Hauptausschuss März 2016 – Teil 1; Der Eichberg

Von der Tagesordnung verschwand der Punkt „Grundstücksangelegenheiten im nicht öffentlichen Teil, weil es nichts zu besprechen gibt. Die Gemeinde hat keine Grundstücke mehr, Grundstücksmeister Rainer Vogel hat die Letzten verscherbelt.

Punkt 5. Information der Bürgermeisterin zu verschiedenen aktuellen Themen
Margitta Decker versprach, dass sie ihren Bericht kurz halten würde, da sich seit der Sondersitzung der Gemeindevertretung nicht sehr viel veränderte. Nachdem die Variante 4 der Machbarkeitsstudie zum Schulerweiterungsbau beschlossen wurde, liefe jetzt die zweite Stufe an. Jetzt wären Lehrer, Schulleitung und Eltern gefordert über die Nutzung der Räume innerhalb des Baukörpers zu entscheiden.
Die Gespräche fürs Sommerfest mit dem Sonderfamilientag am Samstag auf der Maiwiese liefen.
Die defekte Heizungsanlage im Haus der kleinen Strolche wurde repariert. Nun müssen noch einige betroffene Fußböden getrocknet und neu belegt werden. Bei der christlichen Kita Villa Farbklecks gibt es mit dem Brandschutz Probleme. Die Villa befindet sich in Privatbesitz und ist gemietet. Es gibt Schwierigkeiten, geeignet Maßnahmen durchführen zu können.

Dann beantragte Margitta Decker überraschend für Herrn Müller von der Eichbergdeponie Rederecht. Dem wurde zugestimmt.

Hermann Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Bauverwertung am Eichberg (BVE), betonte das seine Firma sich seit zwei Jahrzehnten bemühe mit dem angrenzenden Woltersdorf, in angenehmer Nachbarschaft zu leben. Er habe nachgedacht, ob er die Einladung zu der Sitzung überhaupt annehmen solle, da er in den letzten zwei Jahren den Eindruck gewann nicht angemessen behandelt zu werden.

Seine Firma wurde von den Fraktionen mit einem Shitstorm von Email beschossen. Es wurde mit Vorwürfen um sich geschmissen, wie, er entsorge Abfälle illegal und er solle endlich die Wahrheit über die Deponie sagen.
Seine Bestrebungen waren immer, die Vorgänge der Deponie Eichberg transparent zu halten und es gab eine beständig bestehende Einladung an die Gemeindevertreter, die Deponie jederzeit zu besuchen. (Anmerkung: Lieber Herr Müller, unter Transparenz verstehen viele unserer Abgeordneten etwas ganz anderes als Sie und der Rest der Welt).

Vor zwei Jahren kam eine Gruppe Bürgervertreter zur Besichtigung. Das Erstaunen war groß, denn auf der östlichen Seite war schon ein Teil der Deponie aus der Bergaufsicht entlassen und oben zum Friedhof hin, war in Absprache mit den Berliner Forsten, mit der Renaturisierung und Aufforstung begonnen. Das bedeutet, dass hier die Endphase begann. Da bedarf es einer Kappilar-, einer Dämmschicht und verschiedener Sorten Böden. So entstehen zusätzliche Erhöhungen von zwei bis drei Metern über die gesamte Fläche. Dazwischen wird reiner Bauschutt zur Stabilisierung des Berges eingebracht, ansonsten würde der Berg in zwei Jahren den Friedhof begraben. Von fünf bestehenden Brunnen werden ständig Wasserproben genommen und geprüft. Bisher waren die Ergebnisse unauffällig.

Einen Endtermin werde er nicht mehr nennen, das hätte er einmal gemacht und dann habe sich aufgrund von fehlenden Materialien alles verzögert. Ende letzten Jahres wurde dann hinter seinem Rücken eine Anfrage an das Bergbauamt gestellt, wie lange es denn noch gehen soll, ob denn noch alles genehmigt wäre. Dazu konnte er, Herrmann Müller, nur sagen, das Vertragsende zwischen Eigentümern und ihm lautet „Open End“.
Er streift noch kurz das Problem, dass ständig Müll über den Zaun der Deponie geworfen werde. Angefangen von Kloschüsseln bis Waschbecken, die auf Kosten der Firma entsorgt werden. Weiter berichtete Hermann Müller, dass es ein Abkommen zwischen dem Pfarrer und seiner Firma gebe, das in der Zeit von Beerdigungen der Betrieb ruhe. Der Pfarrer reiche die Termine ein.

Stefan Grams fragte, da der Berg ziemlich steil wäre, ob mit der Befestigung alles ok wäre und wie hoch der Berg eigentlich sei, ob es dazu Vorschriften gebe. Dann fragte er noch ob 2017/18 mit der Deponie Schluss wäre. (Anmerkung: Open end, sagte Herr Müller Sekunden zuvor).
Hermann Müller erklärte, dass es dazu mit mineralischen Materialien in Stufen eingebaut werde. Das Bergbauamt prüft was und wie die Materialen eingebaut werden. Zu der Höhe des Berges sagte er, dass sie auch Bergbauschäden beseitigten und die Topografie des Berges durch den späteren Nutzer, den Berliner Forsten, noch einige Male abgeändert wurde, sodass jetzt die Endhöhe etwa 90 Meter betragen werde.

Helmut Böhm, ein Bürger, fragte ziemlich aufgepulvert, wie das Gelände später aussehen wird, ob es für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Dann kam er auf die versprochene Betriebsruhe bei Beerdigungen zu sprechen, dass würde nicht klappen. Auch befürchte er, dass der Hang hinter dem Friedhof abrutschen würde. (Anmerkung: Eine Begründung für seine Befürchtungen lieferte er nicht, damit war der Einwand recht wertlos.).

Hermann Müller erläuterte, dass der Berg eigentlich einer natürlichen Sukzession überlassen werden sollte. Die BVE hat dies schon öfters gemacht und in Absprache mit den Berliner Forsten mit Baumpflanzungen begonnen. Was danach mit dem Berg passiert, dass liege im Ermessen der Berliner Forsten. Bei dem Hang hinterm Friedhof verwies er darauf, dass dieser Hang mit altem Baumbestand versehen sei und sich außerhalb des Deponiegeländes befinde. Die BVE habe damit nichts zu schaffen, da müsse er sich an die Berliner Forsten wenden. Zu dem Vorwurf, dass bei Beerdigungen weiter gearbeitet würde, wollte er keine Stellung nehmen, da die Termine, die der Pfarrer der BVE mitteilt, gehalten werden. Der Bürger müsse sich an den Pfarrer wenden.

Margitta Decker würgte nun den Bürger ab, der sich, in ihren Augen teilweise zunehmend unsachlich steigere. Sie bestätigte noch einmal, dass der steile Hang hinterm Friedhof ein natürlich gewachsener Hang wäre und nicht zum Eichberg gehöre.

Peter Lohburg aus Woltersdorf fragte nach der Aufforstung Richtung Friedhof. Er bezweifelt, dass da noch mit größerer Technik gearbeitet werden könnte. Da wären so viele Klamotten, Geröll und Unrat. Ein Versuch den Berg zu besteigern scheiterte an diesem Geröll.
Hermann Müller bestritt, dass da Müll läge, dort gibt es nur mineralischer Bauschutt zur Verfestigung und lud Herrn Lohburg zu einer Besichtigung ein. Der Hang wird mit einer Lehmschicht abgedeckt, sodass das Geröll nicht mehr zu sehen sein wird.

Holger Dymke bemängelte die Staubentwicklung, der wäre Mittlerweilen so fein, dass er durch alle Ritzen dringt. Er wollte wissen, was die BVE zu tun gedenkt, dass es für die Anwohner erträglicher wird. Dann bat er noch darum, bei einem Besichtigungstermin mit berücksichtigt zu werden. (Anmerkung: wir auch, Herr Müller, übers Rathaus werden wir garantiert vergessen).

Hermann Müller erklärte, dass der Staub durch noch nicht renaturierte Flächen entsteht und bei ungünstigem Wind direkt zu den Anwohnern wehen würde. Da es keine Sprinkleranlage vor Ort gebe, wird ein Sprinklerwagen eingesetzt. Es wurde allerdings, da der Staub nicht in den Griff zu bekommen war, schon mal an zwei Tagen die Arbeit eingestellt. Zu den Besichtigungen meinte Hermann Müller, dass im Maximum 15 Personen an einer Besichtigung teilnehmen könnten.

Margitta Decker nahm diese Idee auf und wollte eine Gruppe nach ihren Vorstellungen zusammenstellen.

(Anmerkung: Damit wirklich alle eine Chance bekommen, wäre es empfehlenswert, sich über einen Verein oder direkt an Herrn Müller zu wenden, um eine Besichtigung des Eichbergs zu organisieren. Herr Müller wäre bereit, auch interessierten Bürgern eine Gruppenbesichtigung zu ermöglichen.).

Herr Möller, ein Bürger, beschwerte sich über die morgendliche Lärmbelästigung durch die Lkws zwischen 5:15 und 6:00 Uhr. Hermann Müller versprach, sich darum zu kümmern.

Christine Elßner fragte, ob ein Vertragswechsel zwischen Baustoffentsorgung und Berliner Forsten stattgefunden habe. Sie kramte die alte Eichberg AG von 1986 aus der Kiste und sprach in diesem Zusammenhang davon, dass es früher nur eine Grube war. Sie stellte fest, dass der erfolgte Eingriff in die Landschaftsgestaltung, für Woltersdorf ein folgenschwerer wäre und wollte wissen, ob ein sanfter Tourismus möglich wäre. Sie schlug deshalb vor, mit der im Moment noch vorhanden schweren Technik Wege und Plätze anzulegen. Später ginge es nicht mehr.
Das Ganze, so Hermann Müller, müsse mit dem Eigentümer, den Berliner Forsten, besprochen werden. Zu der Grube aus dem Jahr 1986 meinte er nur, dass Woltersdorf da auf einer ökologischen Bombe gesessen hätte. Von den 35 Tonnen Abfall, die sich in der Grube befanden, waren 17 Tonnen extrem gefährlich, die der BVE damals untergeschoben wurden. Heute wäre alles sicher.

Karl-Heinz Ponsel wollte das ganze Prozedere nun in der Gemeindevertretung wiederholen und fragte deshalb Hermann Müller, ob er noch einmal dort Rede und Antwort stehen würde.

Nach kurzer Überlegung wurde sich darauf geeinigt, dass, nach einer Besichtigung des Eichbergs, dann in der Sitzung am 28. April darüber berichtet wird.