Drei MOZ Fragen

Unsere Märkische Oderzeitung, kurz MOZ genannt, hat einmal mehr gezeigt, was sie von Fairness hält. Wir sind in der Hinsicht von der MOZ nie verwöhnt worden. Ging es um den Bürgermeister von Woltersdorf, schaute die MOZ, wohl wie Justitia, mit einem sehr, sehr milden Auge auf den Würdenträger.

Es gibt viele Bürger, die meine Einschätzung über die Loyalität der Zeitung zur Verwaltung teilen. Dieses – immer zu diensten – von Zeitungen gegenüber den Mächtigen ist inzwischen Dauerbrenner in der Fachliteratur. Glenn Greenwald bei seinem Deutschlandbesuch kürzlich, hat im Interview mit der „Süddeutschen“ ganz schön ausgeteilt: „Der etablierte Journalismus ist mittlerweile einfach total korrupt“, Journalisten „nicht objektiv“[…]

Mit dem Wissen würde ich höllisch munter werden, wenn die MOZ mit einer Bitte an mich herantritt. Einige unserer Parteien meinen wohl, es kann mit dem Blatt nur noch besser werden. Denkste, die MOZ bietet immer noch eine Steigerung. Holger Dymke (SPD), Wolfgang Stock (CDU), Stefan Grams (WBF), Jeroen oder Jelle Kuiper (Die Grünen), Karl-Heinz Ponsel (UW), Reinhard Hildebrandt (FDP) und Sebastian Meskes (Die Linke) bekamen von der MOZ die Aufforderung mit höchstens 15 Zeilen und insgesamt 450 Anschlägen drei Fragen zu beantworten.

Die einen halten sich an die Vorgabe, andere schert’s nicht. Jetzt wäre es die Pflicht einer ehrlichen Zeitung, dieses Limit Ernst zu nehmen und ausufernde Antworten zu kürzen. Das wäre gerecht gegenüber denen, die sich bemühten die unsinnig knappe Vorgabe einzuhalten.

Wie sind die Kandidaten mit dem Limit von 450 Anschlägen umgegangen:
Holger Dymke: 813,
Wolfgang Stock: 453,
Stefan Grams: 459,
Jelle oder Jeroen Kuiper: 545,
Karl-Heinz Ponsel: 818,
Reinhard Hildebrandt: 1058,
Sebastian Meskes: 1323 Anschläge

Bis zum Dreifachen des Limits hat die MOZ durchgehen lassen, zum Schaden derer, die sich um Einhaltung der Spielregeln bemühten. Liebe MOZ, liebe Redaktion, Fair Play sieht anders aus. Ihr seit schlechte Spielleiter, schlechter als ich annahm, ihr solltet Euch schämen.

Es sind die Freunde und Koalitionäre des Bürgermeisters, die sich überdimensional entfalten durften und da kommen wir zum Anfang des Artikels zurück.

Die Fragen der MOZ und die Botschaften der Kandidaten ein anderes Mal.

  1. Blitzmärker

    Wenn die Herrn sich genauso an die Spielregeln im Straßenverkehr halten, hmm ??? da ist der Lappen aber schnell mal weg. ( oder die Stimmen bei der Wahl ? )
    Darum auch : Augen auf im Politikverkehr !

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