Post von Pinterest Europe

Pinterest ist eine Webseite auf dem Weg an die Spitze der einhundert am meistbesuchtesten Seiten der Welt. Pinterest erinnerte mich dieser Tage daran, dass ich dort als Nutzer in ihrer Datenbank verstaube. Pinterest schickte mir und wohl allen anderen Anwendern eine Email.

Pinterest hat festgestellt, mehr als die Hälfte der Nutzer ihres Netzwerkes kommen inzwischen aus der Welt, die nicht zur USA gehört. Deshalb möchte Pinterest seine Datenschutzrichtlinien und seine AGB aktualisieren.

Pinterest verwaltet diesen Riesenberg von Nutzern ausserhalb der USA deshalb ab sofort aus Dublin in Irland und nennt sich dort „Pinterest Europe Limited“, jetzt ein echtes irisches Unternehmen.

Fürsorglich,wie gute Konzernmütter nun mal sind, tröstet uns Pinterest damit, dass das Netzwerk immer noch dasselbe Pinterest ist, welches wir kennen und lieben gelernt haben. Pinterest Europe ist lediglich Pinterests internationaler Ableger.

Die Steueroase Irland ist Mitglied der Euroäischen Union (EU). Große Firmen, die in Ländern mit hohen Steueraufkommen beheimatet sind, zieht es, wegen der dortigen niedrigen Steuern, (Stand ab 2012; 12.5 Prozent), die weit unter dem Durchschnitt der europäischen Steuersätze liegen, magisch nach Irland.
Auch 12.5 Prozent sind einigen sich arm rechnenden Großkonzernen zu viel und so nutzen sie ein weiteres Steuerschluploch, von Fachleuten „Double Irish“ und „Dutch Sandwich“ genannt. Die Konzerne schieben ihre Gewinne auf diesem Wege so lange von Land zu Land, bis kaum etwas für den Fiskus bleibt.

Und so drängeln sich auf der kleinen grünen Insel die Niederlassungen von mehr als 600 amerikanischen Unternehmen, darunter sind neben Google und Facebook, auch andere Weltkonzerne wie Microsoft, Intel, Apple, Pfizer, Johnson & Johnson und Forest Laboratories vertreten.

Außer Irland bieten in der EU nur noch die Niederlande und Luxemburg besonders unternehmerfreundliche Bedingungen.

Nun wird es noch enger auf der Insel. Alle müssen wegen dem Neuankömmling „Pinterest Europe“ zusammenrücken.

Wie sagt Pinterest so schön, wir sollen uns keine Sorgen machen, für uns ändert sich nichts. Da spricht Pinterest ein wahres Wort gelassen aus. Wir, die Masse der EU-Bürger, werden weiterhin unsere hohen Steuern bezahlen dürfen. Pinterest in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr.

Noch ein interessanter Artikel zum irischen Steuersparmodell:

Schluploch für Apple und Google