Meinungsbildung à la MOZ

Landespressegesetz Paragraf 3 – Öffentliche Aufgabe der Presse: Die Presse erfüllt eine öffentliche Aufgabe, wenn sie in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt.

Wir in Woltersdorf können uns glücklich schätzen, unsere örtliche Zeitung, die MOZ beteiligt sich auf ihre Weise an der Meinungsbildung. Zwar nicht so, wie es sich die Väter des Grundgesetzes möglicherweise dachten, aber sie ist eifrig damit beschäftigt, Meinung zu bilden.

Ich habe hier auf diesem Blog bereits einige wunderschöne Beispiele angeführt, wie die MOZ Meinung bildet. Heute bekam ich ein weiteres gelungenes Exponat MOZischer Meinungsbildung auf den Tisch.

Da bringt ein Redakteur, wer anders, als Joachim Eggers, am 3. April in einem Artikel „Seniorenwoche schon vorbereitet“ den Ärger von Frau Taubert über nicht bewilligte Sitzungsgelder zum Ausdruck. Dass der Seniorenbeirat bereits vom Land und vom Kreis gesponsert wird, die Mensa der Schule kostenlos erhielt, kostenlos die Infrastruktur des Rathauses nutzen darf, kein Wort darüber. Dass der Beirat im Laufe der Zeit höchst unbillige Geldforderungen in stets anderer Höhe stellte und sich weigerte eine Kostenaufstellung an die Abgeordneten zu reichen, kein Wort ist das der MOZ wert. Nur die Klage des Seniorenbeirats wird veröffentlicht. Das Für und Wider wird weggelassen. So funktioniert Meinungsbildung. Es bleibt einzig der Eindruck, der arme Seniorenbeirat, was muss er bei dieser Gemeindevertretung leiden.

Der Artikel bekommt am 4. April einen Kommentar von Max. Zitat MOZ: „Woltersdorfer Seniorenbeirat als eh. langjähriger woltersdorfer bürger vor und nach der wende,wünsche ich dem beirat viel krraft um die interessen der senioren gegenüber der politik zu vertreten.jeder weis aber auch das der seniorenbeirat normalerweise nur ein beirat,also minister ohne geschäftsbereich ist/papiertiger.dem dürfen die senioren nicht stattgeben und sich immer nur als stimmenvieh ausnutzen lassen.werte senioren :sie sind eine grosse politische kraft,nutzen sie ihre macht!!!! merke:gemeinsam sind wir stark.“

Das war’s. Nein das war’s nicht, es gab noch einen zweiten Kommentar, der scheinbar nicht die richtigen Worte fand. Er wurde gelöscht! Passte er nicht ins MOZische Weltbild? Hier ist der mir zugesandte, bei der Märkischen Oderzeitung gelöschte, Kommentar: Senioren Papiertiger. Der hiesige Papiertiger ist eher der Bettvorleger eines großen grünen Vogels, dass verfehlte Kunstwerk eines der gerne Künstler sein möchte, aber nie sein wird. Das Federvieh hat sich den papiernen Tiger zurechtgeschnitten, nachgeschliffen, unbrauchbare Organe durch passende ersetzt, bis alles im gleichen Takt atmet. Was kann der Besucher eines solchen Gemeindezoos erwarten? Nichts, der zahnlose Seniorentiger aus billigem Packpapier geschnitten, ist voll auf die Gnade des grünschillernden Vogels angewiesen. Tiger, wie Senioren, die unentwegt nach Futter schreien, sind völlig vom Fütternden abhängig. Nur Unabhängigkeit vom Futter sichert eine qualitative Arbeit eines Seniorenbeirats, siehe als Beispiel – Erkner.

Diese andere Meinung wollte die MOZ nicht veröffentlichen, hat sie schnell gelöscht. Auch das ist Meinungsbildung. Meiner Meinung nach, anders als es sich die Leser wünschen.

Wer möchte, kann den mir zugesandten Screenshot per Email bekommen.

  1. Bernd

    Ein bißerl goolen und ich war bass erstaunt, wie oft doch von Lesern über die Meinungsbildung der MOZ-Redakteure berichtet wird.

  2. Karin Heit

    Manchem Blatt gelingt der Perspektivwechsel, weg von der Sicht der Mächtigen und Institutionen, hin zur Alltags- und Erfahrungswelt nicht. Ein Grund für das langsame Sterben der Regionalblätter.

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