Seniorenbeirat – ran an die Fressnäpfe

1430 Euro hat er jährlich im Säckel, unser Seniorenbeirat, so Hannelore Taubert. Die Summe gibt sie erstmals am 6. Dezember gegenüber einer Zeitung zu, nachdem ich dem Seniorenbeirat am 2. Dezember, auf diesem Blog, diese Summe als Mindesteinnahme vorrechnete. Über weitere Einnahmen, die dem Seniorenbeirat nicht auf Heller und Pfennig vorgerechnet werden können, da schweigt sich die Sprecherin des Beirats aus. Ja, sie verweigerte sogar den Gemeindevertretern im Sozialausschuss die Einsicht in ihre Buchhaltung. Da wären die Einnahmen aus der Weihnachtsfeier, jede Eintrittskarte kostete, so hörte ich, 5 Euro. Diese Einnahmen, ich schätze einmal 300 Euro, müssen auf die 1430 Euro aufgeschlagen werden.

Alles nicht genug! Noch einmal rund 700 Euro möchten die Seniorenbeiräte für die Teilnahme an acht Sitzungen im Jahr einsacken. Um die Sitzungsgelder auf die gewünschte Höhe zu pushen, sind sie bereit jede Sitzung mit allen 6 Mitgliedern zu bereichern. Ein Seniorenbeiratsmitglied würde reichen, der kann allen anderen berichten, nur das bringt nicht genug. Und das 5 Ehrenamtliche umsonst dahingehen, so als Gäste, wo kommen wir dahin. Das können Gemeindevertreter und Bürger machen, aber nicht die Mitglieder des Seniorenbeirats.

Dann stehen noch 1000 Euro im Raum, die „Die Linke“ und ihr Bürgermeister per anno für den Beirat zusätzlich beantragten. Würden die 1000 Euro bewilligt, dann käme der Seniorenbeirat in der Grundausstattung schon auf schlappe 2700 bis 2800 Euro. Genug eingesackt? Nein, die muntre Rentnertruppe schielt auf weitere rund 600 Euro für eine Dampferfahrt. Sie möchten allen Senioren, nein mir nicht, ich bin wohl ausgeschlossen, die Gemeindevertreter vorstellen und das geht scheinbar nur im Rahmen einer recht teuren Dampferfahrt. Gemeindevertreter kann jeder Senior kostenlos in den Ausschüssen und in der Gemeindevertretung kennenlernen, bei der Arbeit und das gibt ein besseres Bild als Small Talk auf einer Dampferfahrt. Weihnachtsfeier, Dampferfahrt, Feierverein.

Jetzt kommen wir schon fürs Jahr gerechnet auf 2800 Euro plus 600 Euro auf ein Budget von 3400 Euro. Halt! 3400 Euro war das abgelehnte Traumbudget des Feiervereins, gefordert vom Bürgermeister in der Sondersitzung der Gemeindevertretung im November 2012. So haben sich die Mitglieder des Seniorenbeirats, zäh wie die Alten nun einmal sind, in Etappen wieder an die einst angepeilten und abgelehnten 3400 Euro herangerobbt. Bei der Schlacht um die Fressnäpfe der Gemeinde verloren die ehrenamtlichen Mitglieder leider aus den Augen, ein Ehrenamt wird im Allgemeinen kostenlos ausgeübt, allenfalls gibt es eine geringe Aufwandsentschädigung.

Hannelore Taubert pocht auf den Paragrafen 24 der Kommunalverfassung “Der ehrenamtlich Tätige hat Anspruch auf Ersatz seiner Auslagen und des Verdienstausfalles. Der Verdienstausfall kann nach den Grundsätzen berechnet werden, die für die Gemeindevertreter gelten.” Nur Hannelore Taubert war es, die den Gemeindevertretern im Sozialausschuss die Einsicht in die Einnahmen und Ausgaben des Beirats verweigerte.

In Erkner bekommt der Seniorenbeirat gar nichts, muss mit den 1430 Euro auskommen und ist froh damit seine Unabhängigkeit zu bewahren. Großes Erkner und kleines Woltersdorf, was für ein gewaltiger Unterschied in der Auffassung über Ehrenämter. Schöneiche packt auf die 1430 Euro noch einmal 300 Euro drauf und auch der Seniorenbeirat kommt damit aus.

Mir und vielleicht auch anderen drängt sich der Meinung auf, der Seniorenbeirat von Woltersdorf sieht seine vornehmste Ausgabe darin abzuzocken, was nur abzuzocken ist.