Hat Woltersdorf Herz?

Die Gemeindevertretung (GV) hatte Woltersdorfs Bürger zu ihrer Sitzung im Oktober 2015 zu einer Diskussion über Flüchtlinge eingeladen. Ein Novum, dürfen doch Bürger dort kaum einmal Piep sagen. Sogar die Zwischentür zu dem Teil, wo das Standesamt untergebracht ist, wurde, in Erwartung, zahlreicher Besucher und Diskutanten geöffnet. Letztere kamen reichlich, nur sie kamen nicht auf ihre Kosten, heißt, sie durften, ausdrücklich zum Diskutieren eingeladen, kaum einmal Piep sagen. Klatschen, buhen, räuspern, husten, eben Geräusche jeder Art, die als Willensäußerung gegen die Flüchtlinge geoutet werden konnten, wurden strengstens untersagt. Allgemein wurde die Linke als diejenige geoutet, die alles, was ihr nicht in den Kram passte, über ihren Genossen Vorsitzenden der GV mundtod machte.

Nun soll alles besser werden, zu Dienstag, dem 24. November, um 19:00 Uhr startet diesmal unsere Bürgermeisterin, Frau Decker, im Rathaus, unter dem Motto „Woltersdorf hat Herz!“ eine weitere Runde Flüchtlingsdiskussion. Versprochen wird, Unabhängigkeit von Weltanschauung, Parteizugehörigkeit, Alter und Geschlecht. Lese ich den Brief richtig, geht’s auch hier weniger um Diskussion, sondern eher um die Requirierung von Hilfswilligen.

Frau Decker verweist auf eine erste Runde „Flüchtlinge“ vom 21. September in der Christlichen Kita „Schatzkiste“ und meint, wir müssen nicht bei null beginnen. Gut, das mag für die rund 80 Teilnehmer der damaligen Veranstaltung zutreffen, für die restlichen, über 7000 Woltersdorfer eher nicht. Um alle Bürger auf einen gemeinsamen Stand zu bringen, wäre es hilfreich gewesen, die Ergebnisse dieser Runde zu veröffentlichen. Als Beispiel nehme ich einmal meine Familie, wir waren, wie viele Woltersdorfer, verreist. Wir alle fangen bei null an. Woltersdorfs Bevölkerung rudert wieder einmal auf unterschiedlichen Levels. Ein Prozent der Bürger ist, dank „Christlicher Kita“ über den Punkt null hinaus. Neunundneunzig Prozent der Bevölkerung ist immer noch auf der Ebene null.

Hinzu kommt, das Diskussionsverbot durch die Linken in der Gemeindevertretung. Wie wollt ihr Helfer ins Boot holen, wenn ihnen vorher der Mund verboten wurde. Keinem wurden so seine Sorgen, Nöte und Ängste genommen. Eher wurden alle negativen Ahnungen und Befürchtungen bestärkt. Die Mundtoten werden niemanden helfen, erst recht nicht den Mundtodmachern.

Zudem werde ich den Eindruck nicht los, so richtig viele Bürger sollen gar nicht zu der Veranstaltung kommen. Das Schreiben der Bürgermeisterin hat mich auf verschlungenen Pfaden erreicht. Es wird nicht an allzu viele Bürger gegangen sein, an mich auch nicht. Auf der Internetseite der Gemeinde fand ich, bis heute, auch nichts. Möglich, dass es mir, seit Tagen, entgangen ist. Fehlanzeige auch in den Mitteilungskästen, jedenfalls bis heute.

So erlaube ich mir hier alle Bürger aufzurufen, kommt zu der Veranstaltung am Dienstag, den 24. November. Kommt auch, wenn ihr auf dem Level null seit, ich bin es auch. Kommt auch, wenn Euch erst vor Kurzem mit Gewalt der Mund zugeklappt wurde, in der Veranstaltung haben die Linken nicht mehr Rechte als ihr. Sie können Euch nicht noch einmal befehlen, die Klappe zu halten.

  1. Ute Bienia-Habrich

    PS: ist mir gerade noch so eingefallen. Im Oktober wurde verkündet, es gibt keine Massen-und Gemeinschaftsunterkünfte. Warum wurde nun die alte Turnhalle an der Schule ausgemessen ?
    Hat man hier was zweckmäßiges für unsere Kinder geplant?

    1. Bernds Journal

      Es ist, so die Bürgermeisterin, keine Bürgerversammlung. Es geht einzig darum Unterstützer zu gewinnen.

  2. Ute Bienia-Habrich

    Im Sinne aller Woltersdorfer und hier meine ich alle, sollte die Teilnahme am 24.11.2015 ein Muss sein.
    Um eine Diskussionsrunde, wie eigentlich im Vorfeld anberaumt abhalten zu können, sollte der Antrag gestellt werden, diese Veranstaltung in der neuen Mehrzweckhalle zu halten.
    Hier sollte dann endlich die Priorität bei den Einwohnern liegen, insbesondere deren Antworten auf Ängste, Befürchtungen , Sicherheit et cetera pp.
    Frau Decker und Ihr Gemeindevertretungsvorsitzender sollten sich diesmal dementsprechend vorbereiten.

  3. blitzmaerker

    „Kommt auch, wenn Euch erst vor Kurzem mit Gewalt der Mund zugeklappt wurde, in der Veranstaltung haben die Linken nicht mehr Rechte als ihr. Sie können Euch nicht noch einmal befehlen, die Klappe zu halten.“

    …na, ich würde mir bestimmt nicht von irgendwem und erst recht nicht von einem Linken den Mund verbieten lassen. ( ich bin da auch immer sachlich und höflich )

    1. Bernds Journal

      Leider leben wir in einer repräsentativen Demokratie. Heißt, außer Kreuzchen machen ist nichts drin. Hat der Kreuzchenmacher Pech und lebt in Woltersdorf, muss er lernen seinen Maulkorb (in Sitzungen) mit Würde zu tragen. Schließlich haben sich unsere Würdenträger eine Hauptsatzung und eine Geschäftsordnung gegeben, die ihnen, in allen Sitzungen, die absolute Macht über den Bürger einräumt. Bis zur nächsten Wahl, da werden die Herren etwas umgänglicher. Gesagtes trifft nicht auf alle Woltersdorfer Politiker zu, zumindest aber auf Zwei.

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