Landrat Zalenga beantwortete den offenen Brief aus der Schleusenstraße

Meine Meinung:

Die Anwohner der Schleusenstraße wandten sich in einem offenen Brief an Landrat Zalenga und siehe da, die Anwohner bekamen am 12. September Antwort, keine Selbstverständlichkeit bei einigen Gemeinden unseres Landkreises. Herr Zalenga hat, schreibt er, die Geschäftsführung der Straßenbahn aufgefordert, die im offenen Brief aufgestellten Behauptungen sachlich richtigzustellen, der Rest ist ihm befremdlich.

Frau Viktor, Geschäftsführerin der Woltersdorfer Straßenbahn, verstand den Auftrag, machte sich an die Arbeit. Über eine Rechtsanwältin ließ Frau Viktor die Unterzeichner des offenen Briefes auf viele dort aufgeführte Punkte abmahnen. In den Augen von Frau Viktor war das wohl eine sachliche Art Dinge richtigzustellen.

Landrat Zalenga schreibt, dass das Vorhaben, wie Schienenwechsel und Straßenbau, breit in der Gemeinde diskutiert wurde, deshalb sind ihm die im offenen Brief aufgestellten Behauptungen befremdlich.
Richtig ist, das Vorhaben wurde breit diskutiert, erstmals in einer Bürgerversammlung als Rainer Vogel noch Bürgermeister war. Es wurde ein Plan vorgestellt, der als alternativlos (bei Merkel gelernt) vorgestellt wurde. Dann kamen unsere Gemeindevertreter, die sich unter den Teilnehmern befanden. Diese trugen stets, wie eine Schallplatte, ihre sattsam bekannten Argumente aus den Bauausschüssen vor. Wenige, sehr wenige Anwohner kamen zu Wort, dabei sollte es eine Anwohnerversammlung sein. Eine wichtige Person fehlte, Frau Viktor von der Straßenbahn, wollte wohl nicht zum Volke sprechen.

Gerade habe ich die Bauausschüsse erwähnt, bleiben wir kurz bei dem demokratischen Ausschuss. Richtig, da wurde über über viele Monate der Schienenwechsel und die Straßensanierung kontrovers diskutiert. Nur eine, die manche Fragen beantworten könnte, hat sich rargemacht, Frau Viktor von der Straßenbahn kam nicht, obwohl sie immer eingeladen wurde. Auch Anwohner der Schleusenstraße waren meist dabei, schweigend, da sie den Mund geschlossen halten mussten.

Wie geht es denn zu in so einem Bauausschuss. Da sitzen an die 15 Personen um ein ellenlanges Karree aus Tischen. Auf den Tischen stehen einige Mikrofone, das war’s. Die Plebs hockt an den beiden Längswänden auf engstem Raum gequetscht, durften beidseitig auf die Rücken ihrer Volksvertreter starren. Die Rede der Abgeordneten geht in die Mitte des Raums, wo nichts ist. Den in ihren Rücken hockenden Einwohnern wehen letzte Sprachfetzen, quasi Querschläger, um die Ohren. Funktioniert die Mikrofonanlage geht es halbwegs, nur in die Hand nehmen will nicht jeder Gewählte so ein gefährliches Ding. Dann reden oder flüstern unsere Vertreter über Dinge, die in den vor ihnen liegenden Unterlagen stehen. Was da steht, davon hat kein Besucher einen Schimmer, aufgeklärt wird er auch nicht. Wie oft kommt es vor das es heißt, wir reden über dies und das welches auf Seite Dingsbums steht oder wir reden über die ihnen vorliegende Tischvorlage. Nie wird ein Besucher erfahren, was da über was diskutiert wird, was da auf Seite Dingsbums steht.

Weht durch den Ausschuss mal ein demokratisches Lüftlein, dann bekommt ein Anwohner Rederecht, oft im Voraus mit der Mahnung sich kurz zu fassen. Geht’s um die Schleusenstraße versucht meist Herr Pflanz für die Anwohner zu sprechen. Nur worüber soll er sprechen, er bekommt ja auch keine Unterlagen, sitzt auch im Rücken derer die von ihm wegreden, ihm den Rücken zukehren, muss erleben, wie über Punkte diskutiert wird, die nicht genannt werden, weil sie ja in den Akten stehen. Worüber soll er also sprechen und wenn soll er fragen, der Stuhl, der für Frau Viktor reserviert ist, steht leer und nutzlos im Raum herum.

Im Großen und Ganzen glaube ich, die Zusammenkunft eines Ausschusses richtig und vollständig beschrieben zu haben. Das Gesagte gilt für alle Ausschüsse, es ist ein Drama für Menschen, die an ein demokratisches Gemeinwesen glauben.

Herr Zalengas Glaube an eine breite Diskussion ist ein Irrglaube, ein Irrglaube eines der dem Volk nicht mehr aufs Maul schaut, der sich auf das Geplapper seiner Bürgermeister und seines politischen Umfelds verlässt. Herr Zalengas System ist reformbedürftig, es ist Zeit für den Wechsel.

Wir bekamen nach der Bürgermeisterwahl eine Bürgermeisterin und auch die setzte eine Anwohnerversammlung im Rathaus an. Darüber finden Sie hier auf dem Blog eine ausführliche Darstellung. Viel brauche ich deshalb zu ihrer Anwohnerversammlung nicht sagen.
Frau Bürgermeisterin eröffnete den Abend und verlor sich dann selbstverliebt in ihrer Nichtenden wollenden Einführung. Nach weit über dreißig Minuten endete sie unverhofft doch noch und fragte: Hat noch jemand eine Frage. Na ja, es ging dann doch noch weiter. Es folgte der Planer, dann durfte Frau Hoffmann. Askell Kutzke gelang es aus der Menge heraus einige hastige Worte loszuwerden. Ganz zum Schluss, die Veranstaltung neigte sich einem schläfrigen Ende zu, da durften die Anwohner, Herr Pflanz, etwas loswerden, aber bitte nur kurz, wir wollen doch alle pünktlich nach Hause kommen.

Ach ja, auch bei dieser, die Anwohner degradierenden, Veranstaltung blieb der Stuhl von Frau Viktor leer. Die Majestät der Woltersdorfer Straßenbahn glänzte wie meistens durch nicht dabei sein.

Nein Herr Zalenga, von einer sehr breiten Diskussion waren wir Lichtjahre entfernt. Steigen Sie doch einmal herab aus ihrem Beeskower Elfenbeinturm, besuchen Sie Gemeindevertreterversammlungen in ihrem Landkreis. Schauen Sie sich an wie Ihre Landkreiskinder ganz demokratisch von vielen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen verarscht werden. Kommen Sie dann zurück nach Beeskow, dann werden Sie vielleicht verstehen, warum immer mehr Bürger Parteien wählen, die Ihnen und anderen, dem Volk entrückten Landesvätern bestimmt genau so quer im Magen liegen wie mir.