Das Hakenkreuz von Woltersdorf

Leider darf ich das Bild nicht mehr zeigen, das Urheberrecht verbietet es Bilder über 6 Wochen hinaus nach Ende einer Ausstellung zu zeigen. Wer es sehen möchte, kann sich gerne privat an mich wenden.

Hakenkreuz – Woltersdorf, ach so, olle Kamellen aus der Zeit von 1933 bis 1945. wird so mancher beim Lesen der Überschrift denken. Dieses Hakenkreuz ist kein alter Plunder unserer Vorfahren, es ist brandneu im Woltersdorf des Jahres 2015 zu sehen.

Im Saal des Vereins „Kulturhaus Alte Schule“ werden ab und zu Bilder von Künstlern und Leuten, die sich dafür halten, ausgestellt. Am Tage des Kirchturmfestes, am letzten Freitag, bin ich mal hinein in den Saal, um mir die gerade laufende Ausstellung anzuschauen. Toll war’s nicht, die Bilder waren einfach schlecht ausgeleuchtet. Dennoch blieb mein Blick an einem Bild hängen, wohl weil es separiert, sozusagen als Blickfang, von den anderen hing.

Gemalt wurde es von Frank Diersch, seit fünf Jahren Woltersdorfer und Künstler, wie er sagt. Also, ich stand vor dem blickfangenden Artefakt mit dem sinnigen Namen „Das Dorf“ und versuchte zu ergründen, was will uns der Künstler mit seinem Werk wohl sagen. Beim Sinnieren und eintauchen in das Bild fiel mein Blick auf ein kleines Detail. Im rechten drittel des Bildes mittig, leuchtete mich ein Hakenkreuz an. Augen zu, Augen auf, das Hakenkreuz war immer noch da. Weil ich’s für eine Sinnestäuschung hielt, machte ich einige Fotos von dem Objekt und sah mir das ganze zu Hause, in gehöriger Vergrößerung, noch einmal an. Das Hakenkreuz war immer noch da, also keine Sinnestäuschung.

Da frage ich mich doch, was hat ein frisch erzeugtes Hakenkreuz in der gemeindeeigenen Alten Schule zu suche? Warum stellt der Verein „Kulturhaus Alte Schule“ ein Bild, das ein Hakenkreuz enthält, in ihren Räumen aus und das schon seit längerer Zeit? Warum duldet die Verwaltung von Woltersdorf die Verwendung eines Hakenkreuzes in ihrem Eigentum?

Nach Paragraf 86a StGB ist die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verboten und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.

  1. petruschka

    Na klar hat jeder seinen Geschmack, über den kann man nicht streiten. Fest steht, das ist ein verbotenes Symbol, daraus eine künstlerische Freiheit zu machen ist mutig. Jeder braune Str… würde sagen dürfen, was wollen sie – ich bin Künstler! Weiter kein Kommentar, von mir

    1. Bernds-Journal

      Es gibt Ausnahmen, in Kunst und Wissenschaft, wo solche Symbole genutzt werden dürfen. Der Rahmen dafür ist aber sehr eng gesteckt. Ob das Bild innerhalb des zulässigen Rahmen geschaffen wurde, muss erst geklärt werden. Über das Ergebnis werde ich dann hier berichten. Für die bessere Lösung halte ich es, auf die Verwendung solcher Symbole zu verzichten. Dass es geht, hat Charlie Chaplin in seinem großartigen Werk „Der große Diktator“ bewiesen. Man muss nur Ideen haben.

  2. blitzmaerker

    sieht wie überklebt oder markiert aus – ist dass im Original so ?
    Ansonsten würde ich sagen: um keine Diskussion aufkommen zu lassen – aus der Ausstellung entfernen und dem „Künstler“ zurückgeben.
    Wenn mich der Hausmeister der „Alten Schule“ gefragt hätte:“ ist das Kunst oder kann dass weg ?“
    hätte ich gesagt: „letzteres“.
    ( jeder hat halt einen anderen Geschmack – ich auch – … und das ist auch gut so ! )

  3. der Verstärker

    Moin….

    Warum bezeichnet man einen Maler gleich als „Braun“ wenn er seiner seiner Kreativität bezüglich seiner Betrachtung von Woltersdorf freien Lauf lässt?
    Vielleicht wollte er uns nur vermittelln, das es auch bei uns vor den Türen Berlins Schmierereien an Gebäuden gibt.
    Liebe Leut, lasst mal die Kirche im Dorf. Denn dieses Bild heißt ja, „Das Dorf“!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. petruschka

    Das ist ja unglaublich, das so etwas in unserem Dorf möglich ist, oder? Da fällt mir ein, es gab ja mal ein Kesseltreiben gegen Jugendliche, auch gründete die NPD sich in Woltersdorf. Wir hatten einen NPDler in der Gemeindevertretung. Jetzt auf einem Gemälde das berühmte Feuerrad. Faßt ein bischen zu viel Zufälle.
    Jeder aufrichtige Bürger müßte jetzt aufschreien, leider vermisse ich hier die vielen Schreiber die sich sonst zu Wort melden. Angst? Beifall? Vorsicht, oder einfach nur wegsehen. Das hat auch nichts mit der privaten Meinung zu den Flüc htlingen zu tun. Wer Galgen mit Morddrohungen u ä trägt ist auf der Spur dieser Missetäter. Bitte liebe Woltersdorfer leistet diesem braunen Gesockse jeden Wiederstand.
    Wo bleiben die Linken, verstecken sich. Schöne Adventstage allen, toll, das Herr W. so etwas aufdeckt.

  5. Jörg Jacob

    Der Verfassungsschutz ist hoffentlich schon benachrichtigt, Herr Wohlers?
    Im Ernst: Ein wenig mehr Recherche hätte ich von einem versierten Kunstkritiker wie Ihnen dann doch erwartet. Hätten Sie das Gesetz sorgfältig gelesen, wären Sie auf folgende Ergänzung gestoßen:

    Ausgenommen hiervon sind Handlungen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlicher Zwecke (§ 86a Abs. 3 i. V. m. § 86 Abs. 3 StGB).

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