Krokodilsbucht, nun soll das Werk gelingen

KrokodilsbuchtIn Woltersdorf beginnt die Fischsaison 2015. Einen besonders großen Fischzug bereitet gerade die Klientel-Fraktion „Unser Woltersdorf“ in der Krokodilsbucht zum Nutzen einiger Fans ihres Freundeskreises vor. Zu der Klientel von „Unser Woltersdorf“ gehört, so sehe ich es, der Bürgermeister. Dem haben sie den unerlaubten Zugriff auf ein Grundstück in der Körnerstraße nachträglich abgesegnet. Dadurch bleibt dieser Rechtsbruch für immer ungesühnt, den Schaden und Spot trägt die Gemeinde mit Würde. Dann ist da noch der Seniorenbeirat, dem redet „Unser Woltersdorf“ besonders in Gestalt von Karl-Heinz Ponsel kräftig das Wort, ganz heftig, wenn’s um Geld geht. Steuergeld, auf das der Seniorenverein seit Jahren gierig linst. Karl-Heinz Ponsel kämpft an dieser Front auch für sein Eheweib, das im Seniorenbeirat für die Gemeindekohle ficht. Ach ja, Frau Schenkel ebenfalls im Seniorenbeirat und Krokodilsbuchtlerin. Alles trifft sich um Ponsel.

Jetzt hat Karl-Heinz Ponsel wieder die Angel ausgeworfen, er fischt, so scheint es mir, für das Wohl der Schwarzhäuslebauer an der Krokodilsbucht. Einige von denen bekamen eine Abrissverfügung des Landkreises für ihre Schwarzbauten. So auch Olaf Schenkel, der in letzter Zeit immer öfters zusammen mit Karl-Heinz Ponsel zu sehen war. Einträchtig bauten die Beiden ein Bänkchen am Friedhof und reparierten ein Treppchen in der Rosenbergstraße. Geschenkt an die Gemeinde, wieso frage ich mich, wieso jetzt? Da gibt’s ja den alten Spruch, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Freunde brauchen die Schwarzbauer an der Krokodilsbucht schon, denn in der Ferne lauern die verdammten Abrissverfügungen und da können noch mehr böse Briefe auf dem Weg sein.

Wer sich genau informieren will und das sollten zumindest unsere Gemeindevertreter, meine Historie Krokodilsbucht gibt vollumfänglich Auskunft. Hier nur ein Abriss. In grauer DDR Zeit bauten einige Herrschaften im Landschaftsschutzgebiet ihre Häuser. Den DDR-Oberen störte es nicht, die verteilten die Grundstücke für lau an passende Zeitgenossen.

Zwischenfrage, wer hatte in der DDR das Glück ein Grundstück an einem See bekommen? Jeder Arbeiter und Bauer? Die Frage müssten die Älteren wie aus der Pistole geschossen beantworten können. Mir sind die, die keins bekamen deutlich lieber.

Dann war’s soweit, wir hatten von einem Tag auf den Nächsten ein einig Vaterland und ein Recht für alle. Urplötzlich wurde es wichtig, für deutsche Häuslebauer eine Baugenehmigung vorzeigen zu können. Die Häuslebauer in der Krokodilsbucht, die ich befragte, konnten es nicht, irgendwo unauffindbar verlegt. Im Archiv der Gemeinde und des Landkreises wurden auch keine Genehmigungen gefunden. Nach geltendem Recht sind Häuser ohne Baugenehmigung Schwarzbauten und müssen abgerissen werden, insbesondere, wenn sie in einem Landschaftsschutzgebiet hochgezogen wurden.

Werden diese Schwarzbauten nachträglich legalisiert, schießt der Wert der einst für lau erhaltenen Grundstücke in ungeahnte Höhen. Die Schwarzbauer würden nachträglich für den Gesetzesbruch belohnt. Das Landschaftsschutzgebiet wäre dann für immer, mit dem Segen der Gemeindevertreter, vernichtet. Und das Schlimmste wäre die laute Botschaft, Leute seht her: Unrecht tun lohnt sich, zumindest in Woltersdorf, nur der dumme August befolgt Gesetze und bleibt arm.

Karl-Heinz Ponsel von „Unser Woltersdorf“ möchte einen „Städtebaulichen Vertrag“ dessen Ziel es ist, zumindest den jetzigen Häuslebauern Rechtssicherheit zu geben. Auf gut Deutsch, die Schwarzbauten sollen in dem Verfahren nachträglich genehmigt werden. Dabei geht natürlich auch das Landschaftsschutzgebiet den Bach runter. Angenehmer Nebeneffekt, die Betroffenen werden dann aus dem einstigen Rechtsbruch ziemlich wohlhabend davontraben.

Karl-Heinz Ponsel trägt insbesondere vor:

Zitat: Punkt 1. „Der Beschlussvorschlag zur Vorbereitung eines Städtebaulichen Vertrages bzw. einer Vereinbarung berücksichtigt die in der 32. ordentlichen Sitzung des Bauausschusses vom 21.01.2014 vorgetragenen grundsätzlichen Bedenken und führt somit das damals unterbrochene Verfahren fort.“

Das, Karl-Heinz Ponsel, ist nicht wahr, ist eine Verdrehung um 360 Grad. In der Sitzung des Bauausschusses am 21. Januar 2014 wurden der Versuch die Schwarzbauten über einen Städtebaulichen Vertrag zu legalisieren abgelehnt. Ein bisschen mehr Nähe an der Wahrheit wäre wohltuend.

Zitat Punkt 7: Die Bauaufsichtsbehörde Beeskow, das Landschaftsplanungsamt sowie die Untere Naturschutzbehörde stehen diesem Anliegen eher positiv gegenüber (bzw. haben sogar die Konkretisierung der Rechtsverhältnisse angeregt; u.a. Schreiben vom 11.12.2013).

Das sehe ich deutlich anders, wenn der Landrat die Legalisierung der Schwarzbauten positiv sehen würde, hätte er dann Abrissverfügungen verschickt. Ich hatte die Gelegenheit an einer Ortsbegehung mit einem Vertreter des Landkreises teilzunehmen, von da kam kein für die Schwarzbauer positives Signal. Welcher Beamte wollte den frechen Rechtsbruch auch positiv bewerten? Ach ja, das von Ponsel erwähnte Schreiben wird jetzt erstmalig erwähnt, bisher wurde es nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eben Woltersdorfer Transparenz.

Da frage ich mich, was ist Karl-Heinz Ponsel? Gemeindevertreter einer Klientel und wenn ja, was bringt es ihm. Oder ist Karl_Heinz Ponsel ein Gemeindevertreter, der das Wohl seiner Gemeinde im Auge hat und nur noch nicht den rechten Weg gefunden hat? Das mag sich jeder Bürger, insbesondere die Wähler von „Unser Woltersdorf“ selber beantworten.

Am Dienstag, den 21. April werden wir im Bauausschuss erleben, welche Gemeindevertreter ihre Klientel bedienen und welche Gemeindevertreter sich für Woltersdorf engagieren.

  1. Dieter

    Habe noch mal im Wahlprogramm von „Unser Woltersdorf“ nachgeschaut. Von einer gewollten Zerstörung von Naturschutzgebieten steht dort nichts. Wenn das hier alles so stimmt, dann wäre das Beschiss am Wähler.

    Wenn es hart auf hart geht, dann gehe ich davon aus, daß unsere Woltersdorfer Naturfreunde das Problem schon richten werden. In der Schleusenstraße haben sie es vor Gericht ja auch geschafft. Dort sollten vor 10 Jahren mehr als 40 Bäume gefällt werden und sie stehen bis heute.

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