iPads für die Grundschule

Im November-Hauptausschuss war ein Punkt die Anschaffung von iPads für den Schulunterricht. Die Miete dafür beträgt monatlich 1.184,99 Euro. Die jährlichen Mehrkosten von 10.207,60 Euro müssen nun überplanmäßig im Haushalt eingestellt werden. Die Deckung dieser Summe wird aus dem Bereich „Bewirtschaftung Grundschule“ erfolgen und damit stehe die Deckung zur Verfügung, so die Bürgermeisterin.

Das war’s, mehr wollte oder konnte die Bürgermeisterin dazu nicht sagen. Natürlich fragt sich jeder, wozu brauchen unsere Kids iPads. Die Dinger sind teuer, sehr teuer und vollgepumpt mit Spielen, die wenigsten davon sind löschbar. Natürlich gibt es auch nützliche Programme, darunter auch Unzählige, mit denen sich etwas lernen lässt.
Das Gleiche trifft auch auf Android-Tablets zu, ebenfalls überfrachtet mit Apps, die niemand will und es gibt für dieses System ebenso viele nützliche Programme, wie bei Apple. Der Unterschied zum iPad ist, Android Minicomputer sind deutlich billiger, für eine vergleichbare Leistung.
Eine andere Frage ist das Geld. Alle Geräte zusammen kosten 1.184 Euro im Monat, im Jahr insgesamt 10.207 Euro aus der Gemeindekasse, aus unseren Steuergeldern. Warum hat die Schule die nicht gekauft? Ich könnte mir vorstellen, der Preis des Pakets läge über 10.000 Euro und der Kauf wäre zuvor durch die Ausschüsse und die Gemeindevertretung gegangen. Bei einer kleinen Miete fällt die Gesamtsumme nicht gleich ins Auge und das Schöne ist, über Summen in der Höhe kann der Hauptausschuss ganz alleine entscheiden und im Hauptausschuss ist unsere Bürgermeisterin die Vorsitzende.

Also habe ich einmal bei der Verwaltung nachgefragt und von unserer neuen Amtsleiterin für Soziales erfahren, die Grundschule mietete 30 I-Pads (3 Klassensätze) Apple iPad 3 16GB 3G und Apple iPad 3 16GB 4G und „der Mietvertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Die Miete der iPads beinhaltet eine Versicherung gegen Diebstahl und Beschädigung. Darüber hinaus können die Geräte unter Berücksichtigung der stetig schnellen Entwicklung auf dem Techniksektor ausgetauscht werden. Bei einem Kauf der iPads müssen die Abschreibungen und zusätzlichen Versicherungskosten berücksichtigt werden.“ So die Amtsleiterin.

Soweit, so gut. So ein iPad 3 4G 16GB kostet hier 599 Euro. Ein gleichwertiges Android-Tablet wäre für ungefähr die Hälfte zu bekommen. Auch da gibt es Programme, in dem Bereich App genannt, wie Sand am Meer. Ganz leise stellt sich da schon die Frage, warum diese exquisiten Luxustablets von Apple?
Ich habe jetzt seit drei Jahren ein recht flottes Android-Tablet, es läuft und läuft. Ich habe es, weil die Augen mit der kleinen Schrift auf dem Handy nicht so recht wollen. So ein Teil ist prima zum Empfang von Emails, schauen bei Facebook, Twitter und Google. Vielleicht noch eine Wetterapp oder wie bei mir ein Tidekalender oder eine App, die die Ortszeit in Sternzeit umrechnet. Das sind aber alles Dinge, die kann auch jedes Handy.

Zitat: „Das Medienkonzept der Grundschule Woltersdorf regelt die Nutzung und den Einsatz von ,,alten“ und ,,neuen“ Medien im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgabenorientiert an die aktuellen Medien herangeführt.
Der Einsatz der ,,neuen Medien“ ist durch die Rahmenpläne des MBJS-Brandenburg verbindlich vorgeschrieben. Die Arbeit mit den neuen Medien soll und muss einen Beitrag zur Entwicklung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler darstellen.“

Das mag alles richtig sein. Eins kann ich aber mit Sicherheit sagen, mit den Tablets werden unsere Kids nie Fähigkeiten erwerben, die ihnen helfen später im Berufsleben mit richtigen Computern klarzukommen. Dazu gehört mehr, als Facebook und Twitter aufrufen und einige Apps starten zu können.

  1. Alte Woltersdorferin

    Vielen „Dank“ für Ihre Schleichwerbung, „Rosetta“. Aber unter gleicher Quelle findet man nicht nur Lobeshymnen, sondern auch kritische Kommentare:

    „Es hat einen Grund, warum die Grundschule so heißt, denn da sollen die Kinder grundlegende Fähigkeiten erlernen. Also so schnöde Dinge wie Lesen, Schreiben, Rechnen ein wenig Heimat- und Sachkunde und nebenbei auch noch diverse sogenannte Soft-Skills wie der soziale Umgang mit anderen und Arbeitstechniken, also z.B. sich Hausaufgaben zu notieren und diese dann auch zu erledigen. Die Programmierung von Microcontrollern mag interessant und spannend sein, aber als „Grundlegende Fähigkeit“ sehe ich sie definitiv nicht an. Das mag ganz nett sein für die möglicherweise 0,001% an kleinen Genies, für den Rest der Schüler ist das jedoch Ballast. …“
    „… Die Sache hat ein „Geschmäckle“, zumal ja flächendeckend Schulen mit den Geräten beglückt werden sollen. Für mich klingt das alles nach einem ausgefuchsten Geschäftsmodell. …“

    Doch ich empfehle, den Kindern an den Schulen viel mehr Physikunterricht zu erteilen. Auch die Lehrer und Eltern hätten da großen Nachholbedarf, wenn sie das Leben schützen, erhalten, vermehren und verlängern wollen. Und beim Thema Nachhilfeunterricht denke ich auch an den pensionierten Lehrer, Herrn Heinz Vogel, der als weiser (WBF) Abgeordneter seine Partei-Genossen hätte besser aufklären können, ehe alle leichtfertig die iPad-Anschaffung für Grundschüler zustimmten. Es sei denn, er wurde nun vom jungen, eifrigen (WBF) Abgeordneten Stefan Grams, der ja in der Computerbranche sein Brot verdient, eines „besseren“ belehrt. Wie anders kann man sich vorstellen, dass im Eilverfahren, ohne Eltern- und Bürgeraufklärung diese iPads für Grundschüler in Computergeschwindigkeit eingeführt wurde ?

    Funkübertragungen mit Hochfrequenzstrom (WLAN, iPads, Handys, schnurlose Telefone, Funkuhren, Mikrowellen …) sind doch gefährlich; besonders für Kinder, Jugendliche im Wachstumsalter, Menschen mit Fortpflanzungswillen, Kranke, Alte, Immungeschwächte, … weil dieser Hochfrequenzstrom im anderen Frequenzschwingungsbereich, als unsere unsere Körperzellen (vom Scheitel bis zur Fußsohle) liegen und die Grundfrequenzfeld der Zellen nun aus dem Rhythmus bringt und während seiner Schwingungen je nach Stärke verändert. Die komplizierte Natur, mal ganz simpel erklärt: Wenn die Zelle immer wieder aus ihrem ureigenen natürlichen Schwingungsrhythmus gebracht wird, verändert sie sich, hat sie Kommunikationsschwierigkeiten in ihren Mitochondrien, wo ihre DNA/DNS unter anderem auch. die Zellteilung regelt, sie wird krank, altert vorzeitig oder stirbt ab.
    Warum das so ist, wird so erklärt: „Es schwingt jede Körperzelle rhythmisch in der Resonanz einer Wechselwirkung der Strahlung aus Kosmos und Umwelt im sogenannten Schwingungsgleichgewicht. Ist dieses Schwingungsgleichgewicht gestört, verlieren die Zellen ihre erforderliche Energiezufuhr. Das nennen wir dann Krankheit.“ … …
    Weiß das keiner der kinderliebenden Abgeordneten oder unsere studierte Bürgermeisterin ?
    Hey, Leute, informiert Euch bitte, ehe Ihr Euren/unseren Kindern ungewollt/unbewusst das junge Leben durch Elektrosmog und Hochfrequenzstrom zerstört.

    Ich wünsche allen Abgeordneten ein klügeres und gesundes Neues Jahr 2017, drum bessert Euch – schlechter kann ’s ja nicht mehr werden – oder ? 🙂

  2. Rosetta

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    Wenn es um Grundkenntnisse in Programmierung und Sensorik geht, könnten auch für die Schule optimierte Microcontroller ein nützliches Werkzeug sein. Im Gegensatz zum Arduino ist die Anzahl der Funktionen und Sensoren übersichtlich, was die Einstiegshürde verringert. Über das grafische Web-Interface wären wohl schon Anwendungen ab der 3. Klasse denkbar.
    https://www.heise.de/make/meldung/Calliope-mini-Mikrocontroller-fuer-die-Grundschule-3361271.html

  3. Rosetta

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    Wir reden hier von den teureren 3G und 4G Modellen? Dann würde mich noch interessieren, ob die Geräte über SIM Karte ins Netz gehen (vielleicht wurden noch 30 Karten-Verträge abgeschlossen?!), wenn WLAN zur Anwendung kommen sollte, dann stellt sich die Frage warum die teure Version gemietet wurde und wenn die Dinger garnicht ins Netz gehen macht das gar keinen Sinn, oder?

  4. Alte Woltersdorferin

    Ich habe bei der übereilten Einführung von iPads an Grundschüler auch so meine Bedenken:
    1.) Müssen diese iPads nicht täglich mit Strom geladen werden ? Würde sich da nicht der Stromverbrauch der Schule erhöhen ? Denn mit einem 10 Watt Ladeadapter braucht das iPad 7-8 Stunden, um sich wieder aufgeladen zu haben.
    10 Watt Ladeadapter x 30 iPads = 300 Watt x 5 Schultage = 1.500 W/Woche.
    Das kleckert sich pro Jahr zusammen. Wer zahlt den erhöhten Stromverbrauch ? Ist das zusätzliche Stromgeld auch schon mit eingeplant worden ?

    2.) Sollen die Grundschüler mit dem iPad nur das Lesen üben und die Fragen mit Anklicken (statt handschriftlich schreiben) beantworten ? Würde dazu nicht ein viel billigeres eBook geeigneter sein ?

    3.) Es ist bekannt, dass Nutzer die virtuellen Tasten bis zu acht Mal kraftvoller anschlagen, als physische. Und das kriegen die nicht allzu kräftigen Finger, Handgelenke und Unterarme zu spüren.
    Und wie hoch wird die Augen-, Hals-, Schulter-, Arm-, Handgelenk- und Wirbelsäulenbelastung sein, wenn die vielen Spiele auf so einem iPad zur Dauerbelastung führen und schon die Grundschüler süchtig macht ? – Hat man das vorher bedacht ? Gibt es darüber schon Langzeitstudien von ca. 30-40 Jahren ?

    Oder wird da so mancher erwachsene Gamer jetzt sagen: Ach lass doch die Kinderchen spielen, die lernen doch eh nix Gescheites mehr heutzutage in der Schule, so haben sie wenigsten ihren Schulspaß und die genervten Lehrer ihre Ruhe ? („Gamer“ übersetzt: Spieler+Gammler)
    Doch was soll ’s, „den Gamer freut’s, hält er doch mit dem Neuen ein iPad in den Händen, welches perfekt auf seine Spielleidenschaft optimiert wurde“, wirbt der Händler. „Der scharfe Bildschirm begeistert auf Anhieb und erschließt für HD-Videos und hochauflösende Spiele eine neue Dimension.“, lese ich im „Testsieger.de“.
    Und weiter: „die 5-Megapixel-Kamera macht gestochen scharfe Fotos.“ Ja, das ist eine Anschaffung von iPads für Grundschüler schon wert. Peinliche Schnappschüsse von seinen Lehrern und Klassenkameraden machen, die der Grundschüler dann zum Jux und Gaudi aller, noch während des Unterrichts ins Internet stellen kann. Für sämtliche Gesetzesverstöße von Persönlichkeitsrechten, Urheberrechten oder dem Recht am Bild kann der kleine Spaßvogel ja eh nicht haftbar gemacht werden. Toll.

    4.) Es hört zwar die lautlos tastenden Kindern keiner und es redet auch kaum eines mehr. So hat es doch den Vorteil für Lehrer und auch nahe der Schule wohnen Anwohner, dass es ruhiger wird in der fehl-konstruierten Echoraum-Klasse und leiser auf dem hässlichen Schulhof.
    Doch sind so ein iPad oder all die anderen eKommunikationsgeräte noch förderlich für die Auslebung des natürlichen Erlebnis- und Bewegungsdranges ?

    5.) Naja, die im „Testsieger.de“ bewertete „unangenehme Hitzeentwicklung“ hat m. E. besonders im Winter ihren Vorteil und kann auf einem 40°C erhitzten iPad dennoch als Handwärmer nützlich sein, wenn der Grundschüler mal wieder seine Handschuhe vergessen hat, wa ?
    Im Sommer könnte es zwar bei diesen Temperaturen zu Abstürzen führen, aber vielleicht können die Grundschüler in der Schule dann ausnahmsweise auch noch etwas Schreiben üben, denn Handgeschriebenes prägt sich bekanntlich besser ein, als Angetipptes. 😉

    6.) Die kinderfreundliche Regierung kennt zwar noch immer keine Studien über die Gefährlichkeit der WLAN-Strahlung. Aber es machen sich unter der besorgten Bevölkerung auch schon einige jugendliche Schüler so ihre Gedanken und stellen sogar ihre freizeitlichen Forschungen an.: Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=jCzlPRRbz-I
    („Der Einfluss von WLAN auf Mehlwürmer“)

  5. Jacob

    Zum Jahresabschluss wieder einmal etwas vollkommen absurdes.
    So ist es eben, wenn eine bundesdeutsche Verwaltung selbständig denkt.

    Können wir denn davon ausgehen, dass die Grundschulkinder bereits perfekt lesen, schreiben und rechnen können?

    Wenn ich mir die Massen von ungeeigneten Lehrstellenbewerbern mit Schreib-und Rechendefiziten anschaue, dann möchte ich das bezweifeln. Ein guter Umgang mit einem iPAD ist in meiner Branche kein Einstellungskriterium.

    Lesen, schreiben und rechnen, das soll eine Grundschule den Kindern vermitteln. Alles andere ist Privatvergnügen.

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