Historie Schnieber, Venture 2000, Waldernte, Stolper- Kiesweg. Das tut weh!

Geschäftsführer Herr Schnieber von Venture 2000 samt Verwaltung und Gemeindevertetung der Gemeinde Woltersdorf. Eine eher bedrückende Historie des politischen Versagens im Bereich Stolper- und Kiesweg.

Am Dienstag, dem 21. Februar 2017 wird ein weiteres Kapitel der unseligen Geschichte des Bebauungsplans „Stolp Nordost“ im Bauauaschuss von Woltersdorf geschrieben.
Auszüge aus diversen Artikeln zum Geschehem um das Gebiet Stolp Nordost. Wer es genau wissen möchte, die Links führen Sie zum ganzen Artikel.

Kahlschlag im Krähenwinkel
Kahlschlag im Krähenwinkel Heute früh ging es los, im 18.000 qm großen Wäldchen an der Grenzstraße wurden Kiefern gefällt. „600 Stück schaffe er an einem guten Tag“, meinte der Maschinist und strahlte, „und heute war ein guter Tag“. Drei Tage lang soll der Harvester dort im Krähenwinkel wüten, eine kahle Mondlandschaft hinterlassend.
Der einzige, der sich freut wird wohl der Eigner des Wäldchens sein – Venture 2000, Geschäftsführer Herr Schnieber.

In Woltersdorf ist Holzauktion
In Woltersdorf ist Holzauktion. Bäume werden, auf Deubel komm raus, gefällt. Ist einst die letzte Biene mit Pestiziden ins Jenseits befördert, der letzte Baum gefällt, dann erst merken wir – von Geld allein wird der Mensch nicht satt.

Bauausschuss Teil 1 Januar 2013
Im Bereich Kiesweg/Sandweg, wo der Eigentümer die Venture 2000 Geschäftsführer Herr Schnieber Bäume fällt, Waldernte genannt, sieht die Verwaltung keinen Anlass einzugreifen. Es wurde eine Anfrage an die Untere Naturschutzbehörde zu dieser Problematik gesandt, eine Antwort liegt noch nicht vor. Hannes Langen erwähnte so nebenbei, kaum verständlich, dass 23 Grundstücke im Wert von 915.320 Euro verkauft wurden.
Hannes Langen erwiderte, dass ihm keine Beschwerden oder Unterschriftensammlung vorliegen und somit kein Handlungsbedarf bestehe. Die Grundstücke können verkauft werden. Erst wenn ein Verdacht bestünde, könne man eine Anzeige machen. (Anmerkung: Stimmt nicht, die Gemeinde verzeichnete am 20. Dezember den Eingang eines Schreibens der Anwohner. Der Eingangsstempels nennt als Verteiler „B,P“)
Edgar Gutjahr betonte, eine Baugenehmigung wird erst dann erteilt, wenn alles geklärt sei.

Anwohner in Sorge. Wo sind ihre Eingaben geblieben-Teil 1
Zu dem Bauleitplanverfahren sind diverse Stellungnahmen betroffener Bürger und Behörden eingegangen. Diese Stellungsnahmen bilden den Kern des Abwägematerials. Laut Landratsamt kann eine fehlerhafte Durchführung des Abwägeverfahrens dazu führen, dass das Bauleitplanverfahren für nichtig erklärt wird.
Der Bürgermeister erklärte in einer früheren Sitzung, dass sich alle dazugehörenden Unterlagen beim Planer, hier Frau Haß, befinden. Dort soll die Abwägung stattfinden. Das ist aber bedenklich, weil die Abwägung von der Verwaltung und der Gemeindevertretung durchgeführt werden muss.

Anwohner in Sorge. Wo sind ihre Eingaben geblieben – Teil 2
Das bevorstehende Bauleitplanverfahren bringt Sorgenfalten in die Gesichter der Anwohner. Insbesondere, weil einer der Beteiligten, Wolfram Schnieber, mit seiner während des Bauleitplanverfahrens durchgeführten Waldernte das Ergebnis des Abwägeverfahrens beeinflussen könnte.
Da finden wir die Dipl-Ing. Gundula Haß, vom a.r.s-Planungsbüro und wir finden Dietrich Joecks, den Ex-Bauamtsleiter von Woltersdorf. Beide waren in den 90er Jahren im öffentlichen Dienst, beim Stadtplanungsamt Bernau beschäftigt. Schnieber hatte in Bernau zu der Zeit die Firmen, Star Verwaltungs GmbH und Perfekta GmbH.
Diese DREI aus Bernau finden wir in Woltersdorf wieder, alle um ein Projekt bemüht, wo die Firma Venture MK 2000 als Investor auftritt. Bevollmächtigter von Venture MK 2000 ist Wolfram Schnieber. Gundula Haß als Planerin im Auftrag von Venture MK 2000 und Dietrich Joecks, damals, als verantwortlicher Bauamtsleiter.
Wie kommt es, dass die gesammelten Abwägeunterlagen, wie z. B. die der Unteren Naturschutzbehörde, diverse Umweltämter, das Amt für Forstwirtschaft, das Straßenbauamt, die der Ver- und Entsorgungsträger, die der Nachbargemeinden und ganz, ganz wichtig die Einreden und Zuschriften der Anwohner zum Abwägen, einer Person/Firma übergeben wurden, die in diesem Bauleitplanverfahren eindeutig Partei ist. Zur Erinnerung, Frau Haß werkelt im Auftrag von Venture MK 2000 GmbH mit Wolfram Schnieber als Beauftragten, die dort ihre ureigensten Interessen durchsetzen wollen und diese Interessen kollidieren mit den Vorstellungen der Anwohner.
Alle wissen, das geht so nicht, das ist nicht statthaft, das ist gegen das, was der Gesetzgeber will. Wolfram Schnieber, O-Ton: „Im Rahmen einer sog. Abwägung beschließt dann die Gemeindevertreterversammlung, der Bauausschuss und zum Schluss die Hauptausschusssitzung darüber, welche Punkte in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans als Auflagen aufzunehmen sind.“ (Anmerkung: Die Reihenfolge ist nicht ganz richtig, die Sache schon).

Bauausschuss Oktober 2013 Teil 2
Es gab am 8. Oktober 2013 ein Gespräch mit den Anliegern. In dem Gespräch wurde daraufhin gewiesen, dass im Jahre 2009 schon zwei Beschlüsse gefasst wurden, darin wurde die Verwaltung beauftragt mit dem Investor Vereinbarungen (welche?) zu treffen. Das Ergebnis liegt jetzt in einem städtebaulichen Vertrag vor.
Wolfram Schnieber von Ventura 2000 monierte nur, dass er nicht eher eingeladen wurde und auch nicht mit Herrn Wall und Herrn Lindemann ins Gespräch gekommen sei, da hätte schon vieles vorher geklärt werden können. Monika Kilian fragte Schnieber, warum erst jetzt ein Gesprächsangebot kommt, das hätte vorher stattfinden sollen, bevor der Wald abgeholzt wurde.

Bauausschuss Mai 2013 Teil 3
Auf die unmittelbaren Reaktionen der Bürger zur Waldfällung sah sich das Gemeindeamt außerstande, aktiv den Kahlschlag zu stoppen.
Damit ist doch eindeutig klar, dass die Venture 2000 die Nutzungsart der Grundstücke ändern will und keine Forstwirtschaft betreiben wird. Bisher hat sich die Gemeinde immer auf die Begründung zurückgezogen, dass Herr Schnieber Forstwirtschaft betreibt und aus diesem Grund keine Veränderungssperre aussprechen kann.

Anwohnerversammlung Stolper- Kiesweg
Die Anwohner des Stolper Weg und Kiesweg waren eingeladen, sich die Ausführungen von Herrn Schnieber anzuhören und Fragen zu stellen. Herr Schnieber handelt hier im Auftrag der Venture 2000 GmbH mit Sitz in Berlin. Die Venture 2000 ist Eigentümer vieler Flurstücke in einem bewaldeten Gebiet, dass vom Stolper Weg, Kiesweg, Victor-Hoeth-Straße und „Im Krähenwinkel“ eingerahmt ist. Das Ganze hat eine Fläche von ungefähr 7.7 ha und ist teilweise mit Wochenendhäuschen bebaut. Diese 7.7 ha haben mehrere Eigentümer, unter anderem auch die Gemeinde Woltersdorf. Bebaut werden sollen ungefähr 3.1 ha, davon 2.5 ha am Stolper Weg – Kiesweg und 0.6 ha am „Im Krähenwinkel“. Es sollen dort 24 Grundstücke entstehen. Die Kostenverteilung lautet 90 Prozent tragen die Anlieger und 10 Prozent die Gemeinde.
Dieses Waldgebiet wurde 2009 im Flächennutzungsplan, der seit 2003 wirksam ist, als Bauerwartungsland ausgegeben. Jetzt möchte die Venture 2000 nicht mehr warten und das Bauerwartungsland in Bauland umwandeln lassen. Dazu muss die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen, der auch die Anhörung der Anlieger vorsieht. Die Gemeinde hat in mehreren Beschlüssen ihre Zustimmung bekundet.
Dann erschien Gundula Haß, Planerin im Auftrag der Venture 2000 und hielt einen Vortrag mit garantiert einschläfernder Wirkung.
Monika Kilian fragte, wer ist der Bauträger. Da hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Planerin, Frau Haß, wusste nicht, für wen sie plant, Herr Joecks konnte auch nichts zur Aufklärung beitragen, wusste aber, dass der unbekannte Bauträger die zehn Prozent Erschließungsanteil der Gemeinde übernimmt.

Später stellte sich heraus, Bauamtsleiter Joecks, die Planerin Frau Haß und Herr Schnieber kannten sich alle aus den 90ern, als Herr Joecks und Frau Haß im Stadtplanungsamt Bernau tätig waren. Herr Schnieber hatte damals in Bernau zwei Firmen, Star Verwaltungs GmbH und Perfekta GmbH. Später als Herr Joecks Bauamtsleiter in Woltersdorf war, trafen Frau Haß und Herr Schnieber ebenfalls in Woltersdorf ein. Die Aktion Stolper Weg – Kiesweg nahm seinen Lauf.

Bauausschuss November 2013 Teil 2
Punkt 5. Information und Diskussion durch den Vorhabenträger B-Plan Stolper Weg – Kiesweg. Baamtsleiter Hannes Langen berichtete: Das heutige Ziel sei, eine Stellungnahme zu dem Entwurf eines städtebaulichen Vertrages zu bekommen.
Herr Schnieber wärmte wieder seine alten Kamellen auf. Zuerst erschien eine Karte von dem Gebiet von 1920. Er wies darauf hin, dass da noch gar nicht soviel Wald gestanden habe wie heute. Als Nächstes folgte ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1990.
Er kam noch einmal auf seine Waldernte zu sprechen, die habe er als Waldbesitzer durchführen können und betonte, dass es kein Kahlschlag sei, wie immer behauptet wird.
Im Jahr 2007/2008 habe sie (Anmerkung: der Investor oder wer) die Fläche übernommen und 2009 die ersten beiden B-Pläne erstellt. Den einen haben sie jetzt auf den Weg gebracht. Mit Herrn Langen könne er besser zusammenarbeiten, mit Herrn Joecks ging gar nichts.
Gordon Eggers hakte nach. Das ist alles schon oft gesagt worden. Er wollte von Herrn Schnieber wissen, ob er neue Pläne habe, wie die Finanzierungsmöglichkeiten aussehen, Bankbürgschaften u.s.w. Er glaube, dass Herr Schnieber weder sachlich noch finanziell dazu in der Lage sei und forderte Beweise der Leistungsfähigkeit von Schnieber.
Die Gemeinde hat einen Flächennutzungs- und einen Bebauungsplan und es sei üblich, dass mit dem Bauträger ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werde. Es finde die ganze Debatte unmöglich. Der Bürgermeister trötete in Langens Horn. Vogel fand es unmöglich, wie Gordon Eggers mit Herrn Schnieber umspringt und meinte, dass man nicht auf der Straße sei.
Jens Mehlitz ließ sich nicht beirren und forderte für die nächste Bauausschusssitzung eine Fachkraft aus Beeskow. Er sieht, genauso wie Gordon Eggers große Defizite.

Monika Kilian erklärte ihm, dass schon in der letzten Sitzung Kritik an dem Vertrag geübt wurde und darum gebeten wurde, ihn rechtlich prüfen zu lassen. Es ist bis heute nichts passiert. Gordon Eggers forderte, dass der Vertrag juristisch geprüft werden müsse, das sollte jemand von der IHK machen, ein unabhängiger Gutachter.

G – Teil 2 Gemeindevertretung März 2016
Heinz Vogel brachte noch das Gebiet Stolperweg – Kiesweg mit ein, dort sollte doch aufgeforstet werden. Wie es darum stünde. Margitta Decker, da werde zurzeit einiges geprüft, u.a. anderem, ob der Eigentümer seinen Finanzverpflichtungen nachkommen könnte. (Anmerkung: Der Eigentümer, Herr Schnieber, sprach immer wieder von einer Waldernte, nichts anderes als ernten, wäre sein Begehr, versprach er mit treuherzigem Augenaufschlag in einer Bürgerversammlung.

  1. Jenny

    Das Schmuddelkind bekam schon wieder ein neues-altes Mäntelchen. Im Jahr 2008 war der Planungstitel „Stolp-Nordost“, dann kam des neue Mäntelchen „Stolper Weg 7 Kiesweg“ und nun ist das alte Mäntelchen neu aufgebügelt worden und heißt wieder „Stolp-Nordost“. Dass nützt alles nichts einmal Schmuddelkind, immer Schmuddelkind.

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  2. Jan

    Das Auftreten von Herrn Schnieber vergisst man nicht so schnell.

    Ich wünsche ihm viel Spass mit seinem Wald und der nächsten Holzernte in 80 Jahren.

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