Hauptausschuss Febr. 2017-Teil 1; eine applige Verschwendung

30 iPads für junge Wissenschaftler der Grundschule
Nach langer Winterpause haben sich unsere Gemeindevertreter zu einer Sitzung eingefunden. Viel gab es nicht zu bereden. Karl-Heinz Ponsel mahnte die fehlende Aufschlüsselung der Kosten für die IPads an. Stefan Grams vermisste das Medienkonzept der Grundschule. Allen beiden erklärte Margitta Decker kurz und bündig, dass dazu Jenny Loponen antworten wird.

Punkt 4. Informationen der Bürgermeisterin zu verschiedenen aktuellen Themen
Margitta Decker hatte es eilig und raste in Stenografiestil los.
Bereich Bauplanungsamt: Die Ausschreibung der Hochbauleistungen für die Erweiterung der Kita ist erfolgt, die Submission erfolgt am 10. März. Bei der Grundschule gebe es sechs Bewerber, die Submission erfolgt ebenfalls am 10. März.
Im Bereich Schleusenstraße wurden die weiteren Planungsleistungen ausgeschrieben.
Die B-Pläne Naturerlebnisgarten und Hospiz liegen noch bis 10. Februar öffentlich aus.
Im Bereich Kämmerei werden die Fragen vom WBF zum Haushaltsplan 2017 bearbeitet.
Zur Abfallannahme der KWU in Erkner konnte Margitta Decker berichten, dass sie aufgrund der nicht mehr ausreichenden Kapazitäten geschlossen wird. Es werde ein neues Grundstück gesucht.
Dann übergab sie an Jenny Loponen, die zu den IPads und dem Sommerfest etwas zu sagen hätte.

Jenny Loponen berichtete zu den am 29. November 2016 beschlossenen erhöhten Mittelausgaben für die erhöhten Nutzungszeiten der Sportanlagen für die Schuljahre 2016 und 2017 und einem in 2015 angeschafften Kopierer, der in 2016 nicht eingeplant war. Dazu bemerkte sie noch, dass aus den erhöhten Mitteln die IPads der Grundschule nicht bezahlt würden. Die Mietverträge für die IPads bestehen schon seit 2013.
Sie begründete es damit, dass aufgrund des Rahmenplanes Teil B das den Grundschülern fachübergreifende Kompetenzen im Medienbereich beigebracht werden sollen. Sie zitierte dazu Teile aus dem Rahmenplan: „..die Kinder können Suchstrategien zur Gewinnung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen anwenden, Suchmaschinen sachgerecht als Rechenwerkzeug nutzen. Prüfung und Bewertung von Informationen, sowie Informationsverarbeitung. Ebenso kommunizieren, das heißt, die Kinder können Kommunikationsmedien aus ihrer Lebenswelt auswählen und diese sachgerecht anwenden….Präsentieren gehöre ebenfalls dazu. Die Kinder können Präsentationsarten unterscheiden und in ihren Grundzügen die Vor- und Nachteile benennen. Medienspezifische Gestaltung und die Durchführung einer Präsentation spielen ebenfalls eine Rolle. Dann gibt es noch Produktion und die Reflexionen dazu.
(Anmerkung: Wir reden hier über Grundschüler Klasse eins bis sechs, nicht über weiterführende Schulen).
Zu der Miete erklärte sie, dass die Technik der IPads den geforderten Standard erfüllen. Robust und ohne große Vorkenntnisse, einfach zu bedienen, sind. Mobil und teilbar einsetzbar, das heißt, das Medium kommt in die Klasse und nicht die Klasse geht in den Computerraum. Geringe Virenanfälligkeit, problemloser Austausch von defekten Geräten, immer aktuelle Software, lange Akkulaufzeit und preiswertes Softwareangebot, wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Vokabeltrainer, Waldfibel, Bioprogramm, Sternwarte, usw. Es wurden insgesamt 30 IPads angeschafft.

Kommentar: mit Präsentationsprogramme arbeitet man tunlichst am PC, anguckbar sind die Präsentationen aber auch auf einem Tablet. Dort bearbeiten, na ja, in engen Grenzen mit viel Geduld, etwas für Masochisten.
Wobei das auch gleichwertig mit dem deutlich billigerem Android geht. Dazu braucht‘ s keine teuren iPads mit Telefonkartenslots, für die obendrein keine Telefonkarten vorhanden sind. Hier wurde das Geld mit vollen Händen zum Fenster rausgeschmissen.
Die geforderten Standards werden auch von den preiswerten Android Tablets geboten.
Die Virenanfälligkeit ist bei beiden, iPad und Android gering, solange die Software von Apple- oder Google Servern geladen wird. Downloads von nicht autorisierten Servern sind bei beiden Systemen gleich anfällig für Viren.
Android-Geräte können auch ohne Vorkenntnisse bedient werden.
Defekte gemietete Android Tablets werden auch problemlos ausgetauscht.
Auch bei Google gibt es immer die aktuelle Software. für Android sogar kostenlos.
Auch Android Geräte haben lange bis sehr lange Akkulaufzeiten
iPad mag preiswerte Softwareangebote für iPads haben, Google hat kostenlose bis billige Software.
Grundschüler und Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Vokabeltrainer, Waldfibel, Bioprogramm, Sternwarte. Grundzüge der Textverarbeitung – vielleicht. Tabellenkalkulation, da wird es schon deutlich schwieriger. Präsentationen zu erstellen ist richtig arbeitsintensiv. Sternwarte? Grundschüler und Azimiut, Rektaszension, Deklination, die diversen Gradsysteme, wahre Ortszeit, mittlere Ortszeit, Universaltime, Sternzeit, Mondzyklen und so weiter – und das mit Grundschülern?
Zudem wurden die Tablets, nun zugegeben, bereits 2013 gemietet. Nie wurden sie in irgendeinem Ausschuss erwähnt. Nie wurden in den Vorstellungen die Kosten für die 30 iPads genannt und erläutert. Warum nicht – warum jetzt 2017?

Ist da jetzt jemanden etwas aufgestoßen, das es jetzt mühsam auf den Tisch kommt? Das sollte die Kommunalaufsicht prüfen, unser Gemeindevertreterabnickverein wird’s nicht bringen. Einen einzigen Abgeordneten, der den Dingen auf den Grund gehen möchte, haben wir ja: Herr Ponsel, übernehmen Sie!

Wir haben schon einmal über die Apple-Tablets und über die billigere, um Welten bessere Alternative „Calliope“ geschrieben. Nur mit Calliope kann man nicht angeben, nur die Computerei gründlich in Grundzügen lernen.

iPads für die Grundschule
Calliope, der Computer für die Grundschule

Teil 1/2

  1. Listiger Lektor

    Lieber Bernd,
    dann frag doch mal das Milchmädchen zur Anschaffung der iPads 2013. Offenbar ist das so streng geheim damals doch nicht gelaufen?
    Keine Ahnung, ob für jede Bewilligung von Geldern im Nachhinein über den Erfolg der Anschaffung Rechenschaft abgelegt werden sollte. Die Leute haben sicher für die Kinder Sinnvolleres zu tun. Ich denke, da gibt es weit Wichtigeres, was leider im Dunklen bleibt.

  2. Listiger Lektor

    Lieber Bernd,
    ich gebe Dir Recht, dass man mit einem iPad nicht programmieren lernt. Das ist ja auch nicht der Zweck, sondern „Medienkompetenz“ zu erwerben.
    Für ein Verständnis von Hardware und Software ist bspw. der Calliope mini sehr viel besser geeignet. Deshalb schrieb ich ja bereits: sowohl – als auch.

  3. John Wayne Fan

    Offen gesagt, und das mit doch einigem Bedauern, ist es nur folgerichtig, dass nunmehr auch Grundschülern der sinnvolle Umgang mit Tablets erklärt wird.

    Früher wurden Kinder mit dem TV ruhiggestellt. Heute mit dem Tablet. Die Zeit/Muße, sich damit auseinanderzusetzen, also was schaut mein Kind im TV, was macht mein Kind am Tablet/im Internet, bringen viele Eltern leider nicht auf.

    Wie so vieles andere, was eigentlich durch die Eltern zu leistende Erziehungsarbeit wäre, wird auch dies auf die Schulen abgewälzt.

    Das ist bedauerlich, doch leider gesellschaftliche Realität.

    Von einem, der seinen Kindern noch aus analogen Büchern vorliest. ;o)

  4. Listiger Lektor

    Danke für den interessanten Artikel, der das Thema gut beleuchtet und Aspekte aufzeigt, an die man als Schulfremder zunächst nicht denkt!

    Meiner Meinung nach dürfen wir auch Grundschülern (immerhin bis zur 6. Klasse!) zutrauen, mit iPads zurechtzukommen und digitale Kompetenzen zu erwerben. Je eher, desto besser.

    Ich bin ebenfalls für Transparenz. Bin leider in diesem Fall nicht informiert, was von wem verschwiegen wurde.

    1. Bernds Journal

      2013 wurde das Geld bewilligt, wie, von wem, für was, und in welchem Ausschuss ist ungeklärt. In meinen Unterlagen findet sich dazu rein gar nichts. Danach setzte großes Schweigen ein. Niemanden, so sieht es aus, interessierte sich dafür was die Grundschule mit dem Geld machte und die hielt es nicht für nötig die Bürger über das Geschaffene zu informieren, falls sie denn etwas geschaffen haben.

      Ich glaube nicht, dass hier digitale Kompetenz erworben wird. Die Kinder, so meine ich, lernen nur eine Blackbox zu bedienen. Das Zusammenspiel von Hard- und Software werden sie bei einem iPad nie sehen. Freude und Frust, ein selbst erstelltes Programm zu testen, werden sie damit nie kennenlernen.

    1. Bernds Journal

      Interessanter Artikel. Danke für den Link. Im Großen und Ganzen mag ich mich dem anschließen. Bemerkenswert, in dem Artikel geht es um Gymnasien, Oberschulen und dem US-Schulsystem. Bei uns geht es aber um Grundschüler, ein gewaltiger Unterschied. Bei Gymnasien und Oberschulen würde ich zustimmend argumentieren.

      Ob sich Eltern an der Anschaffung beteiligten weiß ich nicht. Bekannt ist die iPads werden seit 2013 gemietet und die 10.000 Euro/anno Miete wird von der Gemeinde bezahlt. Ansonsten ist mal wieder alles ein großes Transparenzloch. Auch die Grundschule hat eine gewaltige Tarnkappe über die iPads ausgebreitet. Das gib zu denken. Eine saubere und ehrliche Verwendung bedarf keiner Geheimhaltung.

  5. Milchmädchen

    Liebes Woltersdorf,

    wer hat die angebissenen Äpfelchen genehmigt, wird gefragt…

    Es gab da einmal eine Schul-Evaluierung, bei der unsere Grundschule nicht wirklich gut abschnitt.
    Einer der größten Kritikpukte: Defizite bei der Vemittlung von Medienkompetenz.
    Als dies der Schulleiter der Gemeindevertretung vortrug und dann noch eine Führung des Fachausschusses durch ein Computermuseum in der Grundschule statt fand, hat die Gemeindevertretung natürlich nicht lange gezögert und entsprechende Mittel bereitgestellt.

    In die lästigen Details bei der Auswahl der Geräte und Verträge wurden die Volksvertreter nicht eingebunden. Das lief unter „Verwaltungshandeln“ sowie unter die pädagogische Entscheidungshoheit der Schule.
    Als es Rückfragen aus der Gemeindevertretung zu Geräte- und Vertragsart gab, ertönte „Volkes Stimme“, man möge den Herrn Bürgermeister doch machen lassen und nicht mit ständigem Misstrauen begegnen – mal wieder…

    Nun hat er gemacht, der Schulleiter hat auch gemacht, und die Kosten laufen – ich denke, diese Personen bzw. die Verwaltung sollen erklären, wo hier der Mehrwert für die Gemeinde und die Schüler liegt.
    Hat es eigentlich dann noch einmal eine Evaluierung der Schule gegeben? Hat sich die Investition wenigstens positiv auf die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen ausgewirkt?

    …fragt sich das
    Milchmädchen.

  6. Listiger Lektor

    Nur mal so, 10 W x 8 h = 80 Wh.
    Wären alle 30 iPads jeden Tag in der Ladestation und müssten voll aufgeladen werden (warum eigentlich?) läge der Jahresverbrauch bei den von Ihnen berechneten 456 kWh. Die Stromkosten dafür lägen bei ca. 150 Euro für alle Geräte zusammen.

    Über die Gefahren und Risiken der elektromagnetischen Strahlung gibt es hunderte Studien, suchen Sie sich einfach die, welche in Ihr Weltbild passt. Achso, haben Sie ja schon getan. Ich weiß nicht, wem ich da Glauben schenken soll. Im Übrigen sind wir seit Jahrmilliarden mehr oder weniger starker kosmischer Strahlung und Teilchenströmen ausgesetzt. Sieht man am Nordlicht besonders schön.

  7. Alte Woltersdorferin

    „Die Mietverträge für die IPads bestehen schon seit 2013.“ ? – Wer hatte die denn namentlich unterzeichnet ?

    Und noch mal nachgefragt:
    Mit einem 10 Watt Ladeadapter braucht das IPad 7-8 Stunden, um sich wieder aufgeladen zu haben.
    10 Watt Ladeadapter x 8 Std. = 80 Watt
    80 Watt x 30 IPads = 2.400 Watt x 5 Schultage = 12.000 W/Woche
    12.000 W x 4 Wochen = 48.000 Watt / Monat.
    12.000 W x 38 Schulwochen = 456.000 Watt / Schuljahr – Stimmts, Herr achtsamer Oberlehrer Vogel vom WBF ?

    Seit 2013 sind die Dinger nun schon (ohne Beschluss der Abgeordneten ?) vermutlich in Betrieb ? Wer bezahlt denn den Strom für diesen „Schulspaß“ ???

    Und bitte auch mal bei der Gelegenheit sich ernsthaft die Zeit nehmen und diese beiden folgenden Dokumentationen ansehen, wenn Euch Eure Gesundheit, Euer Leben und das Eurer Kinder, Enkel und Nachfahren überhaupt noch wichtig ist. :

    https://www.youtube.com/watch?v=OOK26wVMJU4
    Handy & WLAN – wie krank machen sie uns wirklich? – Prof. Dr. nauk. Dr. med. Enrico EDINGER, Neurologe, Psychologe, Arzt in Deutschland und Weltraummediziner in Russland.

    https://www.youtube.com/watch?v=f0qwbiu0FeU
    Mobilfunk Umts , Wlan , Scalarwellen und die verschwiegene Gefahr in unseren Schulen.

    Hallo Bernd, Du rufst nach dem guten Herrn Ponsel ? Ich schätze seine Aktivitäten zum Wohle Woltersdorfs und Schadensreduzierung, anerkennens- und lobenswert sehr ! Ja, will sagen ich mag ihn auch. – Aber, in diesem Falle ist er, ob er es weiß oder nicht, mit seiner hochfrequenten Mobilfunkanlage auf seinem Wohnhausdach, selbst bestraft und geschädigt und damit als Kämpfer für die Gesundheit unserer Woltersdorfer Grundschüler leider schon mal arg befangen. Soviel „gutmenschliches“ Märtyrer-Opfertum geht mir über mein Verständnis hinaus. Tut mir leid.

    Bitte mal unter http://emf2.bundesnetzagentur.de/karte/default.aspx nachsehen, wo sich in unserem kleinen Woltersdorf schon die 7 ortsfesten Mobilfunkanlagen, also die hochfrequenten elektromagnetischen Felder, die uns alle, ob Mensch oder Tier ständig bombardieren, befinden.
    Und danach auch ruhig mal beim Bundesamt für Strahlenschutz nachlesen. Soll keiner später klagen, wir würden nicht informiert worden sein.

    1. Bernds Journal

      Liebe Alte Woltersdorferin,
      ich bin ziemlich alt geworden und habe dabei einen guten Teil meiner Lebenszeit vor Funkgeräten in so ziemlich allen Wellenbereichen bei hohen Sendeleistungen gehockt. Privat habe ich für Kurzwelle sogar eine recht exotische magnetische Antenne genommen. Es hat mir nichts geschadet, nur die Haare sind dünner geworden. Das Schicksal trifft aber auch die Herren, die nie in die Nähe solcher Wellenschleudern kommen werden. 🙂

  8. Listiger Lektor

    Lieber Bernd,
    Calliope und wie auch immer gearteter Anwendungs-Computer bedienen ganz unterschiedliche Lernziele oder „Kompetenzen“. Für mich ein sowohl-als-auch, auch schon in der Grundschule. Wobei ich die gleichen Bedenken hinsichtlich der iPads teile.

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