Erkners ProArbeit – Das schlimmste Amt der Republik



Das Grauen beginnt gleich hinter der Tür. Zwei bullige Herren Security hocken dort, an einem wackligen Holztisch platziert, als muskulöses Empfangskomitee. Jeder Antragsteller ahnt instinktiv, wo hier der Hammer hängt.
Es ist der 29. Dezember 2016 und ich winde mich freundlich lächelnd an den Wachposten vorbei, hinauf in das obere Stockwerk. Ich, Bernd Wohlers, komme für die Antragstellerin, nennen wir sie Gisela. Gisela hat um 14:00 Uhr einen Termin bei Frau Ar, ihrer Sachbearbeiterin. Gisela kann nicht kommen, Gisela habe ich Stunden zuvor in ein Krankenhaus gefahren. Vorab, Gisela wurde dort einen Tag später in ein künstliches Koma gelegt. Also nichts mit simulieren, falls ein Sachbearbeiter mit solchen trüben Ideen schwanger gehen sollte. Wie ich so etwas nur denken kann? Das werden sie gleich, nach dem Empfang bei der angriffslustigen Sachbearbeiterin Ar, verstehen. Der erste Augenblick des Treffen entscheidet, wirkt sich auf die folgende Besprechung aus, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

Lassen wir also meinen Start mit Frau Ar noch einmal abspulen:
Ich klopft normal an die Tür von Frau A. gehe hinein und sage „Guten Tag“.
Es entspann sich nun folgender Wortwechsel.
Frau Ar. (laut, geharnischt, fühlt sich gestört) „Wer sind Sie denn, hier so einfach reinkommen ist hier nicht.“
Ich: „Ich habe angeklopft.“
Frau Ar.: „Einen Termin haben Sie aber nicht“.
Ich: „Selbstverständlich, ich komme für Frau „Gisela“ um 14:00 Uhr.“
Frau Ar.: „Wer sind Sie denn?“
Ich: „Mein Name ist Wohlers, ich komme für Frau Arndt, die habe ich heute früh ins Krankenhaus gebracht.“
Frau Ar.: „Ok, aber deshalb brauchen Sie nicht meine Tür eintreten.“
Ich: „Was habe ich gemacht? Ich habe ganz sanft angeklopft.“

An eine gedeihliche Zusammenarbeit war nicht mehr zu denken. Es endete damit, dass Frau Ar ihren Job nicht mehr machen wollte, mich auf den Flur bugsierte und mich an Frau Fu, die Regionalleiterin, abtrat.
Frau Fu, nett, sachlich, angenehm, erledigte die Aufgaben schnell, warum wollte Frau Ar lieber einen Kleinkrieg, anstatt die anstehende Sache gleichfalls schnell zu erledigen? Ganz nebenbei, ob nett oder ruppig, im Endeffekt hat der Termin auch nicht zum Ziel, dem Erhalt eines Bescheides, geführt, bis heute nicht.

Ich brachte, eine Bescheinigung einer Versicherung, dass eine Riester-Rente von Gisela eben keine Lebensversicherung war, wie das Amt vermutete, sondern wirklich eine Riester-Rente. Hartz 4 verlangt, dass ein Teil von Lebensversicherungen aufgebraucht werden müsse, bevor eine ALG 2 Leistung überhaupt infrage käme.

Dann war da noch eine Opferrente. Gisela bekommt eine Opferrente, weil sie in einem DDR-Gefängnis über lange Zeit im Auftrag des DDR-Staates seelisch gefoltert und auf alle möglichen Arten misshandelt wurde. Kann die Opferrente auf die Hartz 4 Leistung angerechnet werden? Ja oder nein, weder Frau Ar noch die Leiterin, Frau Fu wussten es, dabei gehört das zum Grundwissen über ihre Arbeit. Das müsse noch geprüft werden, entschieden sie. Ich Laie, brachte den Beiden die entsprechenden Gesetze an den Schreibtisch, richtig Interesse konnte ich damit nicht erwecken.

Das Amt prüft immer noch, am 29. Dezember war ich bei Frau Fu. Heute haben wir den 21. Januar 2017 und die prüfen immer noch. Damit gibt es kein Ergebnis und ohne Ergebnis kein Bescheid, ohne Bescheid kein Geld, ohne Geld nichts zu essen, ohne Nahrung – verhungern oder stehlen gehen.

Dabei, die Prüfung hätte einfacher, ganz unkompliziert erfolgen können, wenn, ja wenn, Frau Ar und Amtsleiterin Frau Fu nur gewollt hätten und richtig in Giselas Akte geschaut hätten. Sie hätten einen Eintrag des Hartz 4 Amtes vom 12. November 2013 von einer Sachbearbeiterin, Frau Franke gesehen. In deren Berechnungsbogen vom Oktober 2013 steht u.a. unter „Allgemeines Vermögen“ Riestervermögen von UniProfiRente/4P-Depot und unter „Einzusetzendes Einkommen“ u.a. Rente (Opferrente) nach BVG. „Freibleibendes Einkommen“, keine Anrechnung nach BVG.

Warum haben die ganzen hier genannten Sachbearbeiter/innen nicht in die Akte geschaut? Es war wohl einfacher Gisela durch die Gegend zu scheuchen. Sie könnten heute noch hineinschauen, in die Akte, machen sie aber nicht, warum in Gottes Namen habt ihr Sachbearbeiter euren Job nicht gemacht, frage ich mich.

Gisela geht es dreckig. Seit Monaten hat sie nichts mehr richtig zu essen, der Kühlschrank ist leer. Angst hat sie panische Angst zu verhungern, ihr Heim zu verlieren. Dabei hat sie alles richtig gemacht, sie ist einfach an der Unwilligkeit und Sturheit einer Behörde zu Grunde gegangen. Nun liegt sie im Krankenhaus. Schauen wir uns doch einmal die Behörde „ProArbeit“ in Erkner an. Der Name wurde aufgehübscht, aber dahinter grinst uns noch immer die hässliche Hartz 4 Fratze an. Was nützt die Namensänderung, wenn die alten Sachbearbeiter, im neuen Gewand, die alte Tretmühle bedienen?

Für den Fall, dass eine Behörde Giselas Leidensweg unterbrechen möchte:
Aktenzeichen: 55 9440/641250 2016.

Folgen wir einmal Giselas Weg nach Golgatha von Station zu Station, bis zu ihrer physischen Vernichtung.

Am 25. August 2016 um 15:00 Uhr hat sie einen Termin bei Frau Z?e. Die hat ihren ALG 2 Antrag entgegengenommen. Dann versank ProArbeit in eine mir unerklärliche, lähmende Starre, die bis zum 25. November 2016 andauerte. An dem Tag schrieb ihr Herr Zw das Unterlagen fehlen.

Hier stimmt etwas nicht. Gisela hatte alle gewünschten Papiere bereits am 25. August 2016 abgegeben. Ich habe diesen Schritt begleitet und alle Unterlagen vor ihrer Abgabe in Erkner auf ihre Vollständigkeit geprüft.

Sei es drum. Am 2. Dezember 2016 schreibt Gisela an Herrn Zw und schickte die gewünschten Unterlagen ein zweites Mal, wieder von meinen Argusaugen begleitet.
Herr Zw interessierte sich augenscheinlich wohl nur dafür, warum Gisela noch nicht verhungert ist, denn sie hat doch seit dem 28. August 2016 keine Leistung bekommen. Er wollte nun wissen, wie es ihr gelungen ist zu überleben.

Ganz leise frage ich mich, war Herr Zw nicht ein ganz klein wenig enttäuscht, dass das Ende von Giselas Existenz von Nachbarn mit einem Kredit verhindert wurde.
Neu ist auch, Gisela reichte drei Schornsteinfegerrechnungen mit ein, mit der Bitte um Berücksichtigung.

Still ruhte das Hartz 4 Amt bis zum 22. Dezember 2016, 14:00 Uhr vor sich hin. Gisela, schon ziemlich schlapp, hat einen Termin bei der schon oben erwähnten Frau Ar. Wieder müssen beim Aktenkarussell Unterlagen verschwunden sein. Frau Ar verlangte nun zum dritten Mal die Kontoauszüge. Diesmal vom 1. August bis 21. Dezember 2016. Dann stellte sie fest, die Riester-Rente ist nicht als Riester-Rente erkennbar, das muss geprüft werden. Von der Opferente hatte sie auch keine Ahnung, ob die nun angerechnet wird oder nicht, muss noch geprüft werden. Sie prüfen nun schon sechs Monate. Zudem bekam Frau Ar ein weiteres Mal die Unterlagen für die Gebäudeversicherung, die KFZ-Versicherung, die drei Rechnungen des Schornsteinfegers und die Privathaftpflichtversicherung.

Damit sind wir wieder am Anfang der Geschichte beim Hartz 4 Amt von Erkner, als ich Gisela ins Krankenhaus brachte und das Unglück hatte, Frau Ar kennenlernen zu müssen.

Aber wir sind noch nicht am Ende der ganz gemeinen Geschichte, die ein deutsches Amt schrieb. Ich habe noch einen Kollateralschaden zu vermelden.

Gisela stellte am 28. Oktober 2016 einen formlosen Erstantrag auf Wohngeld, der beim Sozialamt, Wohngeldstelle in Beeskow bei Frau Simon am 2. November 2016 einging.
Mit Schreiben vom 16. November 2016 wurde von dort ein Wohnflächenblatt und ein Einkommensnachweis, der Bescheid vom ALG2 in Kopie bis spätestens 16. Dezember eingefordert.
Dann die Drohung: vorher keine Bearbeitung.

Scheinbar wissen die in Beeskow nicht, was ein Hartz 4 Amt in Erkner so drauf hat, wenn es um die richtige Betreuung ihrer Kundschaft geht. Wir haben den 22. Januar 2017 und Gisela hat immer noch keinen Bescheid. Eingereicht hat Gisela ihren Antrag am 25. August 2016.
August, September, Oktober, November, Dezember, Januar, seit sechs Monaten schafft es das Hartz 4 Amt in Erkner nicht, einen Antrag abschließend zu bearbeiten.

Dafür liegt Gisela seit dem 29. Dezember 2016 im Krankenhaus und ist in Lebensgefahr. Jedenfalls braucht sie dort nicht zu verhungern.

Schon einmal berichtete ich über das Hartz 4 Amt in Erkner, das sich jetzt ProArbeit nennt. Damals brachten die Sachbearbeiter einen jungen Mann an den Rand der Verzweiflung.

  1. Alte Woltersdorferin

    Lieber Bernd, ich muss Dir mal in aller Öffentlichkeit anerkennenswerter Weise sagen, dass ich Dein gesellschaftliches Engagement bewundere. Zu dem ehren-nichtamtlichen Lokalnachrichten-Journal auch noch „nebenher“ Verantwortung für hilfsbedürftige Menschen, die zum sozialen Rande der Gesellschaft abgeschoben wurden, zu übernehmen. Diese hilflose „Gisela“ ist ja nicht die erste, von der Du uns berichtetest, der Du tatkräftige Hilfe und moralischen Beistand bei den Behörden leistest. Solidarität zu bekunden für Mitmenschen aus dem gleichen Volke, ist ja leider in der chaotischen DDR-BRD-GmbH-Firma (mit Steuernummer) nicht mehr üblich. Und vermutlich politisch beim Personal- und Bevölkerungsaustausch auch nicht erwünscht. Ich wünsche Dir jedenfalls von ganzem Herzen zum Neuen Jahr noch recht viel Durchhaltevermögen bei all Deinen Vorhaben, Mut zur Wahrheit und recht viel Schaffenskraft, vor allem Gesundheit und Wohlergehen Dir und Deiner Angelika.

  2. Alte Woltersdorferin

    Die Regionalstelle für Grundsicherung Erkner hat schon AlgII-Erst-Antragsteller (Mutter und Kind in der Berufsausbildung) ganze 8 (!) Monate auf die AlgII-Stütze warten lassen. Die letzten 2 Monate gab es nach Einschaltung eines juristischen Beistandes unter Vorbehalt Einkaufsbons, die später beim Bewilligungsbescheid verrechnet wurden. Diese Einkaufsbons wurden aber nur bei Aldi (nahe der Regionalstelle) anerkannt. Das Wechselgeld wurde einbehalten, mit stiller Zustimmung (Schulterzucken der Bearbeiter) der Regionalstelle. Die dabei verauslagten Kosten des juristischen Beistandes wurden nur zu einem geringen Pauschalbetrag nach langem schriftlichem hin und her, später erstattet. Hätte sie gleich mit Anwälten ihr Recht eingeklagt, dann wäre es der übergeordneten Amtsstelle schon teurer geworden.
    Sämtliche Ersparnisse des Schonvermögens, einschließlich des Notspargeldes für die eigene Beerdigung, wurden bis auf den letzten Cent aufgezehrt und es wurde zinsloses Geld befristet geborgt. (Weswegen es später auch noch Ärger gab.) Um alle notwendigen Wohn- und Verbrauchskosten, sowie Reparaturen begleichen zu können, mussten bei Verwandten und Bekannten Schulden gemacht werden. Das war alles sehr demütigend und entehrend. Und ständig von der Angst begleitet, das zu Hause bzw. Elternhaus zu verlieren, bevor man vielleicht nicht doch eine neue Erwerbsquelle (Arbeit) findet. Zwei Hausdurchsuchungen waren in dieser Bearbeitungs- und Wartezeit. Einer unangemeldet mit Schrank- und Bettenkontrolle, ein zweiter mit kurzfristiger Vorankündigung zur Haus- und Wohnungs-qum-Vermessung. Jedes Wort, jedes Geräusch wurde mittels dauereingeschalteten Diktiergerätes aufgenommen. Beantwortete Fragen wurden zwischendurch mehrmals anders formuliert, erneut gestellt, um eventuelle Widersprüche „aufzudecken“.
    Nach einem frostigen Hunger-Weihnachten, wurde dann damals Mitte Januar die erste Bewilligung überwiesen und der Bescheid rückwirkend für die 8-monatige Bearbeitungzeit gezahlt. Und auch das mit Betrug um eine Woche, denn statt ab erstem Antrag-Stellungstag wurde erst ab dem Antrags-Einreichungstag der zum nächst möglichsten Sprechtag erst möglich war, berechnet. Doch da war diese Mutter schon derart eingeschüchtert, erkrankt und entkräftet, dass sie es nicht wagte, nochmal aufzumucken. …
    Das Jobcenter begründete seine lange Bearbeitungszeit damit, dass dort ein hoher Personalwechsel (durch Kündigungen und Personalkarussell) stattfand. Für Halbtagsangestellte, Krankenzeiten, Urlaube und Schulungen aber keine oder nicht Auskunftsbefugte oder nur inkompetente Beratungsvertretungen zur Verfügung standen.
    Es wurde ihr trotz Beratungspflicht auch verschwiegen, dass ihr noch ein Armutsgewöhnungszuschlag nach § 24 SGB II zustand. Als sie 10 Monate nach Antragstellung zufällig von diesem § 24 erfuhr, und diesen Armutsgewöhnungszuschlag beantragte, wurde ihr dieser mit einer Lüge, dass es sie doch nicht beträfe, abgelehnt. Jahre später stellte sich dann heraus, dass sie doch ein recht auf dieses Geld gehabt hätte und stellte einen erneuten Antrag, der dann aber wegen Verjährung zurückgewiesen wurde. – Unwissenheit schützt vor Schaden nicht. Und so könnte ich noch abendfüllend von weiteren Moral- und Rechtsverletzungen der übergeordneten Ämter Brandenburgs berichten, wo der Bürger nach Ärztemeinung zu krank für unzumutbare Arbeit ist, aber nach Behördenmeinung zu gesund für einen Schwerbeschädigtenausweis „G“. Diese Behördenangestellten aber zu feige sind, mit einer Unterschrift für ihre ablehnenden Entscheidungen persönlich die Verantwortung zu bekunden bzw. die Amtshaftung zu übernehmen.

    1. Bernds Journal

      Kommentare hierzu, die auf meiner Facebook Seite https://www.facebook.com/woltersdorfer.journal/
      zu dem Kommentar abgegeben wurden:

      Rosa L: Unangekündigten Kontrollen sind verboten und die gewonnenen Erkenntnisse vor Gericht nicht verwendbar. Dieses ..ecks.ack in Erkner

      Ilka H-M: Scheiss die wand an…sorry..Aber da läuft mächtig was ausser Kontrolle!!

      Christian. E: Leider tun die Mitarbeiter oft so, als wenn es ihr Geld wäre, was sie dort verteilen. Herzlos ist das deutsche Recht.

      Sandro G: Es sollten immer Rechtsanwälte mitgehen und den Leuten in den arsch treten.
      Eigentlich eine Marktlücke. …Natürlich sollten die Anwälte vom Staat finanziert werden.
      Im übrigen falls sich welche aufregen. Es gibt auch Menschen die rutschen ins Hartz4 und es gibt nicht immer gleich eine Lösung des Problems. Ich selber brauchte das zum Glück noch nicht aber kenne welche….Die Spirale dreht sich dann aufeinmal sehr schnell. Wenn die Beamten das sitzen …Sollten Sie Ihre Kunden so behandeln wie, sie sich selbst behandeln würden.

      Peter H: Mit uns kann man sowas machen. Selbst Anwälte blicken bei deren Entscheidungen ,Prüfungen und Bescheide nicht durch. Selbst schon erlebt.

      Manuela S: Das sind keine Einzelfälle… und genauso wie oben beschrieben, am besten die Medien hinzuziehen und natürlich Beschwerde schreiben…

      Johann Q: steckt da ein System dahinter?“ – Klar. Und das System ist politisch gewollt, derzeit wohl von sämtlichen bedeutenden Parteien.

      Michael L: Kommt mir sehr bekannt vor … vor 2 Jahren ging mal ein Folgeantrag von mir im JobCenter verloren, der von mir rechtzeitig eingereicht wurde (Eintrag im System der Behörde war bei Abgabe erfolgt).
      Als jedoch 2 Monate später – kurz vor Weihnachten – noch immer kein Bescheid in meinem Briefkasten lag, dachte ich mir, ich geh mal hin und frage nach. Da hieß es beruhigend, dass mein Antrag sicher noch in der Bearbeitung läge weil das Personal nicht ausreichend vorhanden sei (krank, Urlaub, weiß der Geier) und ich mich bis nach den Weihnachtsfeiertagen gedulden solle.

      Als am 30.12. noch immer kein Antrag in meinem Briefkasten lag, bin ich doch noch am gleichen Tag zum Jobcenter Erkner gegangen und habe nochmals nachgehakt. Da hieß es auf einmal, dass mein Antrag nicht vorliegen würde, woraufhin ich auf den Computer verwies und man sich tatsächlich eingestehen musste, dass ich besagten Antrag rechtzeitig mit allen Unterlagen wie Kontoauszügen abgegeben hatte – der Eintrag war schließlich noch im System vorhanden – was mein Glück war
      Noch am gleichen Tag – besagtem 30.12. wurde ich gebeten, den Antrag nochmals auszufüllen (diesmal ohne Kontoauszüge, die ja ohnehin schon geprüft wurden, wie im System wohl erkennbar) und es wurde sich bemüht, diesen noch am selben Abend zu bearbeiten.
      Ob das so passiert ist, weiß ich nicht. Aber ich gehe mal davon aus, denn die Kollegin der Behörde gab sich wirklich viel Mühe, mir doch noch zu helfen jedenfalls kam dann um 10.1. des Folgejahres die Überweisung auf mein Konto, wo sich allerdings schon einige Rückstände angesammelt hatten.

      Ich glaube ernsthaft, dass es am Personal liegt es gibt dort Leute, die sich wirklich für ihre Klienten einsetzen und das sogar zwischen den Feiertagen und Neujahr! aber es gibt eben auch Leute dort, die eine Laune an den Tag legen, die man früher noch von Reichsbahnern und Postämtern kannte

      Ich streite nicht ab, dass die Arbeit mit manchen Mitmenschen nicht leicht ist … aber die miese Laune wegen eines Aufmüpfigen am nächsten Klienten auszulassen, haut nicht hin.

      Thorsten R: Und da muss man sich vor Augen führen, daß die Bundesanstalt für Arbeit von dem Geld der Arbeitslosenversicherung (!) 300 Millionen Euro für Asylbewerber für einen Kurs rausgeschmissen hat, den nur 50% zu Ende gemacht haben, um diesen Leuten „die deutsche Sprache näher zu bringen „!!!

      Sandro G: Viel schlimmer ist, finde ich, daß Menschen mit einem deutschen Pass, sich bei Behörden die eigentlich helfen sollen, völlig nackig machen müssen und andere Teils mehrere Identitäten haben und fleißig abkassieren. ..
      Das soll nun ein Rechtsstaat sein ….Der seine eigenen Bürger schikaniert

  3. Pfefferkorn

    Es ist übrigens auch sehr bezeichnend, dass sich hier niemand aus den Blockparteien zu diesem Thema meldet, wiewohl man ohne weiteres davon ausgehen kann, dass dieser (und ähnliche Blogs) durch die Maasi gut beobachtet werden.

  4. Bernds Journal

    So wie ich das aus Kommentaren und Unterhaltungen weiß, wird diese 6 Monatsfrist von diesem ProArbeit-Hartz 4 Amt sehr häufig ausgereizt. Da fragt sich dann, steckt da ein System dahinter? Da sollte die „Bundesagentur für Arbeit“ einmal eine Revision aller Akten durchführen. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass hier die Antragsteller schikaniert werden. Muss man eben prüfen.

  5. Kerstin B.

    Dramatisch, unsozial und unverantwortlich, was dort abläuft!
    Ich arbeite bei einer (anderen) Behörde und rate zu einer sofortigen Dienstaufsichtsbeschwerde mit Kopie an den Petitionsausschuss des Bundestages.

    1. Bernds Journal

      Danke für Ihren Tipp. Das wurde bereits in Erwägung gezogen, soll aber bei den letzte Mitteln angesiedelt bleiben. Noch hoffe ich auf die Selbstreinigungskräfte der Bundesanstalt für Arbeit.

  6. Jenny

    Nachdem ich die ganze schaurige Geschichte gelesen habe, bin ich zu dem Schluss gekommen. Es ist ja m.E. viel schlimmer. Hätte Gisela keine Freunde, die ihr über diese Zeit hinweg helfen, würde sie heute auch wohnungslos sein.
    Wenn ich die Aussage vom Sozialamt in Beeskow richtige deute, bewilligen sie dort erst das Wohngeld, wenn der Bewilligungsbescheid für Hartz IV vom Amt Erkner vorliegt. Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Wie kann Gisela etwas vorlegen, was ihr über sechs Monate nicht bewilligt wird. Im Umkehrschluss würde das eigentlich für Gisela bedeuten, dass der Vermieter der Wohnung sie spätestens nach der dritten fehlenden Miete kündigt.
    Sie kann dann unter der Brücke schlafen oder wie stellen sich das die Ämter Erkner und Beeskow sonst vor. Ich kann nur feststellen, so schafft man Obdachlose. Reife Leistung!!!

  7. Schneekugel

    Ich kann von dem Amt in Erkner auch ein Lied singen , zur nachrechnung hatten wir alles abgegeben und es wurde sich Zeit gelassen denn war ich drei mal da und beim dritten mal war ich bei der Leitung. Die Aussage vom Amt war sie habe derzeit so viel zu tun, im Endeffekt hat es insgesamt 6 – 7 Monate gedauert.

  8. Petra D.

    Traurig aber wahr, kenne beide Fälle sehr gut. Es ist eine Sauerei was mit manch einen Hartz 4 Empfänger abgezogen wird. Bei den jungen Mann kam man sogar zu ihm nach Hause um zu prüfen ob seine Mutter bei ihm wohnt weil man einfach nicht begreifen wollte das er seine eigene Wohnung mit seperaten Eingang hat.Also für euch Leser, Mutter hat seperat mit eigenen Eingang unter ihm die Wohnung. Da frage ich mich doch was für Leute 4te Klasse Hammer Uni arbeitet beim Amt? Das ganze hat 6 Monate gedauert bis man das begriffen hatte.Wundert mich nicht das manch einer bei diesen Amt Rot sieht. So jetzt zu Gisela ich wünsche ihr sehr viel Kraft um Gesund zu werden.

  9. Bernds Journal

    Auf meiner Facebook Seite und in Gruppen zu diesem Artikel eingesammelte Kommentare
    https://www.facebook.com/woltersdorfer.journal/

    Andrea G: Da drücke ich mal die Daumen das alles gut ausgeht, Wohngeldstelle in Beeskow ist nicht besser, seit April 2016 keine abschließende Bearbeitung.

    Ingrid S: Ich finde das Amt auch unter aller Sau. Am besten istves die Unterlagen persönlich dort sbzugeben mit einem Stempel das diese in Empfang genommen wurden. Somit hat man schon einmal einen Nachweis.
    Was ich aber nicht verstehe,wieso die Frau sich das hat so lange gefallen lassen? Ich hätte mich schon lange an einem Anwalt gewendet.

    Manuela S: Das sind keine Einzelfälle… finde ich zum kotzen wie die Mitarbeiter mit den Leuten umgehen… aber solche Leute werden sicherlich nie arbeitslos oder auf Hartz 4 angewiesen sein..

    Stefanie U: Das ist schon mies….Ich habe diese Erfahrungen nicht sammeln müssen. Nach Abgabe der Unterlagen bekam ich nach 6 Tagen ,im Schnitt, immer den Bewilligungsbescheid. Berechnet wurde meist immer alles Falsch…..Wohngeld wird es aber nicht geben wenn man Anspruch auf Hartz4 hat….Das einzige was ihr jetzt machen könnt das AZ vom HartzAmt zur Wohngeldstelle zu schicken und die Behörden untereinander kommunizieren zu lassen….Geht bekanntlich schneller

    Enrico R: Es wird auch so lange nichts passieren, bis man sich mit konkreten Fallbeispielen (z.B mit Namen, Vorgangsnummern etc.) an höhere Instanzen wendet. Machen leider die Wenigsten. Solange der Team Gedanke herrscht (Team = Toll ein anderer machts) sind dies leider nur statistische Einzelfälle.

    Jacqueline S: Ohne Worte…..meine Tochter hat ein halbes Jahr bis zur Bearbeitung ihres Antrages gewartet und auch das nur, weil ich Druck gemacht habe und dafür wurde ich dann auch als Agromutter betitelt….ich war mitnichten unfreundlich oder dergleichen und auch ich bin erstaunt das noch nichts passiert ist

    Heike R: Und da wundern die sich das man da ausflippt . kenne das hab genug zu kämpfen gehabt aber stimmt ja immer alles nicht man wird als Lügner und Betrüger hingestellt .ich hoffe die Dame Giesela bekommt endlich ihr zustehende Geld , kann man da nicht verzugszinsen verlangen ?

    Katharina L: Soviel zur Menschlichkeit…..Augen auf bei der Berufswahl. Manch einer wäre hinterm Fließband besser aufgehoben

    Christa P: Mach eine dienstaufsichtsbeschwerde an den Leiter und wenn es dann noch nicht weiter geht, Beschwerde ans Ministerium für soziales und Familie

    Kerstin F: unglaublich

    Haika S: Das ist so traurig. Ich finde vielleicht können wir was für Gisela tun

    Chantalle R: Auch wir haben das Problem mit der Anforderung von immer denselben Belegen. Haben sie auch schon persönlich vorbeigebracht aber einen Stempel o.ä. wollten die nicht geben. Und prompt 14 Tage später ca. wollten die dieselben Unterlagen wieder von uns haben.
    Antwort dazu von Ingrid S:Sie sind verpflihtet das abzustempeln. Anonsten Teamleiter bzw Vergesetzen verlangen!

    Ilka H. – M: Das ist richtig peinlich!!Aber leider nicht nur in erkner so!!

    Madlen W: Bitte nehmen sie sich einen Anwalt und helfen Sie der Frau, statt sich weiter vorführen zu lassen… Hoffe der Dame gehts gesundheitlich schon besser???

    Lena R: Da weiß man gar nicht, ob man lieber kotzen oder weinen soll!

    Sammy W: hat sie sich einen anwalt genommen? man kann ein eilverfahren führen. ich mache jeden tag die erfahrung, dass die brandenburger viel zu lange warten. berliner wehren sich viel schneller gegen ihre jobcenter…

    1. Nursen

      Diese Drama ist Leider kein Einzelfall!
      Das traurige dran ist, dass die JC MitarbeiterInnen nach so lange Untätigkeit eher eifrig dran arbeiteten, wie Giesela es geschafft habe , ohne Geld überlebt zu haben. Stattdessen wird von Seiten der JC, weiter stur nichts getan.
      Gisela wird als die „Schuldige“ nochmal erniedrigt Und muss beweisen wovon sie ohne Geld überlebt hat.
      Was wäre, wenn Gisela keine Freunde hätte, und der deutschen Sprache nicht mächtig wäre …….?

  10. Ch Engel

    Traurige Geschichte. Soviel ist klar. Ämter sind meist sehr stur. Nun ist es aber in diesen Ämtern sehr oft so, dass frisch geschultes Personal aus einer der ABM bzw Weiterbildungen hier verwendet bzw eingesetzt wird…auf Zeit. 2 x wird verlängert. Dann stehn die Leute wieder auf der anderen Seite des Tisches. Ich hatte auch genau bei diesem Amt schon pos. Erlebnisse. Mag an meinem Charme liegen, meinef Erscheinung oder mein heimlicher Favorit…der selbige Nachname ohne verwandt zu sein. Freundliches Grspräch OHNE Termin.
    Ich wünsche der Frau Arndt alles Gute und hoffe dass Ämter irgendwann menschlich reagieren.

    1. Pfefferkorn

      Im Wahljahr 2017 ist daran zu erinnern, dass das sog. Hartz-Konzept unter der Schröderregierung (SPD und Grüne) seinen Anfang nahm. Wenn sich SPD und Grüne jetzt sozial geben, sollte man ihnen kein einziges Wort glauben. Sie stehen, ebenso wie CDU/CSU und FDP, für asoziale Politik. Glaubt nicht ihren demagogischen Worten, seht auf ihre Taten!

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