Der Woltersdorfer Seniorenbeirat und das liebe Geld

Gehört inhaltlich zum Sozialausschuss November 2013, Punkt 5

Seniorenbeirat in Woltersdorf eine unendliche Geschichte und die Geschichte dreht sich nur ums liebe Geld. Kein Wort über Inhalte, die der Seniorenbeirat ausfüllen soll. Geld will unser Seniorenbeirat und das nicht zu knapp. Die Forderungen sind wie die Wellen des Meeres, mal hoch in den Himmel schießend, mal ein schlappes Plätschern. Mir drängt sich immer wieder die Frage auf, wo sind wir, sind wir auf einem türkischen Basar?

Im letzten Jahr hat der Seniorenbeirat eine Weihnachtsfeier für seine Senioren ausgerichtet. Dafür bekam der Beirat, nach eigener Angabe 300 Euro von der Gemeinde. Sie nahmen einen Eintritt, wie ich hörte, von 5 Euro, der Erlös aus den Eintrittsgeldern wurde nie bekannt gegeben. Weiter bekam der Seniorenbeirat, nach ihren Angaben, für eine Senioren-Woche 500 Euro vom Landkreis und noch einmal 700 Euro, ebenfalls vom Landrat, für ihre Tätigkeit als Beirat. Von den 700 Euro muss der Beirat 10 Prozent als Eigenanteil aufbringen. Zähle ich die Summen zusammen, so hatte unser Seniorenbeirat ein Budget von mindestens 1430 Euro, nach oben offen, da es keine Auskünfte über die Einnahmen aus Eintrittskarten gab. Ganz schönes Geld, bei dem dicken Batzen werden die meisten Vereinsvorsitzenden in Woltersdorf blass vor Neid, denn die bekommen nichts.

Die Kommunalverfassung sieht aber nicht vor das Ehrenamtliche im Geld schwimmen, wie unser Seniorenbeirat. Paragraf 24 der Kommunalverfassung sagt: „Der ehrenamtlich Tätige hat Anspruch auf Ersatz seiner Auslagen und des Verdienstausfalles. Der Verdienstausfall kann nach den Grundsätzen berechnet werden, die für die Gemeindevertreter gelten.“

Die bisher höchste Alimentenforderung des Seniorenbeirats betrug 3400 Euro. Jeder der 6 Beiräte wollte 500 Euro im Jahr. Für Papier, Briefmarken und Sonstiges sollten 400 Euro ausreichen. Eine Kalkulation gab es nichts, wie auch niemals danach. Dabei darf man die weiter oben erwähnten, mindestens, 1430 Euro von Landkreis und Gemeinde nicht vergessen, die kommen noch drauf. Ein fetter Happen, für einen Beirat, dessen Arbeit sich meiner Meinung nach im Großen und Ganzen auf das Ausrichten einer Weihnachtsfeier beschränkt. Für Seniorenfeste haben wir aber schon die AWO und die Volkssolidarität. Wir brauchen keinen dritten Feierverein, nur, das kommt beim Seniorenbeirat nicht an. Der Seniorenbeirat soll die Gremien der Gemeindevertretung beratend zur Seite stehen und genau das macht er nicht, beklagen viele Abgeordnete. Hier gilt es, einer teuren Fehlentwicklung entgegenzuwirken.

Der Seniorenbeirat ist neuerdings bescheidener geworden, seine Forderungen pegelten sich mit der Zeit bei 1000 Euro ein. Mal wollte der Bürgermeister sie aus seinem Budget finanzieren, dann wieder nicht mehr. Beim letzten Sozialausschuss barmte der Bürgermeister noch um 500 Euro für seine wackre Truppe. Eine Kalkulation gab’s immer noch nicht. Alles seit Gründung des Beirats – Pi mal Daumen.

Gordon Eggers wollte im Sozialausschuss eine Ausgaben-Einnahmen-Rechnung sehen. Die kriegt er nicht, beschied ihn Frau Taubert, Sprachrohr der Beiräte. Ja, wer Zuschüsse will, muss die auch begründen und nachweisen können. Nach dieser Antwort. hat der Seniorenbeirat jedes Recht auf Alimentation verspielt.

Hinzu kommt, ein Woltersdorfer Seniorenbeirat soll Seniorenbeirat für alle Woltersdorfer sein. Ist er aber nicht! Es gibt in Woltersdorf Senioren, die werden auf Deubel komm raus von den lieben Beiräten geschnitten, da verwandeln sich unsere Seniorenbeiräte in Eiszapfen. Bitteschön, wenn dieser persönliche Seniorenbeirat des Bürgermeisters einzig und allein für bürgermeisterfreundliche Bürger zuständig ist, dann fordere ich einen weiteren Seniorenbeirat, für die Menschen, die der Bürgermeister nicht mag.

Hier finden Sie einen Überblick über alle Artikel, die den Seniorenbeirat betreffen

  1. Friedrich

    Ist schon eine Nummer ! Da beansprucht das Senioren Kaffeekränzchen Geld von der Gemeinde und sagt nicht einmal, wofür das Geld in den letzten Jahren ausgegeben wurde. Selbst auf Nachfrage haben die keine Unterlagen vorgelegt. Das ist unglaublich und unser Bürgermeister scheint das ganz normal zu finden.
    Bin gespannt, was als nächstes kommt um unsere Abgeordneten von ihrer Arbeit abzuhalten. Ich beneide die Abgeordneten nicht und denke, dass diese Wichtigeres zu tun haben.

  2. BlitzMärker

    *Ironie: on
    Vielleicht möchte der Seniorenbeirat einen Teil seiner alimentierten Verdienstausfälle dem Schulförderverein oder dem Förderverein der freien Schule Woltersdorf weiterreichen. So als Starthilfe für die nächste Generation.

    *Ironie: off

    Ehrenamt bezahlt aus Steuergeldern ? Geht gar nicht ! ( hmmm – vielleicht hat es in diesem Fall auch gar nichts mit Ehre zu tun ?! )

Kommentare sind geschlossen.