Archiv für die Kategorie „Erzählungen“

Eine Hafengeschichte

Montag, Mai 30th, 2011 von Bernd

Es ist ganz ruhig, wir hockten am Wasser, blickten auf die sich nähernde Schwanenfamilie mit ihren Jungen. Fotoapparat und ein Tool zur Tonaufnahme waren vorbereitet, wollten wir doch das Piepsen der Jungen aufnehmen. Da wurde unsere Exkursion gestört. Wie aus dem Nichts, kam ein junger Mann, baute sich wenige Zentimeter neben uns, auf dem Nachbargrundstück, auf. Er war über den wackligen Steg der zerfallenden Hafenanlage meines Nachbarn Grimhold herangestürmt.

Mit dem Hafen ist es ein Kreuz, mein Nachbar (weiterlesen…)

Feuerteufelchen

Donnerstag, Februar 17th, 2011 von Angelika

Janus ist stolze vier Jahre alt und geht in den Kindergarten. Dort spielt er mit seinen drei Freunden. Eines Tages haben die vier eine tolle Idee. Sie sausen zu den Toiletten und stopfen eine voller Klopapier. Vorsichtig linst Janus um die Ecke, keine Erzieherin zu sehen. Nun zieht er die zu Hause geklauten Streichhölzer aus der Tasche und zündet das Klopapier an. Über die züngelnden Flammen in dem Klobecken freuten sich die Knirpse. Erst als beißender Qualm dazukam, drückte Janus auf die Klospülung und Schwupps, war das Feuer gelöscht. (weiterlesen…)

Lebensweisheit

Montag, Februar 14th, 2011 von Angelika

Beim Aufräumen meines Schreibtisches gefunden:

“Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selber auf den Arm zu nehmen.”

von Werner Fink (1902 – 1978)

Gute und Böse Nachbarn

Samstag, Dezember 18th, 2010 von Bernd

Gute Nachbarschaft ist nicht mit Geld zu bezahlen. Schlechte Nachbarschaft dagegen möchte ich fast als eine der sieben Plagen bezeichnen. Sofia, eine Bekannte, hat zwei Nachbarn, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Eine ist freundlich, mit dem auf der anderen Seite ist es eine Qual. Sofia hat die Bürde aufgeladen bekommen als sie ihr Haus kaufte und den schwellenden Streit mit dazu. (weiterlesen…)

Aggressive Nachbarn

Sonntag, Dezember 12th, 2010 von Bernd

Der Prenzelberg, einst trostloses Massenquartier des Proletariats, ist nach der Wende salonfähig geworden. Die Ersten, die sich nach der Wende hier niederließen, waren junge Leute, die einfach nur billig wohnen wollten. Das ist längst überholt, am Prenzlauer Berg wollen neben Alteinwohner und Bohemiens auch die Neuen wohnen. Neben, ist vielleicht nicht das richtige Wort, sie wollen den Ton angeben, wollen das die armen Schlucker nach ihrer Pfeife tanzen, sich ihnen anpassen. Die Neuen, dass sind Bürgerliche mit satten Gehältern und Kapitalanleger, die ganze Straßenzüge durchsanieren und dann zu astronomischen Preisen vermieten.

Diese neuen Bewohner machen Druck, (weiterlesen…)

Edelgart Sorgenreich

Donnerstag, November 25th, 2010 von Bernd

Der Erbprinz des Verlagshauses DuMont hat Kommentare zu Blogbeiträgen geschrieben. Ungewöhnlich daran ist, er hat unter verschiedenen Namen einen dreistelligen Betrag von seltsamen Kommentaren gegen Konkurrenten, Freunde und den Betreiber des Blogs losgelassen.

Vor einigen Monaten erlebte ich ähnliches. Da wurden in meinem Blog über einhundert ellenlange Kommentare geschrieben. (weiterlesen…)

Unser Nachbar

Mittwoch, Mai 5th, 2010 von Bernd

ist ein aufmerksamer Nachbar. Kein Schritt, kein Werkeln, kein Husten, nichts entgeht ihm. Wo wir gehen oder in der Erde wühlen ist er nicht weit, geschäftig, immer eine Harke, eine Gießkanne oder sonst etwas in der Hand. Nach acht Jahren allgegenwärtiger Aufmerksamkeit, begann uns seine Nähe zu nerven und wir überlegten: Wie werden wir den Kerl und seine nicht bessere Gemahlin los, wie verschaffen wir uns Ruhe vor der erdrückenden Aufmerksamkeit, die ein unbeschwertes Leben stört.

Ziemlich schnell kam uns die Erkenntnis, (weiterlesen…)

Nackedei im Garten

Samstag, April 17th, 2010 von Angelika

Nackt im GartenIn meinem Haus, da gibt es einen Raum, nur für mich. Dort sitze ich oft an der alten Singer oder am Fenster, vor einem etwas jüngeren Computer. Ab und zu blicke ich hinunter, betrachte das Treiben auf der Straße und es lässt sich nicht vermeiden, auch das was in Nachbars Garten so passiert. Da, auf seinem Flecken Erde geht etwas vor, dass mich seit einiger Zeit beunruhigt. Der Nachbar, nennen wir in Frank, läuft immer öfters nackt, splitterfasernackt, herum und ich kann nicht vorbeischauen, denn er latscht dort im Zentrum meines Blickfeldes. Frank ist ein alter, hässlicher, krummlaufender Kerl, mit einer meist hass- oder schmerzverzerrten Fratze. Nur weiß er, dass er aussieht wie eine verdörrte Mumie? Ich glaube nein, denn ab und zu zeigt er bewusst sein Geläut, schiebt die Glocken und das lange Glockenseil als Blickfang provozierend vor sich her. Will er bei mir Eindruck schinden? Weiß er überhaupt, dass ich ihn sehen muss, wenn er da so herumhüpft? Die letzte Frage beantwortete mir letztens einer von Franks Söhnen als sie ihn besuchten, Andi winkte mir zu, eindeutig mir. Jetzt ist alles klar, Frank weiß, dass ich da sitze und präsentiert mir mit Absicht das, was eher zum Abdecker gehört. Heute früh trampelte Frank wieder über seinen Laufsteg auf mich zu, natürlich nackt, nein nicht ganz, er trug weiße Turnschuhe. Mich schüttelte ein Lachkrampf und so erzählte ich es meiner Tochter und die keuchte lachend: So präsentiert MANN modische Turnschuhe selbstbewusst. Jeder macht sich eben auf seine eigene Art und Weise so gut wie er es kann lächerlich.

Mann braucht Viagra

Freitag, Februar 19th, 2010 von Bernd

Wenn Mann in die Jahre kommt, bekommt er steife Glieder, bis auf eins. Ein noch rüstiger Frührentner von 45 Jahren wollte dem Problem vorbeugen und raffte 4000 der begehrten blauen Tabletten. Im Glauben, dass die Tabs gut versteckt im Koffer lagen, hievte er das gute Stück auf das Fließband des Münchner Flughafens. Langsam zog dieser hinter Handtaschen, Rucksäcken und allerlei Schachtel her und verschwand in dem gefräßigen Schlund einer Blackbox. Dort tastete sich der durchdringende Blick des Röntgengeräts durch die Lederhülle und fand die gut versteckten Pillen.

Der fürsorgliche Jungrentner verklickerte den neugierigen Taschenkrebsen, “er brauche die Aufrichter für sich ganz alleine.” Unser nun verhinderter Fluggast hatte die Zukunft seines Pillemanns weit vorausschauend geplant. Mit ein bißchen Arithmetik und der Annahme, dass unser Frührentner die Behandlung seiner erektilen Dysfunktion dreimal pro Woche für nötigt hält, kann er rund 24 Jahre an der Standfestigkeit seiner Erektion herumlaborieren. Mit Einnahme des letzten Scharfmachers hat er 69 Lenze auf dem Buckel und vielleicht will der störische Phallus bis dahin ja auch seine Ruh.

Lotterie – Ein jiddischer Witz

Sonntag, September 20th, 2009 von Bernd

Moshe haderte mit der Welt und dem Schicksal – und klagte Gott sein Leid:”Herr, warum bist du so grausam? Ich war immer ein guter Diener. Alles hast du mir genommen. Wenn es dich gibt, zeig mir, dass du ein guter Gott bist – und lass mich einmal in der Lotterie gewinnen.” Nichts passiert. Am nächsten Tag betet Moshe wieder, es passiert nichts. Er betet fortan jeden Tag um einen Lottogewinn – ein ganzes Jahr lang. Dann geschieht endlich das erhoffte Wunder, der Himmel über ihm öffnet sich und eine tiefe Stimme spricht:”Moshe, ich habe dein Klagelied ein Jahr lang anhören müssen, jetzt, bitte, gib du mir eine Chance – und kauf dir endlich ein Los!”