Radtour zu den drei Türmen


Jörg Vogelsänger hatte eingeladen. Ein kleines Stückchen der 66 Seen Wanderung wollte er mit Freunden auf Fahrrädern bewältigen. Start war der Wachtelturm in Hennickendorf, von da sollte es zum Glockenturm im Museumspark Rüdersdorf gehen und seinen Abschluss am Aussichtsturm von Woltersdorf finden. Die Tour war für Freitag, den 17. Juli geplant.

Einen Tag zuvor kramte ich mein Fahrrad aus dem Schuppen, pumpte Luft auf, ölte die Kette und lauschte dem Wetterbericht im Radio. Ganz schön heiß sollte es werden, über 30 Grad. Dabei eine gute Stunde auf dem Fahrrad strampeln? Egal, ich bin hin, die anderen, unser Minister für Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger, der Bürgermeister von Rüdersdorf, André Schaller und rund 40 Leute, die sich das für den Erwerb des Turmdiploms antun wollten. Wer die drei Türme hochklettert, bekommt das Diplom. Im Ganzen sind das 216 Stufen, 96 hat der Wachtelturm, moderate 30 hat der Glockenturm, harte 90 geht’s den Aussichtsturm hoch.


Eingebettet von Google Maps

Jörg Vogelsänger gab das Startzeichen und die Karawane setzte sich langsam in Bewegung. Abgesichert wurde der lange Treck von zwei Männern von den Johannitern auf bulligen BMW-Motorrädern. Von der Freiwilligen Feuerwehr Woltersdorf war das First-Responder-Fahrzeug (Ersthilfe) für den Fall der Fälle dabei. Wir waren erst kurz unterwegs, da hörte ich es scheppern. Mein Fahrradständer wollte nicht mit, er lag auf der Straße. Gut, es geht auch ohne. Bis zum Glockenturm ist es eine gut zu bewältigende Strecke. Wir sind durch den Hintereingang rein, hier übernahm André Schaller die Führung zum Glockenturm.


In prächtiger Bergmannskleidung, bei über 30 Grad, wartete Jörg Lehmann, der Geschäftsführer vom Museumspark auf uns. Wir bekamen von ihm jede Menge Durstlöscher spendiert und jeder Teilnehmer durfte sich einen Beutel nehmen, in dem allerhand Wissenswertes über den Museumspark lag. Jörg Lehmann begrüßte dann die Radfahrgemeinschaft, den Minister Jörg Vogelsänger und den Bürgermeister André Schaller. Anschließend bedankte er sich bei Regina Wolter, der Dame vom Wachtelturm, die allerhand Leute symbolisch in den Hintern trat, damit endlich die Drei-Türme-Radtour zustande kommt. Er bedankte sich bei Minister Jörg Vogelsänger, dass es nun geklappt hat.

Von da machten wir uns auf die Socken zum Aussichtsturm in Woltersdorf. Die Rüdersdorfer Waldstraße hoch, da kam ich ins Schwitzen und mein Fahrrad löste sich weiter in seine Bestandsteile auf. Diesmal verabschiedete sich die Gangschaltung und das Ganze wurde noch etwas schwerer. Einer der Johanniter fuhr immer neben mir her, das sagte mir deutlich, ich bin der Letzte im Pulk. Der Mann auf dem dicken Motorrad ackerte an seiner Schaltung. Klack, klack machte es alle naselang, das hat Kupplungsbelag gekostet. Eine Ewigkeit später ging’s die Waldstraße abwärts, dass lies ich mir gefallen.


Alles Gute ist nur von kurzer Dauer, die Woltersdorfer Liebesquelle kam in Sicht. Von da ging’s auf einem Waldweg weiter. Weg? War schon mächtig übertrieben. Die Ackerfurche hatte es in sich, auf und ab, mehr auf als ab ging’s und nahm kein Ende. Dann endlich, ein Mann stand auf dem Weg, André Schaller, frisch und munter, wies uns den Weg zum Turm.

Eine kurze Rast, die Feuerwehr bot Bratwurst pur, der Verschönerungsverein vergaß die Schrippen. Dazu ein Bier, alkoholfrei, irgendwann waren auch die Schrippen auf dem Berg angekommen und die Welt kam langsam wieder in Ordnung.

Jörg Vogelsänger verteilte an die rund 40 Personen starke Fahrradwandertruppe das Turmdiplom alles sammelte sich zum großen Gruppenfoto mit dem Motorrad der Johanniter. Das war’s alle verstreuten sich und waren’s zufrieden. Da tauchte Manja Wilde von der MOZ auf, orchestrierte die sich verteilenden Teilnehmer zu einem neuen Gruppenfoto. Dazu betrachte der Leser bitteschön das allerletzte Foto, zur allgemeinen Verwunderung und Erheiterung wand und schlängelte sich, gleich einer Ringelnatter, die MOZ-Fotografin auf dem Boden vor ihrem auf das klick, klick wartende Publikum. Das war, überleg ich’s richtig, der tollste Anblick des schönen Tages.

Nachtrag der Vorstandsvorsitzenden des WVV, Gisela Schuldt:
Am Aussichtsturm übernahmen Sponsoren die Kosten für die Bewirtung: Werkzeug-u. Fahrradhandel Gebr. Wurster Woltersdorf und Clean-Rohr Kanalsanierung J.-H- Schuldt, Berlin-Biesdorf. Wie immer waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zur Stelle und übernahmen das Grillen. Fleißige Mitstreiterinnen des WVV – Norgard Kreiser und Dr. Kawretzke-Hähner sorgten dafür, dass allen Teilnehmern das „Turm-Diplom“ vom Minister überreicht werden konnte.