Baugenehmigung fürs Kaminholz

hermannswerder-holzstapel
Wir haben schon einmal, in diesem Februar, über den kuriosen, inzwischen in ganz Deutschand bekannten Streit der Bauverwaltung Potsdam mit Hoteldirektor Burkhard Scholz um die Baugenehmigung für einen Brennholzstapel in seinem Garten berichtet.

Es scheint der Kamin im Hotel hat nicht den ganzen aufgetürmten Holzberg verschlungen. Es muss etwas übrig geblieben sein oder noch etwas hinzugekommen sein und das wachsame Auge der Potsdamer Bauverwaltung hat es rechtzeitig erspäht, bevor der Stadt durchs Kaminholz ein gewaltiger Schaden entstehen kann.

Von einem Unglück, das Potsdam durch Kaminholzscheite traf ist mir nichts bekannt. Die Baugenehmigungssatire der Stadtverwaltung könnte für einen größeren Imageschaden der Stadtverwaltung sorgen oder den Tourismus ankurbeln. Bestimmt gibt es viele Bürger im ganzen Land die den Brennholzstapel des Inselhotel Hermannswerder, auf der gleichnamigen Potsdamer Halbinsel sehen möchten. Vielleicht könnte das Bauamt der schildaischen Stadt einen Transitverkehr zwischen Amt und Hotel einrichten. Ich könnte mir vorstellen, dass es Touristen gibt, die die einmalige Belegschaft in ihren Amtsstuben betrachten möchte.

Was war geschehen? Ein 20 Jahre alter Brennholzstapel (Bild oben) soll aus dem Garten des Hotels verschwinden. Die Stadt verfügte zudem eine Strafe von 1000 Euro und droht sogar mit Haft. Unklar ist noch, ob der Kaminholzstapel oder der Hoteldirektor inhaftiert werden soll. Denn aus Sicht der Stadt handelt es sich beim Brennholz um ein Bauwerk, „das durch seine eigene Schwere“ mit dem Boden verbunden ist.
Die Beamten der Postdamer Stadtverwaltung, einschließlich Bürgermeister Jann Jakobs sind ja auch durch eigene Schwere mit dem Boden verbunden. Ob die auch eine Sondergenehmigung der Bauverwaltung benötigen? Zumindest, wenn sie längere Zeit auf einen Fleck verharren und dann als statisches Bauwerk angesehen werden. Ach ja, der Bürgermeister stammt aus Ostfriesland, na dann.

Zumindest ist die Potsdamer Verwaltung rührig. Falls es mit dem Holzstapel nicht klappen sollte, dann ist immer noch für eine deutschlandweite Gaudi gesorgt. Anhörungen der Verwaltung laufen, wegen eines Glaszauns um einen Pool, zu einem Weg zu einem Bootssteg, einem Saunaschiff am besagten Bootssteg und für ein Gatter für die Haustiere des Hotels, Esel Fritz und Pony Wilhelmine.