Neujahrsempfang des Bürgermeisters 2014

Der Ratssaal platzte aus allen Nähten. Auf Fotos konnte ich feststellen, meine Vorhersage über die erschienenen Gäste stimmte hundertprozentig. Die Linke, BI Unser Woltersdorf, Seniorenverein und Kulturhaus Alte Schule umlagerten die Tische rings um Vogel, wie ein mittelalterliches Bollwerk. So konnte der große Choreograf seine sorgfältig geplante Show ungestört über die Bühne bringen.

Der Bürgermeister eröffnete um 19:00 Uhr etwas verspätet den Empfang mit einer kurzen Ansprache. Vogel drückte seine Trauer über den Tod von Elke Sinnigen, Leiterin der Christlichen Kita aus. Mit keinem Wort erwähnte er, wie hart und ungerecht er der Christlichen Kita in den letzten vielen Monaten zusetzte und letztendlich in der Sache verlor. Einem sensiblen Menschen kann das schon sehr treffen.

Sichtlich von sich angetan sprudelte er dann weiter: Er möchte einer Initiative junger Woltersdorfer danken, die es ihm ermöglichten, in ihrem aus Spenden finanzierten Infoblatt seine Prologe zu veröffentlichen. Die Gemeindevertreter haben ihm ja untersagt, im Mitteilungsblatt zu schreiben. Über die jungen Herren, die inzwischen versuchen bei öffentlichen Auftritten nicht mehr so stark aufzufallen, kann sich der Leser in der Historie Unser Woltersdorf informieren.

Dann kam er zum Jahresrückblick 2013. Er erwähnte den Bau der Mehrzweckhalle, die, wenn alles glatt läuft, im Sommer 2014 in Betrieb geht. Als nächstes großes Event lobte er die 100-Jahrfeier der Straßenbahn. Vogel wollte Frau Viktor danken, doch diese war nicht ab to Date. Vogel betonte, dass es auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Straßenbahnziehen geben wird und neu im Programm wird das Seifenkistenrennen auf der Seestraße sein.

Beim nächsten Punkt strahle Vogel voll eitler Wonne. Sein Sommerfest, von einem Fest der Woltersdorfer kann kaum noch geredet werden, wäre in seinen Augen ein grandioser Erfolg gewesen. Es sei gut von den Besuchern und Woltersdorfern angenommen worden, da es ausschließlich diesmal nur an der Schleuse stattgefunden habe. Das sei ein sehr schöner landschaftlicher Rahmen gewesen. Ich meine eher gaststättlicher Rahmen. Auch das gemeinsame Frühstück am Sonntag vor dem Gottesdienst habe gefallen. Er dankte den Spendern und bemerkte weiter, dass sich doch noch mehr Firmen an den Spenden beteiligten sollten, sie kämen dann auch mit ihrem Logo aufs Sommerfestplakat.

Da möchte ich mal einhaken, wer sind eigentlich jetzt die Macher des Sommerfestes, nachdem Vogel sich des langjährigen, früheren Ausrichters entledigte. Das macht jetzt ein Herr Gehrmann, Senator im Erkneraner Karnevalsverein, in dem Christoph Albert Präsident ist, der auch noch stellvertretender Vorsitzender des Mittelstandvereins Woltersdorf ist, dessen Führer Wilhelm Diener, Chef von Abluft-Diener, wiederum im Erkneraner Karnevalsverein auf der Spenderliste auftaucht und dort ebenfalls Senator genannt wird und allerbeste Kontakte zum Bürgermeister von Woltersdorf hat, der wiederum das Sommerfest an diese agile Truppe vergab. Ach ja, Gehrmann ist auch Mitglied im Mittelstandsverein, obwohl er, wie ich annehme, keinen Betrieb in Woltersdorf betreibt. Ein weiterer glücklicher Zufall, die Gaststätte, in dessen Türrahmen das Sommerfest stattfindet, hat einen Miteigentümer, der sinnigerweise im Liegenschaftsamt unseres Rathauses werkelt. Dazu gibt’s auch allerhand zu sagen, das ist aber ein eigenes Thema. Es wurde das mieseste “Fest”, das Woltersdorf je sah, meine ich.

Besonders begrüßte der Bürgermeister, dass der neue Gehweg in der Schleusenstraße so gut angekommen sei. Er wird von Rollatoren und Rollstuhlfahrern und ab und zu auch von Fahrradfahrern genutzt. Der nächste Schwenk ging zur Eigeninitiative Straßenbau Körnerstraße, die trotz anfänglicher Schwierigkeiten erfolgreich zu Ende geführt worden sei. Leider vergaß der Bürgermeister diverse Merkwürdigkeiten um die Körnerstraße zu erwähnen, die zum Nachteil einiger Anlieger ausfielen, während einige anderer Anlieger besonders gut wegkamen. Komisch nicht wahr, Herr Bürgermeister? Ebenfalls vergaß der Redner, das es ihm gelang im Laufe der Kalamität Körnerstraße günstig ein Grundstück, nur für den Bodenrichtwert, für seine Gattin zu ergattern. Ja, der Herr hat’s gegeben und der Bürgermeister hat’s gern genommen. Ob das anhängige Disziplinarverfahren inzwischen erledigt ist, weiß ich nicht.

Er gab nun das Mikrofon frei für eine Initiative der Linken. Frau Dr. Port schwank sich zu einer Rede auf. Sie palaverte lang und breit, dass der Vorschlag von Die Linke ein Begrüßungsgeschenk, für Neugeborenen in Woltersdorf, zu stiften in der Gemeindevertretung so wenig Zustimmung fand.
Lätzchen
Deshalb haben sie, Die Linke, sich etwas ausgedacht und mit den Seniorinnen Mützchen und Söckchen gestrickt. Diese sollen jetzt mit einem Gutschein der Sparkasse über je 5,00 Euro als Geschenk überreicht werden. Dann hielt sie so ein Geschenk hoch. Ein Teil des Publikums klatsche auf Deubel komm raus, ein anderer Teil grinste sich einen. Ich finde die Idee Klasse, stricken und häkeln ist doch viel schöner als Berichte zu schreiben, wie es früher, in einem andern Staat, doch alle machten.

Jetzt ging es weiter mit Ehrung von Ehrenämtlern. Die Blumen überreichte die Vorsitzende der Gemeindevertretung Alexandra Doernbrack.
Ehrenamtliche Bürger
Es wurden geehrte Frau Manske von der Rheumaliga auf Vorschlag der Volkssolidarität, Frau Steffen von der Freiwillige Feuerwehr, Frau Fabarius auf besonderem Vorschlag des Kulturhaus Alte Schule oder einfacher von Katrin Fleischer. Frau Tenambergen, die ebenfalls geehrt werden sollte, war auch ab to Date. Herr Thoms durfte sich aufgrund seiner Verdienste im Sport als erster in das neu geschaffene Ehrenbuch eintragen. Die Ruderin, Frau Richter, war gleichfalls ab to Date.

Einen hatte unser Bürgermeister allerdings vergessen zu begrüßen, nämlich Herrn Kirsch, Bürgermeister von Erkner. Ja und mich wollte er nicht begrüßen, deshalb bekam ich keine Einladung. Er ist eben sehr selektiv, unser Vogel.

  1. Minerva McGonagall

    Für große Heiterkeit sorgen die peinlichen Mützchen und Schühchen der Linken.
    Damit werden die bestimmt die Herzen der jungen Eltern im Sturm erobern.
    Und unser Bürgermeister, der Ober-Ästhet, der den Anspruch erhebt,
    ein stil- und kulturvolles, durchdesigntes Kulturhaus zu betreiben,
    wird sicher auch bald in einem himmelblauen von den LInken gestrickten Mützchen rumlaufen.
    Und was wird erst Frau Prof. Böhm dazu sagen,
    die für sich auch hohe Maßstäbe an Gestaltung und Design erhebt…???
    Sie sollte direkt im Erdboden versinken.
    Bravo, weiter so.

    M.

  2. Peter Müller

    Wie man auf dem Bild in der MOZ schön sehen kann gibt es noch einen 5. Ausgezeichneten!
    Herzlichen Glückwunsch Herr Bürgermeister!

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