Der Alte Krug in Woltersdorf

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So sah die Gaststätte einmal aus.


Aussenaufnahmen der Gaststätte „Alter Krug“ vom 17. November 2014


Innenaufnahmen der Gaststätte „Alter Krug“ vom 20. Oktober 2016

Am 20. Oktober lud die Verwaltung der Gemeinde Woltersdorf zu einer Besichtigung des „Alten Krug“ auf dem 1684 qm großen Grundstück ein. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wurde die Eingangstür zum Saal des „Alten Kruges“ quietschend geöffnet. Rund 20 Leute strömten neugierig in das Dunkle.

Es roch sehr mufflig und schimmlig und alles sah nicht sehr vertrauenserweckend aus. Da und dort tropfte es durch das kaputte Dach. Der Saal hatte keinen Fußboden mehr. Er soll, so wird gemunkelt, verheizt worden sein. Die ehemalige Gaststätte hat auch so ihren morbiden Charme, eben alles sehr dunkel und spinnnwebig. Vandalismus und Verfall waren auf Schritt und Tritt unser Begleiter.

Bauamtsleiterin Kerstin Marsand erklärte, dass der Saal zwar Bestandsschutz hätte, aber jede bauliche Veränderung würde unweigerlich zum Abriss führen, da die Grenzbebauung dann nicht mehr zulässig wäre. Das bedeutet, dass mindestens ein Grenzabstand von drei Metern für ein neues Gebäude eingehalten werden muss. Das Gebäude selbst, darf äußerlich nicht verändert werden. Ist so eine Art Denkmalschutz. Zudem bekommt der eventuelle Käufer des Grundstückes zur Auflage, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mit der Sanierung zu beginnen. Damit soll vermieden werden, so Kerstin Marsand, dass dieses Gebäude in zehn Jahre immer noch als Ruine vor sich hingammelt.

Auch eine Kellerbesichtigung war möglich. Dieser ist sehr interessant, denn von dort führte früher ein Gang unter der Straße zur Kirche. Auch die Art des Kellers sollte an dieser Stelle erwähnt werden. Sehr anschaulich beschreibt Max Haselberger ihn in seiner Chronik: „Die damals erbauten Kellereien sind noch heute im „Alten Krug“ vorhanden. Jeder einzelne ist 10 Fuß lang, ebenso breit und 8 Fuß hoch. Die Decke ist zu einem Bogen gewölbt. Die Fundamente sind 2 Fuß dick und aus Feld- und Kalksteinen gemauert. Den Mörtel kann man schwer mit dem Messer abschaben. Alles erinnert an die Kellereien einer mittelalterlichen Burg.“

Zu dem Grundstück selber erklärte Kerstin Marsand, dass es sich ab der hinteren Grenze des Anbaus (Saal) nicht mehr um Bauland handeln würde, dieses Stück wurde als Grün- und Gartenland deklariert.

Das Bieterverfahren mit einem Mindestgebot von 135 TE läuft noch bis zum 11. November 2016 und wäre kein Karnevalsscherz, so Kerstin Marsand. Das höchste Gebot bekomme den Zuschlag. Es wird kein weiteres Auswahlverfahren geben.

  1. der Verstärker

    Moin….

    Schade nur, das es keine Lokalität mehr werden wird. Unser „Woltersdorfer Kulturhaus“ hätte nach der Wende eine kleine Finanzspritze benötigt, dann wäre es mit Sicherheit nie so weit gekommen.

    Ein Restaurant mit kleiner Pension und Saal für monatliche Tanzveranstaltungen, das wärs. So was wäre in heutiger Zeit schon wieder fast einmalig und kultig!!!!!!!!!!!

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