MOZ – eine hinterhältige Frage

Drei Fragen stellte die Märkische Oderzeitung, zwei harmlose Ablenkfragen und schön verpackt in der Mitte die Giftfrage: „Wie stehen Sie zur Zusammenarbeit mit Bürgermeister Rainer Vogel?“

Wir haben Kommunal-, nicht Bürgermeisterwahlen. Der Bürgermeister kann nicht als Kandidat antreten, kann nicht gewählt werden, auch wenn er, recht geschmackslos, auf den Wahlplakaten seiner Partei poussiert. Es geht doch bei der Wahl um die Positionen der Parteien, nicht um die Beliebtheitsskala des Bürgermeisters. Wären wir ein absolutistisch regiertes Dorf, mit einem Sonnenkönig an der Spitze würde ich die MOZ-Frage verstehen. Die gewählten Kandidaten würden in dem Fall vor dem Monarchen im Kronrat dienern, da ist die Diener-Fürst to Hintenrein-Ebene entscheidend. Die Beweggründe der MOZ weiter zu analysieren ist müßig, geht zu sehr ins Spekulative.

Schauen wir uns einmal an, was die Kandidaten so von sich gegeben haben. Fangen wir mit Karl-Heinz Ponsel (Unser Woltersdorf) an: „Wichtig ist ein fairer Umgang miteinander“, sagt er und ich frage Sie, beruht die Wahl ihrer Gattin in den Seniorenbeirat auf einen fairen Auswahlprozess? „…vordringliches Ziel ist es, die Finanzen der Gemeinde in geordnetere Bahnen zu lenken.“ Ich frage Sie, Herr Ponsel, was wollen Sie ordnen. Die Gemeinde hat im Finanzhaushalt ein Guthaben von 6 Millionen Euro. Wir sind eine wohlhabende Gemeinde, dank dieser Gemeindevertretung. „Dass dem Bürgermeister verboten wurde, im Mitteilungsblatt der Gemeinde seine Sicht der Dinge vorzutragen darf es zukünftig nicht mehr geben,“. Ich antworte, der Bürgermeister hatte die Möglichkeit, die Sie vermissen, nur er hat sie laufend missbraucht. Verboten wurde ihm nichts! Vogel sollte ein Redaktionsstatut erarbeiten, bis dahin habe er seine Kommentare zu unterlassen. Es lag also an Vogel, ob er wieder im Mitteilungsblatt kommentieren darf oder nicht. Vogel hat nie ein Redaktionsstatut vorgelegt, er hat die Anweisung der Gemeindevertretung missachtet. Nur diese ein Jahr alten Geschichten sind wohl neu für Sie, vielleicht sollten Sie sich, bevor Sie so daneben politisieren, erst einmal die jüngere Geschichte der Gemeindepolitik verinnerlichen.

Jelle oder Jeroen Kuiper. Die letzte Amtszeit als Gemeindevertreter hat er zwischendurch geschmissen, ging auf Reisen nach Südamerika. Dolce Vita ist eben schöner als aktenwälzen. Die Reise ist zu Ende, nun möchte er mal wieder ein bisserl mitspielen: „Eines der wichtigsten Themen ist der Ausbau der Verkehrswege, vor allem auch der Radweg Richtung Erkner.“ Antwort: Da hat Kuiper wirklich den allerältesten Schlapphut aus dem Keller geholt. Vielleicht weil er so lange fort war und nicht mehr mit den neuesten Entwicklungen im Ort vertraut ist. Die Rüdersdorfer Straße (L30) ist Landesstraße, nichts läuft da ohne Land und Kreis. Die Gemeinde kann hier nichts alleine machen.

Reinhard Hildebrandt: Seit er seine Mini-FDP um diverse Parteilose aus Bürgermeisters Umfeld, wie den Führer des Mittelstandsvereins, aufstockte, darf er auch so richtig loslegen und wenn es, möglicherweise, mit einem Ghostwriter geschieht. „Mit dem gewählten Bürgermeister Dr. Vogel soll es eine sachliche, konstruktive Zusammenarbeit geben.“ Frage, geht das? Sie, Herr Hildebrandt waren, bevor Sie sich so nahe an den Bürgermeister klemmten, oft zutiefst erschüttert über die Unmöglichkeit mit dem Bürgermeister konstruktiv zusammenzuarbeiten. Wie sich doch die Zeiten ändern! Und wie das Geld sprudelt, kostet doch Unmengen diese alles erdrückende Wahlwerbung. Hat die FDP im Lotto gewonnen?

Sebastian Meskes. „…sieht die Linke den größten Handlungsbedarf bei der Kinderbetreuung und insbesondere in der Absicherung des Hortbetriebes.“ Antwort: Da mag ich ihn nicht kritisieren, kann ich nur zustimmen. Nur, wie soll ich seine wohlklingenden Worte mit den Taten von Die Linke in Einklang bringen. Es war Die Linke, die stets gegen die Kita am Rathaus mauerte, sich an die unselige Idee einer 25 köpfigen U3-Kinder-Kita in der Weinbergstraße klammerte. Bei Die Linke fehlt mir noch eine Erklärung zur Krokodilsbucht, zu Springeberg, zum Wäldchen am Krähenwinkel, zum Bauersee, zum Straßenbau Desaster in der Körnerstraße, zum seltsamen Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstücks in der Körnerstraße vom Bürgermeister an seine Frau. Überall hier spielte Die Linke eifrig des Bürgermeisters Spiel. Da fehlt Vertrauen, Gutjahr hat es bedenkenlos vernichtet. Bauen Sie es wieder auf, Herr Meskes. Dann würden wir uns alle über eine Linke, mit der ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten möglich ist, freuen. Shalom!

Die restlichen Kandidaten kommen auch noch dran, nur nicht mehr heute.