Luxus Wartehäuschen in Woltersdorf

Woltersdorf Wartehäuschen

Wartehäuschen
Ernst-Thälmann-Platz


Die Gemeindeverwaltung hatte wohl eine Idee und scheute, wie deutlich zu sehen ist, keine Kosten bei der Umsetzung der bürgerfreundlichen Initiative. Damit das Warten auf die Straßenbahn, den morgigen Tag oder den neuen Bürgermeister, nicht zu anstrengend wird, wurde das Wartehäuschen am Thälmannplatz aufwendig saniert. Na dann, nehmen Sie Platz zum Probesitzen.

  1. Auahenne

    Ja, deutsche Sprache, schwere Sprache. Besonders wenn sie anders gemeint ist, als gesagt.
    Siehe unsere Politiker, die immer doppelzüngig sprechen. Sei es, dass der „Lauscher an der Wand“ eine Übersetzung in den nichtdeutschsprachigen Raum, den Sinn nicht verstehen darf oder die Völker manipuliert, ausgebeutet, versklavt, reduziert werden sollen.
    Diese Versprecher kann man dann so oder so verstehen. Und ist besonders schwierig, wenn man sie nur noch liest, wie „Mister Spock“ von der TV-Serie „Enterprise“.

    Wir leben, beginnend seit den 30er Jahren in einem Zeitalter, wo es „dank“ der Technik immer leichter wird, den Menschen Illusionen zu vermitteln, um sie zu beeinflussen, sie gefügig machen zu können.
    Wo früher die Künstler mit außergewöhnlichen Darbietungen die Zuhörermassen in Massenschwingungen und Begeisterung versetzen konnten, großartige Schauspieler das Publikum zum Lachen, Weinen, in Spannung oder Abscheu versetzte, die Politiker noch mit eindrucksvollen Reden zum Handeln überzeugten, kann heutzutage schon Text, Drehbuch, Filmausschnitte, Fotos, Animationsgraphik, etc. den Menschen in Geist und Seele stark berühren, seine Gefühle und Gedanken derart manipulieren, dass er wie ein jüngeres Vorschulkind nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden kann. Ihm wird durch diese „hohe Kunst“ der perfekten Medien-Manipulation der 6. Sinn planmäßig und regelrecht abtrainiert, degeneriert, weggezüchtet.
    Der 6. Sinn ist der Sinn, der für das S p ü r e n von Disharmonien, Unstimmigkeiten, Un-Logik, Heuchelei, Lügen, Täuschung, drohende Gefahr, Wetterwechsel, aber auch Situationskomik, etc. verantwortlich ist. Der den Urmenschen mal das Überleben sicherte; zu Zeiten, als sie noch die „internationale“ Mimik, Gestik, Körpersprache und unterschiedliche Frequenz der Laute verstanden, weil sie einen beschränkten Wortschatz hatten. Vielleicht hatten sie ein filigraneres Nervenssystem, vielleicht aufgrund eines besseren Stoffwechsels.
    (Vom verlorenen 7. – dem Ahnungssinn unser Urahnen-Intelligenz – bspw. der Druiden, Schamanen, Träumern und Wahrsagern will ich hier gar nicht sprechen, weil es sowieso schwer verständlich ist.)

    Aber mal einige Beispiele zum besseren Verständnis des Mangels oder Fehlens eines 6. Sinnes :
    Erinnern Sie sich noch an die TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ ? Und darin auch an den „Mr. Spock, einem Halb-Vulkanier“ ? Diese Rolle hatte „die Aufgabe, das menschliche Verhalten zu hinterfragen. Als sog. Halb-Vulkanier, deren Gesellschaft rein auf Logik beruht und ihre Gefühle unterdrückt, reagiert er – trotz seines gelegentlich durchschimmernden menschlichen Erbes – stets logisch und besonnen.“ (lt. Wikip.) Der konnte nichts verstehen, wenn seine menschlichen Raumschiff-Arbeitskollegen mal hinter seinem Rücken spaßige Anspielungen machten, in Metaphern, Gleichnissen, Bildnissen oder mal doppelzüngig sprachen. Er verstand nicht, warum sie bei einem Witz lachten, sich einen Spaß machten, sich ärgerten, freuten, ängstigten, auch mal trauerten oder sich verliebten, ohne sich gleich fortpflanzen zu wollen. Also nach seinem Verständnis der Mensch unlogisch redete oder handelte. Ihm fehlte der 6. menschliche Sinn.
    Ich frage Sie mal: Sehen und „s p ü r e n“ Sie noch den Unterschied zwischen einem perfekt handgezeichneten Zeichentrickfilm und einer Animation mit Computergraphik ? Oder: Können Sie sich an die Lichtverhältnisse und Farbspiele von Himmel, Strand, Meer, Schnee, Felder, Wiesen Wälder ihrer letzten Urlaubsreise bildlich oder g e f ü h l s mäßig erinnern ? Könnten Sie das vor Ort so perfekt abmalen, als sei es fotografiert worden ? Oder malen Sie das Kunstwerk aus dem Gedächtnis dass der Betrachter noch s p ü r t , was sie so nachhaltig e m p f u n d e n haben ? Oder was Sie mit einigen Überlegungen und geschulter Maltechnik bei Ihrem künstlichen Werk zum Ausdruck bringen wollen ?

    Auch Jesus sprach in Gleichnissen zu seinem besetzten, unterdrücktem, belauschten Volk. So steht ’s auch in der Bibel: »Wenn einer Ohren hat, so höre er.« (Off. 13,9) Unsere Sprache ist da viel genauer, wir verstehen nicht nur „hören“, sondern wissen, dass er das aufmerksame „hin-hören“ bzw. „zu-hören“ gemeint hatte. Das Gleiche können wir auch zum „Sehen“ sagen: Wer Augen hat und Sehen kann, der sehe (h i n, betrachte, beobachte, vergleiche, erkenne).

    Und so wären wir wieder beim Ausgangsthema. Ich setzte oben einen Link, um zu zeigen, wie das mit dem graphischen Gestalten oder auch Fälschen von Fotos schon für Laien machbar ist. Aber nicht nur für Hobby-Künstler. Die professionellen Künstler einer ganzen Berufsbranche müssen mit dem graphischen Gestalten ihren Lebensunterhalt verdienen. Eigentlich ein harter Überlebenskampf, denn „dank“ der technischen Möglichkeiten, (moderne PC und teure Graphikprogramme) können und werden immer mehr Erwerbslose diese moderne Verdienstmöglichkeit daheim anstreben, denn die manuelle Arbeit ist ja wegrationalisiert, durch moderne Technik automatisiert worden und der EU-Absatzmarkt gesättigt. Hinzu kommt noch die allgemeine Senkung der Kaufkraft durch Senkung des Einkommens und der Renten bei gleichzeitiger Steigerung der lebensnotwendigen Verbrauchskosten.
    Dennoch sollte der Profi bei allem Verständnis seines Könnens oder der erlernten Produktion von Künstlichkeit nicht die ethisch und moralische Grenze der Geschmacklosigkeit überschreiten, um beim Betrachter negative Gefühle künstlich zu erzeugen, mit betrügerischen Provokationen auch noch Geld zu verdienen, hitzige Völker in einen Aufruhr oder gar Krieg zu stürzen oder als Profi-Fälscher zum Gesetzesbrecher werden.

    Wir sollten aber noch zwischen Kunst, Spaß und Ernst unterscheiden können und auch, ob Einer ein historisches Warthehäuschen oder eine Straßenbahn am PC v i r t u e l l gestaltete (also sprichwörtlich “nicht päpstlicher als der Papst” sein wollen) – oder ob Einer der Presse mit billiger Fotomontage ein schlafendes Kind als angespülte Kinderleiche in Großformat präsentiert (weil er kein reales Foto eines tatsächlichen Ereignisses hatte) oder noch schlimmer, wenn Einer im Internet das virtuelle Köpfen von Geiseln „live“ vorführt, wo sich jeder Profi-Graphiker bzw. Kriminalist fragt, wo denn die Blutspritzer an Schwert, Henkers- und Opferkleidung, und auf dem Wüstensand geblieben sind. Und warum das dargestellte Opfer nicht schon vor lauter Angst vorher zusammensackt oder spätestens nachdem der Kopf rollte ? Weil es entweder eine maskierte Puppe oder eine Animationsgraphik für ein neues „Kriegsspiel“ war. Ich bin ja keine Profigraphikerin, wenn ich mal eine Glückwunschkarte oder Karrikatur gestalte, habe früher „nur“ gern ein wenig gemalt, aber ich s p ü r e mit meinem 6. Sinn noch, wenn irgend etwas nicht stimmig ist und dann sehe ich, wenn es mich mehr berührt und mir keine Ruhe lässt, mal etwas genauer h i n , lieber Herr Schilda-Maler. Tja, und manchmal kommt einem erst nach Jahren die Erleuchtung. Dann muss der Profi sehr lange und gründlich an seiner Verfälschung gearbeitet haben oder schon sehr professionell gewesen sein. ;-).

  2. Auahenne

    Also, nichts gegen gelegentliche Tippfehler (so etwas kommt schon mal vor) oder beabsichtigte Wortspielchen gesagt, aber wenn ich mir Ihre Rechtschreibung so ansehe, dann verschlägt es mir doch glatt die deutsche Sprache. Drei themenverfehlte Sätze und gleich drei Rechtschreibfehler. – Tzzz. Wo sind Sie nur zur Schule gegangen ? Glauben Sie mir, für eine Weiterbildung kann es nicht zu spät sein. 😉

    1. Woltersdorf, das neue Schilda

      Was Sie aber immer noch nicht verraten haben ist, welches Bild Sie meinen. Hat Sie der – ohnehin nur am PC und mit Nickname vorhandene Mut verlassen?

  3. Auahenne

    Lieber koppschüttelnder User „Blubbermaxe“, danke für den Tipp zu den augenöffnenden, alternativen Informationsquellen. Ich bin dort täglich eine wissbegierige, lernfähige Ähren Leeserin und kann mir aufgrund der Vielseitigkeit von Wissensnahrung, gepaart mit reichlich Berufs- und Lebenserfahrungen auch ein eigenes, weltanschauliches Weltbild formen.
    Auch den Unterschied zwischen Agitation und Medienpropaganda in Worten sowie die dazugehörigen Fotomontagen und Photoshop-Graphiken als Machtmittel einerseits, zum komplizierten realen Weltgeschehen andererseits, erkennen meine feinen 7 Sinne genau.

    Hingegen ist diese hier oben abgebildete anregende Graphik einer erhaltenswerten, realen Nostalgie-Wartehalle eine anschauliche Spielerei, um mal wieder den Bogen zum Ausgangsthema dieses Threads zu zeichnen. Und ja, ich halte dieses Wartehäuschen durchaus für erhaltenswert. Es sollte uns als denkmalgeschütztes Wahrzeichen gegen alles Schnelllebige, Vergessliche, Kulturlose der “modernen” Zeit mit seiner Achtlosigkeit, seinen Lieblosigkeiten, seinem galoppierendem Werteverfall mahnen. Die kleine (nicht rote) himmelblaue Couch sollte wohl auch zur besinnlichen Rast einladen. – Wie tiefsinnig das Ganze, wenn man mal seinen Kopp nicht nur zur Nahrungsaufnahme und voreiligem Blubbern gebraucht, gelle Maxe ?

    1. Woltersdorf, das neue Schilda

      Die Henne mit dem Aua sagt viel und doch wieder nix. Welches Bild hat Sie den nun gemeint?

      Glaubt die Henne mit dem Aua eigentlich auch an Chemtrails und das man Krebs mit Lindenblütentee besiegen kann (s. Kopp Verlag) ?

  4. G. Eggers

    Ein schönes Wartehäuschen- sehr gelungen !

    Es könnte als Vorbild dienen für weitere Projekte.

  5. Martin Gensert

    Dieses tolle Sofa steht schon seit einigen Wochen dort und ich habe selbst schon darauf gesessen
    Eigentlich eine gute Idee, hat schon sowas wie Kultstatus auch wenn es schon etwas versifft ist.

  6. Auahenne

    Ach ja, was die Medien heutzutage alles mit „Fotoshop“ schon machen können. Sie werden bald auch noch ein Profi, Herr Wohlers. Gute Anleitung findet man ja sogar schon im Internetz. Soviel Fotofakes im Akkord können die guten Grafiker gar nicht mehr schaffen, wie es die Lügenpresse jetzt zur Volksbeeinflussung braucht.
    Sieht auch bei Ihnen ja alles fast echt aus. Nur Profis, wie Frau Reante Blaes kennen noch den Unterschied. (*zwinker, zwinker*)
    Apropos, habe gerade wieder mal bei Tonnline ein Fotofake gesehen, dass einem fast das Herz bluten ließe, würde es echt sein. (Schließlich denkt man doch dabei gleich assoziativ an die eigenen Kinder oder Enkel.) Dennoch, wenn man mal auf die klitzekleinen Grafik-Fehlerchen bei den Übergängen der Ränder, sowie die Licht- und Schattenverhältnisse zwischen Hinter- und Vordergrund bei genauerer Betrachtung achten würde, dann könnte man den feinen Unterschied zwischen Suggestion und Realität erkennen.

    Wie so ein reizvolles Fotofake mit zwei Urlaubsfotos geht, siehe mal unter:
    https://www.youtube.com/watch?v=PbeU9IdmMBE

    1. Bernds-Journal

      Liebe Auahenne,
      die Fehler sind schon OK. Das Bild ist husch, husch entstanden. Keine riesige Vergrößerung, kein zeitraubendes Pinseln. War einfach nur ein Gag. Mich hat einzig das Chaiselongue fasziniert. Ich werde nie Grafikprofi, keine Zeit dafür; allein Schreiben ist schon ein Full-Time Job. Für gute Grafik ist Angelika zuständig.

      Die Art der Freistellung in dem Video ist viel zu langwierig. Google mal unter Chroma Key 🙂

    2. Blubbermaxe

      @Auahenne

      Jaja, die bösen Medien, die „Lügenpresse“, die „da oben“machen doch eh was SIE wollen“. Da gibt es eine tolle Seite, wo du dich mit anderen Leuten deiner Weltsicht austauschen kannst. Google einfach mal nach „Kopp Verlag“.

      „Apropos, habe gerade wieder mal bei Tonnline ein Fotofake gesehen, dass einem fast das Herz bluten ließe, würde es echt sein. (Schließlich denkt man doch dabei gleich assoziativ an die eigenen Kinder oder Enkel.) Dennoch, wenn man mal auf die klitzekleinen Grafik-Fehlerchen bei den Übergängen der Ränder, sowie die Licht- und Schattenverhältnisse zwischen Hinter- und Vordergrund bei genauerer Betrachtung achten würde, dann könnte man den feinen Unterschied zwischen Suggestion und Realität erkennen.“

      Welches Foto ist damit gemeint? Wenn es das Foto des toten Flüchtlingsjungen sein sollte, dann halte ich die Ausführungen für mehr als nur geschmacklos.

      kopfschütelnde Grüße

      Blubbermaxe

  7. Blubbermaxe

    Ist das Kunst oder kann das weg?

    Aber mal ernsthaft – die alten Wartehäuschen sind ein Schandfleck. Abreißen wird wohl die beste Alternative sein.

    1. Thorsten

      Das ist ein Stück Zeitgeschichte ! Niemal ist das eine Option ! Die sollten natürlich unter allen Umständen erhalten bleiben !

    1. Bernds Journal

      Liebe Renate,
      nur ein bißerl, mit Gimp. Es sollte grell und unwirklich wirken. Das Sofa steht wirklich da. Da hat ein lieber Zeitgenosse seine Probleme auf Kosten der Allgemeinheit gelöst.
      Herzlichste Grüße an Dich, den Ammersee und Dank für die vielen schönen Bilder, die Du immer wieder veröffentlichst.
      Angelika und Bernd

    2. Kerstin Fendert

      Ich fahre jeden Tag dran vorbei, ist doch ne schöne Idee für die Patienten die da in dem Häuschen in Tagelpflege sind 🙂

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