Porträt eines Abgeordneten – vom Urschleim an – Teil 3

Im Hauptausschuss April 2014

Gutjahr (Die Linke): Ich finde Ihre umfangreichen Ausführungen eigenartig, aus Ihrer Position verständlich, aus meiner Position nicht. Dass man hier den Mitarbeitern den Schwarzen Peter zuschieben will, weil die angeblich zu hohe Löhne haben [….] die Leute wollen schließlich ja auch leben.

Geschäftsführer Verband Stöbber-Erpe: Ich habe nicht gesagt, dass die Mitarbeiter schuld sind. Ich würde das als Geschäftsführer des Verbandes nicht behaupten.

Hier hat Gutjahr dem Landesbeauftragen heftigst unterstellt, dem Personal die Schuld an der Misere des Verbandes zu geben. Das war eindeutig falsch, der Geschäftsführer hat minutiös die Gründe der Verschuldung aufgeführt. Eindeutig nahm er die einstige Geschäftsführung in Haftung. Na ja, die Ausführungen des Geschäftsführers waren präzise und umfangreich, wie soll sich da einer nach 10 Minuten noch alles richtig merken können.

In der Gemeindevertretung April 2014

Matthias Schultz äußerte seine Bedenken gegen die Übernahme des Bauersees. Jeder Abgeordnete sollte sein Für und Wider in einem demokratischen Parlament vorbringen können, ohne angepöbelt zu werden.

Gutjahr wischte die Worte seines Kollegen aus einer anderen Fraktion heftigst beiseite: Wenn man alle Abwegigkeiten in Betracht ziehen will, Herr Schultz, dürfen Sie morgen in der Tat kein Fahrrad, kein Auto fahren, müssen zu Hause bleiben [….]

Heinz Vogel warf ein, wir führen hier eine demokratische Diskussion über einen Sachverhalt und dann kommt einer, der sagt, wie absurd er (Gutjahr) es findet.

Edgar Gutjahr: Ja, man muss hin und wieder mit Erstaunen feststellen, dass wir jedes Mal wieder beim URSCHLEIM beginnen. Die Übernahme des Sees wurde uns im letzten Herbst angeboten. Seitdem wissen alle Fraktionen davon […] für ihn ist das ein Beweis dafür, dass sich die Fraktionen zu wenig Gedanken gemacht haben und wo man jetzt in der Gemeindevertretung mit solchen Detailfragen kommt. Ich möchte den Antrag stellen die Diskussion zu beenden und zur Abstimmung zu kommen.

Tja, wenn man alle Abwegigkeiten in Betracht ziehen will. Bedenkenträger und Detailfragensteller stören den Abgeordneten Gutjahr augenscheinlich sehr. Damit nicht noch mehr solche Typen kommen, stellt er schnell den Antrag, die Diskussion, die nicht in seine gewünschte Richtung ging, abzuwürgen und abzustimmen. Ich meine, hier tun sich deutlich Probleme mit demokratischen Gepflogenheiten auf. Dabei wollen wir es seinem Temperament nachsehen, dass er oft, ohne das ihm das Wort erteilt wurde, losdonnert und anderen das Wort abschneidet. Wenn’s ein anderer macht, dann kennt er plötzlich die Geschäftsordnung.

Es wäre noch viel zu sagen, über den Abgeordneten Gutjahr. Es würde ein Buch voll unerfreulicher Details werden, lassen wir’s. Es stellt sich natürlich die Frage, wie bekommt der Linke Edgar Gutjahr einer Gemeinde wie Woltersdorf. Steht die Gemeinde, nach der Wahl, noch einmal 5 lange Jahre mit einem Abgeordneten durch, der für Bedenken und Details anderer Abgeordneter keinen Draht zu haben scheint?

Porträt eines Abgeordneten, vom Urschleim an – Teil 1
Porträt eines Abgeordneten, vom Urschleim an – Teil 2
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