Bauausschuss Februar 2017 – Teil 7; Maiwiese und Straßenreparatur

Jens Mehlitz monierte eingangs, dass er, obwohl die Sitzung nur fortgesetzt wurde, vier neue Tischvorlagen auf seinem Platz lagen. Seiner Meinung nach wäre so etwas nicht in Ordnung, da es sich hier nur um das Fortfahren der Sitzung handeln würde. Diese Vorlagen hätten schon am Dienstag dem 21. Februar da sein müssen und gab sie demonstrativ an den Vorsitzenden zurück. Gleichzeitig kündigte er an, wenn diese Punkte behandelt würden, würde er den Saal verlassen.
(Anmerkung: Da hat er vollkommen richtig gehandelt. Es ist vom Vorsitzenden nicht gerade die feine Art noch Tagesordnungspunkte nachzuschieben).

Punkt 10. Anfrage zu einer Nutzung auf der Maiwiese
Kerstin Marsand kam auf den Punkt zu sprechen, zu dem es am 6. Januar 2017 eine Anfrage von Lara Jahnke, Gründerin von „Blattwerk Naturpädagogik“ Berlin. Sie würden gerne, außer den fünf geplanten Veranstaltungen auf der Maiwiese, ständig vor Ort sein. Das Konzept der naturpädagogischen Veranstaltungen würde gut zum Waldkindergarten passen. Dazu gab es nun eine bauliche Anfrage, denn Lara Jahnke von „Blattwerk“ würde gerne dauerhaft einen Zirkuswagen auf der Maiwiese stationieren. Dieser Wagen soll für Seminare bei schlechtem Wetter, Übernachtungen und als Materiallager dienen. Dazu müsse, so Kerstin Marsand, aber eine Baugenehmigung erteilt werden. Sie habe schon einmal vorab Lara Jahnke signalisiert, dass die Gemeinde da nicht zustimmen werde, da die Maiwiese im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet lege und noch dazu im FLNP als Grünfläche und Festwiese ausgewiesen wird. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass bereits ein Bauwagen für den Waldkindergarten dort stehe, der damals mit der Auflage genehmigt wurde, dass sich die Kinder dort nur kurzzeitig, also bei Regen, aufhalten dürfen.

Jens Mehlitz wollte wissen, ob ein Campingmobil für eine Nacht zum Schlafen dort stehen kann. Das wurde verneint. Jens Mehlitz ließ nicht locker und fragte, was denn mit dem Parkplatz wäre, darf es dort stehen. Es gab dazu ein jein, aber Lara Jahnke erklärte, dass dieser Wagen dafür nicht geeignet wäre und auch der Aufwand wäre zu groß.

Karl-Heinz Ponsel war verwundert, da es da oben Bühne und Toilettenhäuschen gebe. Kerstin Marsand erklärte, dass diese Bauten Bestandschutz hätten, da die Maiwiese als Festwiese ausgewiesen ist.

Es gab noch Fragen zur Zusammenarbeit von Blattwerk und dem Waldkindergarten. Das könne sich so vorgestellt werden in der Art wie die Schulen und der Naturerlebnisgarten in Woltersdorf.
(Anmerkung: Ich bin mir ganz sicher, dass sie gut zusammenarbeiten werden, wo doch Oriana Stock den Waldkindergarten leitet und auch bei Blattwerk mitwirkt).

Heinz Vogel fragte nach den Betriebskosten der Veranstaltungen, werden die von „Blattwerk getragen oder wie. Synke Altmann wies auf die Gebührenordnung der Sport- und Freizeitanlagen hin, die auch hier angesetzt werden. Es handelt sich 119 Euro pro Tag. Zusätzlich wären, wenn der Zirkuswagen genehmigt würde, eine monatliche Miete und Betriebskosten zum Tragen kommen. Sie fand es schade, dass es nun nur bei den fünf Veranstaltungen bliebe. Jens Mehlitz suchte immer noch verzweifelt nach einem Standplatz für den Wagen. Alles wurde verneint. Kerstin Marsand meinte auch, dass „Blattwerk“ finanziell nicht in der Lage wäre, den FLNP zu ändern. Sie murmelte noch, dass so pauschal an dem Leitbild rumgefummelt werden soll, empfinde sie als schwierig.
(Anmerkung: Komisch bei den Investoren findet sie rumfummeln nicht so tragisch, die dürfen alles passend hin und her fummel).

Synke Altmann erklärte, dass darüber im nächsten Hauptausschuss noch einmal etwas ausführlicher geredet werden soll.

Karl-Heinz Ponsel fragte sich, wieso für die kürzlich neu gebaute Bühne eine Baugenehmigung erteilt wurde, was sich da geändert habe. Er wies darauf hin, dass Bauen im Landschaftsschutzgebiet nicht generell verboten wäre, die Verordnung wurde 2013 geändert. Es müsste dazu das Ministerium in Potsdam befragt werden.

Hans Hoch fand, dass ein Zirkuswagen auf Rädern stände und dafür bräuchte man keine Genehmigung. Kerstin Marsand sah das anders, da die Räder mit dem Boden verbunden wären, braucht man eine Baugenehmigung.
(Anmerkung: Erinnert mich an den Streit eines Potsdamer Hotelbetreibers mit dem Bauamt über einen mit der Erde verbundenen Brennholzstapel).

Synke Altmann bedauert es sehr, da sie die Idee toll fand. Blattwerk habe ein breites Angebotsspektrum, aber ohne Lagermöglichkeiten von Materialien vor Ort, wäre der Aufwand zu groß, sodass es wohl bei den fünf Veranstaltungen bleibt. Es gab noch ein paar absurde Ideen eine Mauer aus gestapelten Steinen als Schutzhütte und Ähnliches.
Jelle Kuiper zog die Schlussfolgerung aus allem, es kann nicht genehmigt werden.

Punkt 11. Straßenreparaturprogramm 2017 der Gemeinde Woltersdorf – Vorstellung und Diskussion
Beate Hoffmann stellte das Programm vor. Die erforderlichen Mittel von 100 TE wurden bereits am 15. Dezember 2016 bereitgestellt, allerdings wolle sie nicht an den Gemeindevertretern vorbei arbeiten. Den Schwerpunkt sieht sie bei den Gehwegen. Eines dieser Projekte ist der Gehweg in der Werderstraße, da sollte im letzten Jahr schon eine Seite repariert werden. Es scheiterte aber daran, dass die Kosten höher waren als die zur Verfügung stehenden Mittel. Deshalb steht diese Maßnahme in diesem Jahr an erster Stelle. Die Beschädigung des Gehweges mit verkanteten Betonplatten, Unebenheiten durch Baumwurzeln und teilweise losen Platten stellt eine Gefahrenquelle dar. Sie möchte aufgrund des Tourismusaufkommens die östliche Seite Richtung Schleusenstraße durchreparieren, damit dieser wieder gefahrenfrei begangen werden kann. Im nächsten Jahr käme dann die andere Seite dran. Ebenso möchte Beate Hoffmann mit dem Gehweg in der Köpenicker Straße verfahren.

Um in den Asphaltstraßen die aufgebrochenen Löcher zu schließen, plant die GWG für etwa zwei Wochen ein Patchmatikgerät anzumieten. Das gehe erst ab Anfang Mai und dann soll damit folgende Straßen bearbeitet werden: Berghofer Weg, Schleusenstraße, Werderstraße und weitere Straßen auf Anforderung.

Die unbefestigten Straßen stellen nach wie vor ein Problem da. Im Sommer staubt es, wenn es geregnet hat, bilden sich riesige Wasserlachen und in den entstandenen Senken können Fahrzeuge aufsetzen. Es sollten Leistungen wie ebenen, stabilisieren und profilieren so schnell wie möglich ausgeschrieben werden, damit im April die Arbeiten erfolgen können. Es bestehe hoher Handlungsbedarf an folgenden Straßen: Fährweg, Paul-Singer-Straße, Puschkinallee südlich der Berliner Straße, Edelweißstraße, Rütlistraße, Hermann-Löns-Straße und Nacharbeiten an der Weinbergstraße. Diese Arbeiten müssten eigentlich jedes Jahr durchgeführt werden. Damit sind die Mittel aufgebraucht. Dann noch ein kleiner Reparatureinsatz am Geländer der Rosenbergstraße.

Stefan Bley fand 50 TE für die Reparatur von 600 Metern Gehweg als sehr teuer. Er wollte noch wissen, ob das Thema private Straßenreparatur noch aktuell wäre. Es haben ihn Anwohner angesprochen, die so eine Maßnahme machen würden. Jelle Kuiper bemerkte dazu, dass dieses Thema in der Sitzung im April auf der Tagesordnung stehen würde.

Wilhelm Diener klagte über die unbefestigten Straßen. In der Sebastian Bach-Straße könne bei Regen nicht einmal mehr zu Fuß gegangen werden und das Wasser liefe in die Grundstücke. Die Entwässerungsgräben wurden im letzten Jahr von der GWG nicht ausgehoben und im Sommer gibt es durch die Badestelle am Kalksee wieder riesige Staubwolken.

Beate Hoffmann meinte dazu, dass sie im Moment nichts tun könne, es wäre noch viel zu nass, da könne der Boden nicht verdichtet werden. Die Feuchtigkeit müsse erst raus.

Ulf Brümmel hatte eine Verständnisfrage, was ist unter wassergebundene Decken im Rahmen der Gehwegreparatur zu verstehen. Beate Hoffmann erklärte, dass an den Stellen wo Wurzeln wären, die hochstehenden Platten entfernt würden und durch wassergebundene Decken ersetzt werden. Alles in allem wäre die vorgenommene Maßnahme an den Gehwegen nur eine Notreparatur. Der laufende Meter schlage kostet 80 Euro.
(Anmerkung: Die wassergebundene Decke gehört zu den ältesten Wegeformen. Sie ist auch als Splitt- oder Kiesweg bekannt).

Karl-Heinz Ponsel empfand die 50 TE für die Gehwegreparaturen als verbranntes Geld. Auch die Reparatur am Geländer der Rosenbergstraße könne in Eigenregie durchgeführt werden. Nachdenklich stimmte ihn auch die Tatsache, dass die Saarstraße, die privat repariert wurde, länger hält, als die von Firmen durchgeführte Straßenreparaturen. Bestes Beispiel wäre auch der vordere Bereich der Weinbergstraße, der privat gemacht wurde.

Jens Mehlitz favorisierte für die Gehwegreparaturen anstelle der alten Platten die wassergebundenen Decken. Das klappe gut in der Köpenicker Straße, wo ein seitlicher Streifen mit diesen Decken erstellt wurde und immer noch in Ordnung wäre.

Heinz Vogel fand, dass über den Straßenbau generell gesprochen werden müsste. Welche Straßen sollen in den nächsten zwei Jahren z.B. ausgebaut werden. Kerstin Marsand stimmte dem zu. Sie erzählte, dass sie mit einer anderen Gemeinde zusammengesessen habe, die ein Straßenbauprogramm hat. Das werde nach den aufgestellten Prioritäten hintereinander weg abgearbeitet.

Beate Hoffmann erklärte, dass sie bei den Gehwegreparaturen auch nicht das Geld zum Fenster rauswerfen wolle und nach der kostengünstigsten Variante gesucht habe. Privatreparaturen sah sie aus Gründen der Gewährleistung kritisch.

Kommentar: Seltsam, geht es nicht gerade um reiche Investoren, dann geht bei uns im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet gar nichts. Ob hier ein Zirkuswagen, da eine Rezeption auf dem 70 Jahre alten Campingplatz oder die kleinen Leute an der Krokodilsbucht, da wird alles abgeschmettert. Kommen aber die heiligen Investoren, vielleicht noch mit Planern, die man schon aus Doppeldorf kennt, dann steht unsere Investoren Bauleiterin auf der Matte. Da soll dann der FLNP blitzschnell den Wünschen der Investoren angepasst werden, möglichst noch vorgestern. Da spielt es, so sieht es aus, keine Rolle, ob es Landschaftsschutzgebiet, Freizeit und Erholung, Biotop oder Außenbereich trifft, für Investoren, da soll es in einem Investoren Bauamt keine wirklichen Hindernisse geben. Finde ich auch völlig in Ordnung. Baugott Mammon regiert die Welt. Bedenken, die werden im Affenzahn wegpalavert, in Atome zertrümmert, niemand soll sie je wiederfinden. Dann noch horchende Abgeordnete, die, so dachte ich einmal, für alle Woltersdorfer da sein sollen, hängen wie in Trance an der flink palaverden Zunge der Rhetorikerin.

Unsere Sebastian Bach-Straße, da hat Wilhelm Diener absolut recht, die hat es in sich. Im Sommer die üblichen Staubwolken oder wettbewerbsfähige Badeseen, im Winter all zu oft Glatteis ohne Sand oben drauf. Doch soll in der Sebastian Bach Einbahnstraße gearbeitet werden? Bernds-Journal meint dort solle absolut nicht gearbeitet werden. Das ist da viel zu gefährlich für Bauarbeiter und ahnungslose Passanten auf der Rüdersdorfer. Touren dort doch alle Tage und mehrmals die dicken Limousinen eines Unternehmer-Ehepaars gegen die Fahrtrichtung aus der Einbahnstraße raus und rauf auf die Rüdersdorfer Straße. Wollen wir Bauarbeiter solchen Gefahren aussetzen? Vielleicht spricht unser Gemeindevertreter Diener ja mal mit den beiden Sündern. Diener wohnt ja in der Gegend und kennt alle Anwohner, da kann er doch mal seine weitbekannten Überzeugungskünste zeigen.

Teil 7/8