Schniebers Bauleitplanung mit Herz und Sachverstand

Bürgermeisterin Decker

„In der Weiterentwicklung Woltersdorfs als Wohnstandort hat die Gemeinde Woltersdorf in quantitativer Sicht besonderen Handlungsbedarf erkannt.“ So die einleitenden Worte der Bauleitplanung für Woltersdorf am Stolp. Das Diskussionspapier trägt kein Erstellungsdatum, geschweige denn wird ein Verfasser genannt. Auf dem Titelblatt wird der vielen Woltersdorfern aus dem Gebiet Stolper- Kiesweg bestens bekannte Herr Schnieber und seine Venture 2000 MK GmbH erwähnt. Als Gast wird ein Rechtsanwalt Reitzig genannt. So möchte ich einmal annehmen, der Verfasser ist unser Herr Schnieber.

Über Herrn Wolfram Schnieber und die Venture 2000 GmbH in Woltersdorf können wir hier einen guten und recht umfassenden Eindruck gewinnen. Der Gast, Rechtsanwalt Reitzig wird ohne Vorname vorgestellt, so rate ich einmal, dass es sich um Frank Reitzig handelt. Frank Reitzig aus Berlin wurde auch schon für die Verwaltung der Gemeinde Woltersdorf tätig. Jedenfalls beriefen sich unsere Bürgermeisterin Decker und ihre Bauamtsleiterin Marsand ständig auf ein Gutachten von Reitzig, das im Auftrage der Gemeinde oder der Straßenbahn, die anstehenden Baumaßnahmen in der Schleusenstraße betreffen. Genaues kann nicht gesagt werden, wir, wie wohl die meisten Bürger in Woltersdorf, bekamen es nie zu sehen. Nun, als Gast, geht er für die Gemeinde oder für Schniebers Venture 2000 ins Rennen? Das ist aus dem Schrieb: Bauleitplanung nicht zu erkennen. Meiner Meinung nach sollte ein Anwalt, der für die Gemeinde tätig war und vielleicht noch ist, nicht einen Investor beraten, der vielleicht mit der Gemeinde über Kreuz kommt. Hier kräuselt sich alles in mir, mich plagen Gedanken über Interessenkonflikte.

Kerstin Marsand

Bauamtsleiterin Kerstin Marsand


„In der Weiterentwicklung Woltersdorfs als Wohnstandort hat die Gemeinde Woltersdorf in quantitativer Sicht besonderen Handlungsbedarf erkannt.“ Bevölkerung, zahlenmäßig stabilisieren, gesteigerte Nachfrage nach Stadtvillen, aktuell gibt es keine Grundstücke mehr, eine extreme Nachfrage nach Baulandflächen, die nicht bedient werden kann, wie gesehen und so weiter. Eine Aussage treibt die Nächste in immer neue Höhen.
Glaubt der Leser diesen Aussagen vorbehaltlos, wird er fragen, warum um Gottes Willen ist bisher nichts geschehen. Hat die Verwaltung, die Gemeindevertretung den Trend verschlafen? Die berechtigte Frage ist leicht beantwortet. In dem Werk wird eine Behauptung an die nächste gekittet, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen etwas davon mit Nachweisen oder Quellen zu unterfüttern. Der Verfasser bemüht hier einzig eine Flurkarte aus den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts aus unserem Museum.

Auf Seite 4 finden wir zwei Abbildungen aus einem Flächennutzungsplan von 1994, einmal der Istzustand und darunter die geplante Entwicklung. Ein Gemeindevertreter aus dieser Zeit sagte mir, ihn irritiere, dass hier die irreale Entwurfsplanung von 1994 genommen wird, die seines Wissens nie beraten, geschweige den genehmigt wurde.

Auf Seite 7 wird festgestellt, dass wir lediglich 8.050 Einwohner haben und damit die Planzahl von 8.800 verfehlt wurde. Den für ihn einzig wichtigen Grund nennt der Verfasser gleich mit, es wurde zu wenig Bauland ausgewiesen. Auf einen Beweis dieser Aussage bin ich gespannt denn, Stadtentwicklung ist ein viel zu komplexes Thema, als dass es, wie hier, mit einem Satz abgetan werden kann. Dann stürzt er sich auf Berlin, seine Bevölkerungsexplosion und deren Wellen auch über den Brandenburger Speckgürtel schwappen. Auch hier, wie bereits oben gesagt, keine der angegebenen Zahlen ist auch nur im Ansatz mit Quellen unterfüttert.

Ab Seite 9 kommen wir zur aktuellen Situation, die ich gerne als richtig bestätige, auf Seite 10 ballen sich Probleme Im Krähenwinkel. Dort sollen bei einigen Grundstücken, die Begrenzungen bereits auf Woltersdorfer Gebiet liegen. Kleinlich beklagt der Verfasser, die Anrainer fahren „Querbeet“ über das Gelände ohne jede rechtliche Grundlage.

Ab Seite 16 widmet sich der Verfasser der äußeren und inneren Erschließung. Das betrifft Straßen und Gehwege.
„Auf jeden Fall soll eine sozial verträgliche Lösung besonders für die Anrainer getroffen werden“, so der Verfasser.
Was kostet das denn so? Bei Anliegerstraßen dürfen 60 bis 90 Prozent umgelegt werden. Für eine erste Hausnummer -Pi mal Daumen- nehmen wir in Woltersdorf 200.000 Euro an. Die sozial verträglich bezahlen? Redet mal mit der BI Schleusenstraße. Die können Euch bestens informieren.

In einem zweiten Teil werde ich die Dinge beleuchten, die meines Erachtens in der vorgestellten Bauleitplanung nicht erwähnt wurden, aber noch einmal ins Gedächtnis gerufen werden sollte.