Containerdorf auf der Maiwiese – Teil 2

Stefan Grams hat im Sozialausschuss dafür gesorgt, dass das Thema Flüchtlingscontainer* nicht öffentlich beraten wird. Das heißt, wir die Bürger sollen wieder einmal ausgeschlossen werden.

Wir haben die Flüchtlings – Container mit den Schul – Containern durcheinandergebracht. Grams will uns bei den Schulcontainern ausschließen, bei den Flüchtlingscontainern bisher nicht. Er sagte das im Sozialausschuss bei Punkt 8. Entschuldigung. Die Flüchtlingsangelegenheit etc. sollen in einen Sonderausschuss verschoben werden. Dennoch hat er erst einmal eine Beantwortung der Frage von UW verhindert

So suchte ich in öffentlichen Quellen. Wie viele Flüchtlinge Woltersdorf aufnehmen muss, das wollten die Abgeordneten auf Grams Wunsch nicht preisgeben. Grams Verbündete, die CDU brachte über Stefan Bley 50 Flüchtlinge ins Spiel, die auf der Maiwiese untergebracht werden könnten. Wir berichteten darüber.

Warum die Geheimnistuerei? Weil’s mit den 50 Flüchtlingen nicht getan ist. Gehen wir der Sache einmal auf den Grund. Es gibt da einen Schlüssel, den sogenannten Königssteiner Schlüssel. Auf der Grundlage dieses Schlüssels, wird die Verteilung der Deutschland erreichenden Flüchtlinge festgelegt. Die Schlüsselzahl für Brandenburg lautet 3.06 Prozent! Das heißt 3.06 % der Bevölkerungszahl einer Kommune. Woltersdorf hat rund 8000 Einwohner. Nach dem Königssteiner Schlüssel wird Woltersdorf rund 300 Flüchtline aufnehmen müssen.

Wo, wollen wir 300 Flüchtline unterbringen? In Containern? Container sind das untauglichste Mittel, Menschen menschenwürdig unterzubringen. Was spricht gegen Container? In Containern bleiben die Ankömmlinge isoliert unter sich, eine Integration kann in Containerdörfern nicht stattfinden. Menschliche Konflikte sind schon auf Grund des engen Zusammenlebens der Flüchtlinge vorprogrammiert.

Wo in Woltersdorf können 300 Flüchtline untergebracht werden? Maiwiese, unmöglich. Sporthalle begrenzt möglich. Mehr Möglichkeiten sehe ich momentan nicht. Da der Winter vor der Tür steht, sind Container und Sporthalle als „kurzfristige“ vorübergehende Lösung zu empfehlen.
Die Kosten, werden in Woltersdorf geheim abgehandelt. Bei 50 Flüchtlingen in einem Containercamp kamen wir auf geschätzte 1.5 bis 2 Millionen Euro. Hochgerechnet auf 300 Flüchtlinge können es wohl 12 bis 14 Millionen Euro werden.
Hinzu kommen laufende Kosten: Hartz IV und Taschengeld, Miete und Strom sind frei. Vorsichtig gerechnet kommen da noch einmal 1000 Euro pro Person und Monat hinzu.

Es sieht folgendermaßen in Woltersdorf aus: Es gibt ein Minus von 212.541 TE in 2015, in 2016 von 387.685 TE, in 2017 von 365.685 TE und in 2018 von 297.285 TE. Der Bestand an Zahlungsmitteln Ende 2015 beläuft sich auf 6.218.909 Euro, 2016 stehen dann 6.445.674 Euro auf dem Konto, 2017 geht es etwas abwärts auf 6.247.089 Euro und 2018 stehen immer noch 5.958.704 Mio. Euro bereit. Drei Kredite sind auch noch zu tilgen. In diesen Zahlen sind die drei großen anstehenden Baumaßnahmen, Schule, Kita, Schleusenstraße, noch nicht erfasst.

Schulneubau und Kita wurden für eine überschaubare Zahl hier wohnender Familien geplant. Die 300 Neubürger werden aber nicht kinderlos kommen, wir werden also deutlich mehr in eine größere Schule, eine größere Kita investieren müssen.

Es kommen spannende Zeiten auf unseren neuen Bürgermeister zu, hoffentlich in einem transparenten Woltersdorf, aber da sehe ich schwarz.

Containerdorf auf der Maiwiese Teil 1

  1. Martin Gensert

    Spökenkiekerei bringt uns nicht voran.
    Noch ist nicht mal ein Flüchtling hier zugewiesen worden und schon geht Genosse Angst durch die Straßen und versprüht seinen Nährboden.
    Ich erinnere mich, dass darüber geschrieben wurde, dass die neue vierzügigen Grundschulklassen nicht mal ansatzweise voll ausgelastet sind. Ich dachte Woltersdorf ist froh, über neuen Familienzuzug, der uns hilft eigenständig zu bleiben, oder habe ich mich hier so geirrt, und dass das nur für Neubewohner germanischer Abstammung gelten soll?
    Manchmal habe ich das Gefühl in dieser Gemeinde wird mit zweierlei Maß gemessen. Auch ich bin mehr oder weniger ein Flüchtling und froh, dass ich hier ein neues Zuhause gefunden habe. Und das wünsche ich auch anderen, egal welcher Hautfarbe, Nationalität oder sexuellen Orientierung sie sind. Es sind alles Menschen und nur das zählt.

  2. Martin Gensert

    Zitat“:Die Schlüsselzahl für Brandenburg lautet 3.06 Prozent! Das heißt 3.06 % der Bevölkerungszahl einer Kommune.“
    Das stimmt leider nicht so:
    Mit dem Königssteiner Schlüssel ist die Erstverteilung von Asylbegehrenden auf die Erstaufnahmeeinrichtung der einzelnen Länder gemeint. Das bedeutet, dass das gesamte Land Brandenburg 3,06 % aller Asylbegehrenden erhält.
    Bei einer geschätzten Zahl von 800.000 Flüchtlingen insgesamt, die möglicherweise auf Deutschland zu kommen könnten, sind dies 24.480, die auf Brandenburg entfallen könnten. Brandenburg hat derzeit ca. 2.458.000 Millionen Einwohner.
    Damit hat Woltersdorf mit 8000 Einwohner ca. 0,3 % Anteil an diesem Zugang und müsste somit die Lasten für ungefähr 74 Flüchtlinge zu tragen. das dürften rund 8 Familien sein, die es unterzubringen und zu integrieren gilt.

    Wenn schon rechnen, dann bitte richtig!

    Und an den besorgten Woltersdorfer:
    Angst ist stets ein schlechter Ratgeber und gerade wir Deutschen sollten sehr vorsichtig mit irgendwelchen Schuldzuweisungen sein. Die große Vertreibungswelle nach dem 2. Weltkrieg und die Flüchtlinge im Rahmen der Herstellung der deutschen Einheit haben uns fit gemacht für solche Aufgaben. Hier sind europäische Werte gefragt, die was mit Toleranz und Miteinander zu tun haben.
    Die ehemaligen Ostblockstaaten haben sicher damit einen Nachholbedarf. Auf die gleiche Stufe stellen sollten wir uns nicht.

    1. Bernds Journal

      Spiegel, Die Welt etc.

      Vor 14 Tagen waren es 800.000 heute sind es über eine Million. In 14 Tagen korrigieren wir weiter nach oben und so fort. Hinzu rechnet Gabriel mit zusätzlichen 500.000 Personen pro Jahr. Auch diese Zahl wird meiner Meinung nach bald veraltet sein.
      Bei dem rasanten Anstieg habe ich mir erlaubt die volle Quote zu nutzen, denn wir werden auch die bald sprengen.
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sigmar-gabriel-geht-von-einer-million-fluechtlinge-2015-aus-a-1052809.html

  3. Sabine

    Warum hat noch niemand über unsere Turnhalle nachgedacht. Dort wäre sofort reichlich Platz und die Sportler könnten sich solidarisch zeigen.
    Preiwert dürfte die Lösung auch sein. Alle Medien sind vorhanden.

    1. Bernds Journal

      Liebe Sabine, ich habe in diesem Artikel erstmals die Turnhalle ins Gespräch gebracht, um die Diskussion zu beschleunigen. Der Winter steht vor der Tür, Millionen sind auf der Flucht und die brauchen keinen Luxus. Die brauchen keinesfalls irgendwelche Spinner, die Fähnchen mit der Aufschrift – Refugees welcome – schwenken, sondern Hilfe. Ein Dach über den Kopf, etwas zu beißen, ärztliche Versorgung, Deutschlehrer und pensionierte Staatsdiener, die ihnen beim unbekannten Papierkram zur Seite stehen.

      Ich beschleunige die Diskussion auch deshalb, damit unsere Gemeindevertreter und zukünfiger Bürgermeister sich bewegen und dem Landrat mitteilen, hier ist Platz, hier kann geholfen werden.

      Wir haben zwei Turnhallen und eine freie Wohnung bei den „Sport und Freizeitanlagen“ einem Eigenbetrieb von Woltersdorf. Warum ist eigentlich, zumindest, mit der Wohnung noch nichts angeschoben?

      Sport ist zwar wichtig, aber in Zeiten großer Not, müssen auch die fördergeldverwöhnten Woltersdorfer Sportler ein wenig von ihren Privilegien abgeben.
      Fangt endlich an und schwaffelt nicht nur hohles Zeug. Schaut auf unseren Kreistagsabgeordneten Wolfgang Stock, der nicht lange gefackelt hat und still und leise geholfen hat.

  4. Besorgetr Woltersdorfer

    Man kann unsere Politiker offensichtlich nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Man kann sie nur zwingen,immer dreister zu lügen. Oder durch ihr beredetes Schweigen deutlich machen zu lassen, wie schlimm die Lage wirklich ist.

    Vor der Stichwahl wird keiner der beiden Kandidaten dazu etwas sagen, soviel ist gewiss.

    Es gibt zu wenig Kita-, Schul- und Hortplätze in der Gemeinde. Die Infrastruktur, und damit meine ich nicht nur die Straßen, ist streckenweise desolat (für deutsche Verhältnisse, für Syrien sicher Weltniveau). Wir steuern sehenden Auges auf eine Pleite zu. Erste besserverdienende und gebildete Eltern überlegen, den Ort zu verlassen, da sie um das Wohlergehen und die Ausbildung ihrer Kinder fürchten. Man kann es ihnen nicht verdenken.

    Zu was diese Abwärtsspirale führen wird, ist klar: Woltersdorf wird (noch mehr) veröden. Nunja, wenn auch nicht kulturell. Durch den Zuzug unser neuen Migranten wird es hier sicher bald ganz multikulturell zugehen. Freude, Freude!

    Aber ernsthaft, die Gemeinde hat kaum die liquiden Mittel, die ohnehin anstehenden Aufgaben zu bezahlen. Und jetzt das. 300 hungrige Mäuler mehr, die mit Wohnraum versorgt werden (aber bitte keine Container, was für unsere Kinder, unsere ZUKUNFT, als Schule gut genug sein soll, ist unseren Migranten doch nicht zuzumuten), gekleidet, verpflegt und mit Taschengeld ausgestattet werden müssen. Natürlich ohne Gegenleistung, wie verpflichtende Deutsch- und Integrationskurse wohlgemerkt. Da werden so manchem Rentner die Tränen in die Augen schießen, wenn er trotz 40 Jahren Arbeit nunmehr zur Tafel muss um sich etwas zu essen zu besorgen. Sicherlich wird es dann von unserem tiefgrünen Weitblicker bald auch die Forderung nach einer eigenen Moschee geben, damit die Migranten sich hier auch wohlfühlen.

    Klar ist es schlimm, was diesen Menschen da passiert. Aber warum sollen gerade wir in Deutschland die Suppe auslöffeln, die uns andere Länder wie die USA und GB eingebrockt haben, in dem sie ganze Länder in die Steinzeit zurückgebombt haben oder noch schlimmer, diese ganzen Araber die uns jetzt verteufeln, vorher hofiert haben als es geopolitisch gerade en vogue war?

    Wir sollten es wirklich so halten wie die Osteuropäer und nur eine verträgliche Zahl aufnehmen. Lieber 10 aufnehmen und anständig integrieren, als 1.000 in Asylantenlagern zeitlich unlimitiert zwischenparken. Das ist Konfliktpotential. Heute regen sich die Leute über den kleinen Haufen Jugendlicher auf, die in Ermangelung von interessanten Alternativen am Wochenende auf dem Netto Parkplatz saufen. Na dann überlegen sie sich mal, wie sie sich aufregen werden, wenn sich da einige d u t z e n d junger Kerle herumdrücken werden, Tag für Tag, die nichts zu tun aber zuviel Kraft und Übermut haben. Und eventuell auch noch ein paar Drogen verticken, um sich das Taschengeld aufzubessern. Oder eben mit jüngeren, schwächeren Jugendlichen das beliebte „Abzieh-Spiel“ spielen.

    300 Menschen sind für ein kleines Kaff wie Woltersdorf nicht tragbar. Sogar 50 sind zu viel.

    Und daher meine ich, der unpolitisch ist und dessen einziges Ziel darin besteht, seine Familie durchzubringen und seine Kinder in der Idylle dieses kleinen Ortes aufwachsen zu sehen:

    NEIN ZUM HEIM IN WOLTERSDORF.

    (stellt mich ruhig in eine bestimmte Ecke aus der ich nicht komme.)

  5. Noch-Woltersdorfer

    Tjaja, dann wird es mit Rücksicht auf den eigenen Nachwuchs wohl langsam aber sicher Zeit, in eine finanziell und bildungsmäßig besser ausgestattete Gemeinde zu ziehen, besser noch in ein anderes, nicht von den Sozis (mit)regiertes Altbundesland. Bayern soll ja sehr schön sein.

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