind für die Musen so die Bürgermeisterin.

10.000 Euro Fördergeld für Betriebskosten beantragt ist richtig.
10.000 Euro Bedarf an Betriebskosten ist laut Bürgermeisterin falsch.
7.000 Euro sind die wahren Betriebskosten, so indirekt nach Gramscher Rechnung.
3.000 Euro sind für eine Putze. Assistentin, Haushälterin etc.

Beide Rechnungen kommen im Endeffekt wieder auf 10.000 Euro und deshalb ist alles richtig. Das bisserl Verschiebebahnhof zwischen den Kostenstellen, da wollen wir nicht so kleinlich sein. Ich bin mir sicher, lieber Leser, Sie werden mir zustimmen. Nein, sagen Sie, schamlos, meinen Sie. Aber, aber, wie können Sie nur, fast alle Gemeindevertreter stimmten dem Schamlosen ganz schamlos zu.

Lassen wir’s. Kommen wir zu den bisher sorgsam verschwiegenen Einnahmen der
Künstlerkolonie in der „Alten Schule“, wie da wären Vermietungen an die Musikschule, Rheuma-Liga, Volkssolidarität und andere. Einnahmen bei Veranstaltungen soll es auch geben. Die Linke trägt jeden Mittwoch reichlich Gelder ins Kaffee der „Alten Schule“. Hinzu kommen Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder und ich hab es selber einst gesehen, bei Edeka wurden Pfandbons geschnorrt. Die Sammelbüchse war immer voll, obs Finanzamt davon je erfuhr?

Tja, die Einnahmen wurden von unserer Bürgermeisterin den Kosten nicht gegenübergestellt. Ist ja auch in Anbetracht des oben erzählten Kuddelmuddels unserer Bürgermeisterin und Gemeindevertreter voll verständlich. Nicht wahr?

Liebe Bürger, es ihr Geld, was hier so locker von ihren Gemeindevertretern und der Bürgermeisterin, natürlich nach strenger sachlicher Prüfung, durch den Schornstein gejagt wird. Nun können Sie sich ausrechnen, was in den nicht öffentlichen Sitzungen so alles abgeht.

Wer sich gerne noch ein bisserl mit den Künstlern beschäftigen möchte. Hier einige Links, die zu der Gründerzeit des Vereins führt.
Nichts Neues im Hummelchen
Die fünfte Kolonne
Katrin Fleischer

  1. Karl

    Vergessen? Die alte Schule ist auch das Hauptquartier von Bürgermmeisterins Ehemann. Unter dem Label, ich helfe alten Leuten bei Komputerschwierigkeiten, macht er Reklame für seine Ehefrau. Dafür sollte die alte Schule auch gut ausgestattet sein. Kostet eben etwas. Danke Frau Bürgermeisterin

Kommentare sind geschlossen.