Noch ein Denkmal

Samstag, Juli 31st, 2010 von Bernd

Nicht weit entfernt vom VdN Denkmal, finden wir am Thälmannplatz ein weiteres kommunistisches Denkmal. Vor und hinter dem Obelisken sind Gräber für 36 sowjetische Kriegsgefangene und 13 Zivilpersonen, vermutlich polnische Zwangsarbeiter angelegt. An dem Ehrenmal befinden sich zwei Tafeln mit Text in kyrillischer Schrift. Nach 1945, die ruhmsüchtige Rote Armee hatte ganz Osteuropa besetzt, entstanden überall Ehrenmale die an ihre Taten erinnern sollen, während Amerikaner, Engländer und Franzosen darauf verzichteten, sich im besetzten Deutschland durch solche Stachel im Fleisch der Besiegten zu verewigen.

Die Rote Armee ist Einigen als Befreier vom Faschismus im Gedächtnis geblieben, die Europäer, die die kommunistische Soldateska so sehen, können mit solch einem Ehrenmal gut leben.

Da gib es aber den Rest der unterjochten Völker, die gar nicht befreit werden wollten, erst recht nicht von den Sowjets und es gibt die gefangenen Einwohner des östlichen Deutschlands bis zur Elbe, die sich noch heute mit Grausen an die Befreiung durch die Sowjets erinnern. Die Soldaten der Roten Armee befreiten die Einen vom Leben,  Andere befreiten die Truppen der Arbeiterklasse von Hab und Gut und Millionen Frauen wurden auf Befehl sowjetischer Generäle und des Genossen Stalin durch die asiatischen Divisionen geschändet, vergewaltigt und zum Teil ermordet.

So hat denn Jeder, der an solch einem “Ehrenmal” vorbeigeht, ganz eigene Erinnerungen.  Was mögen wohl die Geschändeten, die Hinterbliebenen der Ermordeten  denken, wenn sie an dem Denkmal für die Täter vorbeigehen?

Schlagworte:

9 Kommentare zu „Noch ein Denkmal“

  1. Dagmar sagt:

    Für dieses Kriegerdenkmal scheint sich wohl niemand in der Gemeinde zu interessieren außer ein paar Woltersdorfer Altstalinisten, die dort einmal im Jahr hinpilgern. Zum Verweilen nach getanen Einkauf lädt das Gelände nicht wirklich ein.
    Hohe Bäume gehören drum herum , Buchen und Eichen, die Schatten spenden, nicht nur dem Kriegerdenkmal sondern auch dem Rastenden.

    [Antwort]

    Bernd Reply:

    Anstatt Buchen und Eichen fand ich in der Umrandung des Areals Unkräuter, dezimeterhoch. Der Rest sah auch aus wie nicht gewollt und nicht gekonnt. Zum Vergleich empfehle ich dem geneigten Leser sich das Denkmal in Erkner zu Gemüte zu führen. Dort ist alles gepflegt und mit Blumenbeeten geschmückt, eine schmucke Parkanlage.
    LG Bernd

    [Antwort]

  2. Edelgart sagt:

    Hallo Dagmar,
    so schön und erquickend wie Eichen, Bucheckern und Kastanien auch sind, gehören sie doch in den Wald, zu den Nahrung suchenden Tieren und nicht auf Friedhöfe, Denkmal- und Parkanlagen.
    Je weniger solche Laubbäume im Ortszentrum angepflanzt werden, umso weniger Pflegekosten entstehen.
    Diverse Koniferen, Zedern, Wachholder, Buchsbäumchen, Essigbäumchen, Rotdorn, Flieder, Jasmin, Weigelien, Forsythien, Azaleen und viele andere blühende Sträucher und mehrjährige Staudenpflanzen wären einladender und empfehlenswerter. Auch duftende Lindenbäume, die regelmäßig zur Halbkugel verschnitten werden, kämen als Laubbäume und Schattenspender einer Parkanlage mit Denkmalen aller Art, in Frage. … …

    Eichen und Bucheckern sind eine Delikatesse für wühlende, trampelnde, suhlende Wildschweine. Die nach jedem Festmahl nicht nur aufgewühlten, gelockerten Boden, sondern auch ihre Fäkalien hinterlassen. Und das wäre in der Nähe von stark reflektierten Einkaufstätten und Straßenbahnhaltestellen, wie Thälmannplatz und Schleusenstraße nicht so erfreulich.

    Es grüßt Sie freundlich – Edelgart

    [Antwort]

  3. Dagmar sagt:

    Schwester Edelgart,

    Wenn Sie Natur stört, Blattwerk oder Bucheckern, da gibt es in Marzahn bestimmt noch ne Plattenbauwohnung. Meine Familie fühlt sich seit 70 Jahren wohl in der Gemeinde Woltersdorf.
    Nur mit den Kommunisten muss langsam mal Schluß sein und ein Blickfang ist dieses Kriegerdenkmal ja wirklich nicht. Einen Nachbarnjungen haben die Russen damals auch geprügelt wie viele andere, 13 Jahre alt war er, nach Rüdersdorf haben sie ihn geprügelt, um Kalksteine für dieses Kriegerdenkmal zu holen. Mindestens 2 sollen auf dem Weg geblieben sein. Keiner kennt Ihre Namen. War eine schlimme Zeit damals in Woltersdorf.

    Meine Ur- Enkelin hilft mir gerade bei dieser Webseite, hat mich auch drauf aufmerksam gemacht, auf diesen Beitrag. Nun fasse ich den Mut

    Oder Edelgart zieh in eine Platte nach Moskau, wenn es hier nicht mehr gefällt. Altstalinisten sind in Woltersdorf nicht erwünscht. Ihr treibt immer noch Euer Unwesen, 70 Jahre seid ihr alt oder zumeistens älter. Mir reicht es, erst die Nazis, dann die Kommunisten, und nach meinen 70 Lebensjahren kam der Westen , ich freue mich, daß ich den Mut finde soetwas zu schreiben, ich danke meiner Urenkelin, sie ist die Zukunft.

    [Antwort]

  4. Edelgart sagt:

    Dagmar, Sie schreiben MIR (!) Natur liebende Umweltschützerin: “Wenn Sie Natur stört…”, “Edelgart zieh in eine Platte nach Moskau, wenn es hier nicht mehr gefällt…” –
    Wie kommen Sie denn nur darauf ? (*Kopf schüttel*)
    Bei nicht verstehen, empfehle ich an den bekannten Ausspruch des Kabarettisten Dieter Nuhr zu denken. Dessen oft frauenfeindlichen Humor ich zwar auch nicht mag, aber dieser eine Satz, die Ahnungslosigkeit betreffend, sich auch mir eingeprägt hat. Ich nenne ihn mal hier nicht, weil ich nicht weiß, ob darauf ein Copyright steht.
    Dagmar, wenn sich Ihre Familie seit 70 Jahren hier in der Gemeinde wohl fühlt, dann gäbe es doch für Sie keinerlei Grund der Klage. Oder ? Also, warum regen Sie sich dann so auf ? Und beschuldigen MICH, mit (Zitat): “Ihr treibt immer noch Euer Unwesen….” – Häh ???
    Warum so persönlich ? Warum so feindlich aggressiv ? Sind wir uns schon mal begegnet ? Im Kindergarten, in der Schule ? – Wohl kaum, ich bin bei weitem jünger als Sie !

    Dagmar, ich meine mal, in Ihrem Alter von 70 Jahren, sollte man doch noch fähig sein, die deutsche Muttersprache richtig zu lesen und zu verstehen. Andere schreiben in dem Alter ihre Memoiren, ihre großen Biografien.
    Ich empfehle Ihnen, es doch auch zu tun. Schreiben Sie sich die gequälte Seele frei. Nur Mut ! Nennen Sie darin alle Orte, Ruf- und Familiennamen. Damit es nicht weiter zu falschen Verdächtigungen und Beschuldigungen führt. Veröffentlichen Sie es baldigst. Damit Sie/wir es noch erleben können. Dann können die Peiniger ihrer Albträume zwar wegen Verjährung oder Todesfall nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, aber wir alle erfahren dann die ganze Wahrheit über Woltersdorf. Und, um Moral, Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit geht es Ihnen doch wahrscheinlich nur ? Nehme ich mal an. Nicht um Selbstjustiz.
    Zögern Sie nicht allzu lange, sonst sind die letzten interessierten Leser auch tot.

    Die Nachwelt wird andere Probleme haben. Umweltprobleme, Gesundheits-, Existenz- und Überlebenssorgen bei schnell wachsender, ständig konsumierender Weltbevölkerung….

    Es grüßt Sie freundlich – Edelgart

    [Antwort]

  5. Bernd sagt:

    Ich bitte alle geschätzten Kommentarschreiber halbwegs beim Thema zu bleiben, es wird sonst für die Leser zu langweilig und unübersichtlich.
    LG Bernd

    [Antwort]

  6. Waltraud sagt:

    Hallo Bernd, verehrte liebe Damen,
    ich komme mal über Euren großen Cliffhanger zum Thema zurück.
    Warum die große Fidus-Gedenkstätte derart verkommen musste, ist vielen vorbeirauschenden Woltersdorfer auch ein Rätsel. Vielleicht hat man sich an den Anblick des Verfalls schon gewöhnt? Das Phänomen einer Betriebsblindheit? Vielleicht sehen es nur noch die Spaziergänger oder fremden Wanderer? Die gucken sich im Auto ja nicht die Landschaft an, sondern achten auf den Straßenverkehr.
    Gewiss gäbe es auch staatliche Zuschüsse, wie es Helmut in seinem Beitrag erwähnte. Um diese müsste man sich aber genauso intensiv kümmern, wie es die Gemeinde ja um Fördergelder für ihre Baulichkeiten auch tut. Sie haben vielleicht Recht, dass es eher am guten Willen seitens der Gemeindevertretung lag. Diese richtete ihre Blicke eher in die Zukunft, als in die Woltersdorfer Vergangenheit. Auch die Damen und Herren des Verschönerungsvereins zeigten nach Herrn G. Ramms Bemühungen kaum oder kein Interesse mehr. Das ist bedauerlich, denn die Gedenkstätte vom 1. Weltkrieg ist ja ein Antikriegs-Mahnmal. (Wie Helmut es schon so treffend bezeichnete.)
    Die Gefallenen Woltersdorfer waren ja junge Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Quasi von unterschiedlicher sozialer Stellung, gemischter Glaubensrichtung und von verschiedener politischer Gesinnung.
    Auch die Denkmalschutzbehörde wollte/sollte ein Mitsprache- und Finanzierungsrecht haben. Aber vielleicht nimmt die Landesregierung dem einst verkannten Künstler Fidus immer noch übel, dass er, wie alle anderen Menschen seiner Zeit auch, in einer anderen Lebensphilosophie, Ideologie und auch als NSDAP-Mitläufer sein anfängliches Seelenheil suchte? –
    Aber das haben doch viele Menschen anfangs nicht erkannt, in welche Diktatur und Hölle dieses faschistische Rumpelstilzchen die Völker später hinführen würde, hingeführt hatte.
    Ich weiß es auch nicht, worauf die Gemeinde seit 1945 wartet. Wer es besser weiß, solle sich mal öffentlich äußern, warum in Woltersdorf alles Erhaltenswerte so verkommen aussehen muss. Warum in Woltersdorf nicht das vorhandene Alte regelmäßig gepflegt wird, stattdessen eine irrsinnige, kostspielige Massenansiedlungspolitik mit allem drum und dran, betrieben wurde. Ideen und Vorschläge sind doch oft genug gemacht worden. Der gute Wille ist auch da. Also, woran hapert ’s?

    Die 83 Gefallenen des 1. Weltkrieges sind ja im Rahmen der Heimatforschung erfasst.
    Auch die Namen der Kriegsteilnehmer des II. Weltkrieges, der Gefallenen, der unmittelbar in Folge der Kriegsverletzung Erlegenen, der Bombenopfer und Freitoten sind größtenteils im Standesamt /Kirchenregister registriert und ebenfalls durch die Heimatforscher erfasst worden.
    Die von Ihnen benannten Zivilpersonen zwischen den gefallenen Sowjetsoldaten, waren nach meiner schwachen Erinnerung keine polnischen Zwangsarbeiter. Vermutlich ukrainische Zwangsarbeiter, Erkneraner und Woltersdorfer Bombenopfer, vermutlich auch ermordete und selbst getötete Woltersdorfer, auch Vertriebene und unbekannte Flüchtlinge, die auf dem Friedhof keine Grabstelle bekamen.
    Darüber wüsste aber unser Woltersdorfer Heimatforscher und Buchautor Herr Gerald Ramm viel besser Bescheid, als ich es Ihnen hier so unverbindlich erwähne. Man könnte ihn mal freundlich befragen.

    Auch ich wünsche allen ein schönes Wochenende
    mit freundlichen Grüßen von Waltraud

    [Antwort]

    Bernd Reply:

    Hallo Waltraud, danke für Ihren Kommentar, es scheint mir aber, dass er beim falschen Artikel gelandet ist. Vom Thema her passt er eher zu: Das letzte Denkmal.
    LG Bernd

    [Antwort]

  7. Waltraud sagt:

    Hallo Bernd,
    stimmt, Sie haben recht. Mein Kommentar passt besser zu Ihrem Beitrag über das Antikriegs-Mahnmal vom Woltersdorfer Künstler Fidus.

    Dennoch wollte ich zum Thema des Sowjetischen Ehrenmales auch ergänzend erklären, dass es ebenso seine Berechtigung als Gedenk- und Mahnmal hat. Schließlich liegen dort auch Kriegsopfer. Nicht nur Soldaten der Roten Armee, sondern auch zivile Opfer der letzten Kriegstage, die keinen Platz in geweihter Friedhofserde fanden.

    Ich hätte meinen Kommentar Themen bezogener splitten sollen. Aber im Eifer des Schreib-Gefechts, passieren auch “Zuordnungsfehler”. – Sorry.

    Mit freundlichen Grüßen von Waltraud

    [Antwort]

Kommentieren