Mit dem Traktor von Österreich nach Berlin

Seltener Besuch auf dem Campingplatz am Flakensee.
Mit dem Traktor von Poysdorf nach Berlin

Seltener Besuch auf dem Campingplatz am Flakensee. Fünf Traktoren mit angehängten Wohnwagen begehrten Einlass. Die Kolonne schlug ihr Quartier am Ende des Platzes auf. Wir besuchten die Reisegruppe, um zu hören was sie bewegt, sich mit so geringem Tempo durch Europa zu bewegen.

Es handelt sich um den Oldtimerclub aus Poysdorf in Österreich. Jedes Jahr unternehmen die rüstigen Senioren eine längere Tour mit ihren Traktoren. In ihrer Heimat in Poysdorf (link siehe am Ende) bietet der Verein auch Traktorwandern an. Da geht es mit atemberaubenden 20 km/h gut drei Stunden durch die dortigen Weinberge.

Der Reiseleiter der Gruppe Manfred Parisch war gerne bereit uns einiges über sein Team zu erzählen. Sie sind auf dem Campingplatz am Flakensee gekommen, weil sie ihn in dem Katalog ausgewählter Campingplätze: Camping Brandenburg und Berlin fanden. Da hat der Katalog ja eine ganz schöne Reichweite. Bei der Gelegenheit, schauen wir uns doch einmal auf dem „Campingplatz am Flakensee“ um.

Manfred Parisch skizzierte den Zweck dieser Fahrt. Sie kommen aus einem Weinviertel im Osten von Österreich, auf der Karte leicht zu finden auf der Tangente Wien – Brünn. Verschmitzt ergänzte er, dass sie heute der Mittelpunkt von Europa wären. Hier werden werden zu 80 Prozent Grüner Veltliner angebaut. Die restlichen 20 Prozent sind Sektgrundweine für den Poysdorfer Champagner. Den nennen sie so, weil Poysdorf auf demselben Breitengrad liegt, wie die Champagne.

Manfred Parisch erzählte, dass sie sich immer eine größere Stadt als aussuchen, um dort für ihr Produkt -Wein- zu werben. Dieses Jahr viel die Wahl auf Berlin. Einmal, weil Berlin selber Wein herstellt und auch, weil in der Stadt viele Freunde von ihnen leben. Mit der österreichische Botschaft wurde ein Heurigenabend organisiert. Heute Abend wird in der Botschaft der Wein gekostet. Warum in der Botschaft? Der Botschaftsrat ist in Poysdorf zur Schule gegangen und stammt aus dem Weinviertel. Er hat die ganze Veranstaltung organisiert. Zu der Botschaft fahren wir natürlich mit den Traktoren.

Morgen gehe es dann mit den Traktoren zum Brandenburger Tor und übermorgen geht weiter Richtung Stockholm.Sie sind schon seit vier Tagen unterwegs, insgesamt fünf Wochen sind für die Fahrt geplant.

Manfred Parisch erzählte, dass sie einmal von Wien bis nach St. Petersburg mit ihren Traktoren gefahren seien. Dahinter steckte ein historischer Grund. Zar Alexander I nahm seine Reiseroute zum Wiener Kongress von St. Petersburg über den Ort Poysdorf nach Wien. In Poysdorf machte er Station. Der Wein, der ihm dort serviert wurde, schmeckte ihm so gut, dass die Poysdorfer fast 10 Jahre lang den Zarenhof mit Wein belieferten.

Dann erzählte Manfred Parisch von den eigentlichen Stars, von den vier Steyr 80 A Traktoren, die auch nach ihren PS-Zahl als 15er oder 18er bezeichnet werden. Einen Ferguson gibt es auch. Der älteste Traktor, auch ein Steyr, der mit dabei ist, wurde 1948 gebaut. Keinem der Traktoren war anzusehen, wie betagt sie waren. Da steckt viel Liebe und Pflege drin.