ProArbeit in Erkner – Besuch vom Landrat

Landrat Rolf Lindemann kümmerte sich persönlich und das war gut so.

August, September, Oktober, November, Dezember und Januar ohne Arbeit, ohne Einkommen, dass kann, wird zum Kampf ums nackte Überleben. Gisela hat verloren, die Ärzte kämpfen um ihr Leben. Inwieweit die entsetzliche Angst, die mit der Zeit zur Panik wurde, der Auslöser dieser plötzlich zuschlagenden Krankheit war, weiß niemand.
In der Bundesrepublik Deutschland haben wir soziale Sicherungssysteme, Krankenkassen, Rentenkassen, Sozialämter, und ALG1. Dieses dicht gespannte Netz hat Gisela aufgefangen, ihr eine Existenz ohne Hunger ermöglicht. Dann Ende August letzten Jahres musste sie raus aus dem funktionierenden System und sich in einem Neuen anmelden. Wir alle kennen ALG2, Hartz 4 oder ProArbeit. Viele Namen für das letzte Glied in der Kette der sozialen Absicherung, geschaffen vom „Kanzler der Bosse“.

Wie Gisela und später auch ich, mit diesem System konfrontiert wurden, können Sie hier lesen: Erkners Proarbeit, das schlimmste Amt der Republik. Ich schreibe die Fortsetzung des unglaublichen Dramas, das jetzt zu einem von mir nicht erwarteten Ende führte.

Wir haben Ende Januar 2017. Vor drei Tagen kam der Bewilligungsbescheid vom Hartz 4 Amt in Erkner, nachdem ich Giselas Leidensweg veröffentlichte. Ein Bescheid mit Fehlern zum Nachteil für Gisela.
Gestern schickte ich eine Email an das Amt mit der Bitte um einen kurzfristigen Termin, um diesen Bescheid gemeinsam zu durchleuchten.
Zwei Stunden später klingelte das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war unser neuer Landrat, Rolf Lindemann. Er sagte mir das er, wenn das alles stimmt, dafür die Verantwortung übernimmt. Da kann ich nur sagen – Respekt, Herr Landrat.

Drei Stunden später saßen wir im ProArbeit Amt von Erkner, bei der Regionalleiterin. Landrat Lindemann brachte gleich seine Bereichsleiterin für ProArbeit in LOS, Angelika Zarling mit. Wir waren eine ganze Weile beschäftigt die Akten abzugleichen, wobei wir feststellten, dass sich wieder drei Unterlagen in Luft aufgelöst hatten. Klären, warum, weshalb und wie das Ganze geschehen konnte, da ist jetzt die Behörde gefordert.

Hier ist jetzt Beeskow gefordert, Sicherungen ins System zu integrieren, die solch ein Unglück, wie es Gisela widerfahren ist, in Zukunft unmöglich macht.