Hochgeheimes Ausschreibungsergebnis verpetzt

Der „Alte Krug“ soll ja über eine weltweite Ausschreibung an den Mann gebracht werden. Erfahren hat die Welt von dem Vorhaben wenig, zur Besichtigung kamen nur ganz Wenige – aus der nächsten Umgebung. Nicht mal unsere Gemeindevertreter wussten von dem Besichtigungstermin. Die Ausschreibung muss in einer winzigen Welt stattgefunden haben. Vielleicht heißt weltweit auch – schön verbuddelt – auf einer unübersichtlichen Internetseite. Internet ist schließlich weltweit und so haben wir flugs eine weltweite Bekanntgabe der Ausschreibung.

Sei’s drum, die Aktion Ausschreibung ist gelaufen, die Interessenten brachten brav ihre versiegelten Kuverts ins Rathaus. An einem bestimmten Tag wurden sie geöffnet und der Höchstbietende festgestellt. So etwas macht ein gutes Team in Anwesenheit eines Notars, um den Verdacht der Schummelei vorzubeugen. Im Woltersdorfer Rathaus wollte man sparen und beförderte kurzerhand Frau Totel, Sekretärin der Bürgermeisterin, zum Kurzzeitnotar. Jetzt warten alle gespannt, wann sich die fest verschlossenen Münder öffnen und wir das noch hochgeheime Ergebnis der ganz geheimen Ausschreibung erfahren.

Nun, ganz geheim ist es nicht mehr. Gestern bei der Jahresversammlung des Verschönerungsvereins, Frau Elßner hielt gerade eine Rede zur Rettung des „Alten Kruges“. Nein, die Schleusenwirtschaft von Dirk Schwuchow soll den Krug nicht als kommerzielles Bierfasslager entweihen, forderte sie.
Da wurde sie rüde unterbrochen. Einer der neuen Macher im Verschönerungsverein erklärte ihr, alles was Sie da sage, wäre doch falsch. Dirk Schwuchow hat den Zuschlag nicht bekommen, ein anderer habe viel mehr geboten. Und der Unbekannte hat ein Konzept, wie er den großen Saal vor dem Abriss retten kann.

Ganz toll, dass der Saal vom „Alten Krug“ erhalten bleiben soll. Ganz und gar nicht toll ist es, dass das noch geheime Ausschreibungsergebnis, lauthals in der Jahresversammlung des Verschönerungsvereins hinausposaunt wurde. Vielleicht hätte die Gemeinde doch einen richtigen Notar nehmen sollen. Jetzt grübeln wir, geht der alte lockre Umgang mit den Grundstücken in Woltersdorf weiter wie bisher oder war es nur ein Versehen, dass die geheimen Ergebnisse schon intern ganz öffentlich gehandelt wurden.