Sozialausschuss 09. 2016 – Teil 1; Widersprüchliches Sommerfest

Der Auftritt der Protagonisten war sehenswert. Wilhelm Diener, der seit dem plötzlichen Abgang von Rainer Vogel einen orientierungslosen Eindruck hinterließ, scheint es gelungen zu sein, wieder stilvoll anzudocken. Er betrat die Bühne und umarmte die Bürgermeisterin, hier scheinen sich zwei verwandte Seelen gefunden zu haben. Kaum war Platz am bürgermeisterlichen Busen ahmte Michael Hauke des Dieners Tun nach. Noch eine mit Diener und Decker verwandte Seele. Armes UW. Die Zukunft wird es zeigen. Sozusagen die drei Musketiere von Woltersdorf oder so ähnlich.

Zum Anfang gratulierte der Vorsitzende Monika Kilian zum Geburtstag.

Punkt 4. Bericht der amt. Amtsleiterin und Anfragen
Die amt. Amtsleiterin Jenny Loponen gab ihren ersten Bericht ab. Aus dem Kita- und Schulbereich berichtete sie, dass die Übergabe der Schulküche von Dussmann an Sunshine-Catering reibungslos klappte. Die Einschulung der Erstklässer, es wird vier erste Klassen geben, wurde von der Bürgermeisterin begleitet und fand in der Halle der Sport- und Freizeitanlage statt. Ebenfalls am 3. September gab es eine Einschulungsfeier in der Freien Schule Woltersdorf und auch bei der FAW wurde die Aufnahme in eine weiterführende Schule gefeiert.

Jenny Loponen beklagte sich, dass bei der Stellenausschreibung für den Jugendsozialarbeiter die Zusammenarbeit mit der OASE nicht so richtig klappe. Eigentlich sollte die Stelle auf den üblichen Portalen erscheinen und Herr Seidel von der OASE war darum gebeten worden, das zu tun, aber leider stehe diese Stelle bis heute nur auf der Webseite der OASE.
Weiter berichtet sie, dass sie mit einem Netzwerk, einer lokalen Allianz für Menschen mit Demenz, in Verbindung stünde. Der Verbund bestehe zur Zeit aus Erkner und Schöneiche, Frau Preuß wäre gerne bereit einen kleinen Vortrag in dem Ausschuss zu halten. (Anmerkung: wer ist eigentlich Frau Preuß, das hätte doch auch gesagt werden können).

Jenny Loponen kam zu den eingerichteten Parkverbotszonen im Schleusenbereich und in der Vogelsdorfer Straße. Diese würden soweit funktionieren, nur wenn der Parkplatz an der Maiwiese voll wäre, käme es zu Verstößen, allerdings würde der ruhende Verkehr auch an Wochenenden von Mitarbeitern überwacht. In der Schubertstraße wurde ein Schild mit der Aufschrift „Bitte langsam fahren, Trockenheit“ in der Hoffnung hingestellt, dass die Badegäste die mit dem Auto zum Strandbad fahren, nicht solche Staubwolken entwickeln.

Margitta Decker meldete sich zu Wort, um noch ergänzend festzustellen, dass über die Hälfte der Gemeindevertreter noch nicht zugestimmt hat, dass mit dem Rats-Informationssystem die Anlagen nur noch digital versandt werden. Sie appelliert, das nachzuholen, damit die Papierberge, die die Verwaltung regelmäßig verteilen muss, verschwinden.

Dirk Hemmerling schlug vor, bei dem Rats-Informationssystem für die Gemeindevertreter einen Wlan Zugang zu schaffen. Stefan Grams fand diese Idee auch gut. Margitta Decker erklärte, dass zwar darüber gesprochen worden sei, aber es Sicherheitslücken geben würde. Allerdings war sie der Meinung, dass das Rats-Informationssystem vom Wlan nicht abhängig wäre. (Anmerkung: Wlan kann gehackt werden, nur ob es der Hacker einfach oder schwer hat, das bestimmt der Betreiber. Warum das Ratsinfo nicht vom Wlan abhängig sei, diese schwer nachvollziehbare Erkenntnis der Bürgermeisterin blieb uns verborgen. Margitta Decker verheimlichte uns das. Vielleich aber eine andere Erkenntnis, es werden immer mehr PC-Arbeiten am Smartphone und Tablet ausgeführt und die lassen sich kostengünstiger mit Wlan als mit teuren, ebenfalls hackbaren Datenpaketen betreiben).

Monika Kilian hatte nachgerechnet und dabei festgestellt, dass 20 Einschulungskinder verschwunden sind, und fragte sich, wo sie denn abgeblieben wären, wo noch offene Anträge wären. Damit gebe es nun 20 Hortplätze mehr.

Silke Schindler fragte nach der Machbarkeitsstudie, da ja nun die Schulcontainer bezogen wären. Margitta Decker erläuterte, dass aus wirtschaftlichen Gründen eine Gesamtausschreibung des Schulbaus angedacht wäre. Es haben drei Planungsbüros eingereicht, die dann in der Sitzung den Gemeindevertretern am 20. September vorgestellt werden. Wenn einem zugestimmt wird, dann könne es sofort losgehen.

Es wurden noch die Themen Personalengpass in der AWO-Kita gestreift, dieser war aber wieder erfolgreich beseitigt. Dirk Hemmerling sprach noch das Thema Essenausgabe in der Mensa der Schule an. Da gebe es Beschwerden, dass die Grundschulkinder nicht so richtig an die Essenausgabe kämen, da diese mit den Schülern der FAW kollidieren würden. Es wurde Änderung versprochen. Siegfried Bronsert ritt sein Steckenpferd, die Laubsäcke zu 1,90 € pro Stück. Margitta Decker beschied ihm, daran werde sich nichts ändern, da die Gemeinde diese Kosten nicht übernehmen werde.

Nun kam ein heikles Thema, Sommerfestauswertung 2016. Die erste Auswertung fand zusammen mit Herrn Gehrmann und Christoph Albert und der Verwaltung am 21. Juli statt. Dabei stellte sich heraus, dass die Terminverlegung auf den Juni sich nicht bewehrt habe, die Einnahmen wären geringer ausgefallen. Herr Gehrmann forderte deshalb, da die Spendengelder nicht ausgereicht hätten, dass die Gemeinde das Sommerfest 2017 bezuschussen und der Mittelstandsverein sich stärker in die Organisation einbringen müsse. Außerdem wurde die geringe Beteilung am Festumzug bemängelt. Am 8. September gab es eine weitere Auswertung, bei der Herr Gehrmann seine Einahmen und Ausgaben vorstellte. Er legte diese Liste einem internen Kreis vor, verweigerte aber die Zustimmung, dass diese Liste weitergegeben werde, deshalb könne sie nicht bei der Sitzung der Gemeindevertretung vorgelegt werden. Des weiteren erklärte Herr Gehrmann, dass in dieser Liste weder seine eigenen noch die Personalkosten enthalten wären. Einzig und allein könne sie sagen, dass es wie auch in den letzten Jahren für ihn ein Minusgeschäft war. Eigenartigerweise verlangte er nun keinen Zuschuss für das nächste Jahr von der Gemeinde.
Jenny Loponen kam dann auf geäußerte Beschwerden zu sprechen, wie, warum die Maiwiese nicht mit einbezogen wurde, warum es kein Sonntagsfrühstück gegeben habe. Dazu erklärte sie, dass Herr Gehrmann dagegen war, es sollte keine Parallelveranstaltung geben. Zum ausgefallenen Frühstück sagte sie, dass es wohl einen Kommunikationsfehler gab, der Fleischer, der Bäcker und die Schleusenwirtschaft wurden informiert, haben es aber wohl nicht umgesetzt. Das Frühstück auf den Flakenseeterrassen war nicht bekannt.
Dann kam sie auf die Zusammenarbeit, zwischen Veranstalter und Vereinen zu sprechen. Da diese Zusammenarbeit nicht reibungslos klappte, wünscht Christoph Albert erstmal keine weitere Zusammenarbeit mit den Vereinen.
Jenny Loponen brachte nun noch die Einschätzung des Festes durch den Seniorenbeirat zu Gehör. Dieser stellte fest, das Fest war unbefriedigend, mangelhafte Organisation und keinerlei Hinweise, warum die geplanten Aktionen auf der Maiwiese nicht stattfanden.

Jenny Loponen erklärte nach dieser Zwischenbilanz von Stage Craft, dass letztendlich die Gemeindevertreter entscheiden würden, ob das Fest erfolgreich war. Wenn die Gemeindevertreter das Fest als erfolgreich einstufen, würde der Ausrichter automatisch wieder Stage Craft, Herr Gehrmann, sein. Wenn es als nicht erfolgreich eingestuft wird, wäre Stage Craft raus und es müsste über eine andere Form nachgedacht werden, z. B. dass die Gemeinde das Fest in Form eines Festkomitees, bestehend aus Verwaltung und Vereinen, selber ausrichtet oder eine Ausschreibung, für einen neuen Ausrichter gemacht werden.

Michael Hauke war verwundert, dass das Sommerfest nicht gefallen habe. Er persönlich fand es gelungen, überlegte aber, wie die Gemeindevertreter bestimmen können, ob es gelungen war oder nicht. Jenny Loponen meinte nur dazu, dass könne sie nicht beantworten, dass müssen die Gemeindevertreter machen. (Anmerkung: da wundere ich auch, aber über Sie, lieber Herr Hauke).

Kommentar: Seit Jahren berichte ich vom Sommerfest, mit Video- und Fotomaterial. Meisten konnte ich nur leere Tische, leere Stände, eben die große Leere zeigen. Wo nichts ist, ist eben nichts. Schon ein kurzer jährlicher Blick gab Auskunft über die Gewinnerwartung. Ich schätzte das Fest als Wirtschaftsunternehmen regelmäßig als negativ ein, meist unterschätzte ich das Fiasko noch. Bürgermeister Vogel, sein naher Vertrauter Wilhelm Diener und Albert zeigten sich regelmäßig optimistisch, sahen die Feste regelmäßig als grandiose Erfolge. Rainer Vogel kam dann die dankbare Aufgabe zu, die Verluste mit den zuvor gemachten vollmundigen Äußerungen der Veranstalter über ihr tolles, erfolgreiches Sommerfest in Einklang zu bringen.
Im Mitteilungsheft 3/2016 seiner Nachfolgerin, Bürgermeisterin Margitta Decker, stand dann wieder das ganz außergewöhnlich tolle, grandiose Sommerfest auf der Agenda. Greifen wir einmal ein paar Äußerungen daraus auf:
„Eine Vielzahl von Vereinen bot umfangreiche Aktivitäten…“
Warum will bei solch aktiven Vereinspräsenzen der eine der Festemacher, Christoph Albert, keine weitere Zusammenarbeit mit den Vereinen?

„In diesem Jahr wurde auch das Angebot für Kinder erweitert und sehr gut angenommen…“
Was sollen Kinder auf einem Fest, durch dessen Festplatz ununterbrochen Autos und Motorräder rollen? Ich habe herzlich wenige Kinder gesehen und die Erweiterungen müssen wohl optisch kaum wahrnehmbar gewesen sein, ich sah keine. Vielleicht, wenn sie klitzeklein waren bin, ich einfach beim Suchen von Besuchern unachtsam drüber weg getrampelt.

„Bei bester Partylaune feierten etwa 700 Gäste eine Beachparty…“
Auf dem kleinen Festplatz um die Schleusenwirtschaft herum will der Verfasser 700 Gäste gezählt haben. Ich bin der Überzeugung, die müssen mit Gabelstaplern übereinandergestapelt worden sein. Sind die Gäste nicht gestapelt worden, dann, ja dann passen auf den Platz nicht mehr als 200 bis 300 Gäste drauf und das auch nur, wenn alle rücksichtsvoll zusammenrücken.

Der absolute Hammer der Glaubwürdigkeit des Bürgermeisterinheftes ist aber die Aussage:
„Zum sonntäglichen Frühstück mit Festgottesdienst waren alle verfügbaren Sitzplätze belegt.
Meine Fotos zeigen, kurz nach dem Gottesdienst, leere Sitzplätze. An sich habe ich dort fast kein menschliches Wesen gesehen. Vielleicht war’s ein Frühstück für Aliens, die sind ja nicht für jeden sichtbar.
Und jetzt wird im Sozialausschuss, siehe oben, vorgetragen, es gab gar kein Frühstück, außer auf den Flakenseeterrassen und davon wusste kaum jemand etwas. Jedenfalls frühstückten dort keine Aliens, das beruhigt mich sehr.

Ach ja, der Glaubwürdigkeitstest der Bürgermeisterinpostille ist noch nicht beendet.
„Ein erfolgreiches Sommerfest an der Schleuse ging pünktlich zu Ende…“
Die Aussage im Heft und der Bericht des Amtsleiters in diesem Sozialausschuss decken sich nicht. Im Ausschuss wird von Verlusten des Veranstalters geredet. Da denkt der Veranstalter darüber nach, ob es ein erfolgreiches Fest war oder nicht. Andere sollen das für ihn entscheiden, befinden sie die Vorstellung als verpatzt, will er aufgeben. Was für eine andere Sprache als in diesem wahrhaftigen Blatt der Bürgermeisterin.

Der Autor des Artikels verschwieg seinen Namen. Schlechter Stil passend zum miesen Sommerfest. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Bürgermeisterin Margitta Decker. Nur, was sie zulässt, wird gedruckt, na ja, dann wissen wir ja, wer für den Artikel die Verantwortung trägt und der verehrten Bürgerschaft seine Glaubwürdigkeit demonstrierte.

Teil 1/4