Bauausschuss Februar 2017 – Teil 5; Bebauung TLG-Gelände – Ertel-Werft

Fortsetzung Punkt 8 # TLG-Gelände und Ertel-Werft aus Teil 4. Punkt 8 wird damit abgeschlossen.
Zum Einstimmen einige Bilder vom Gelände der Ertel-Werft.



Kerstin Marsand betonte noch einmal, dass der Aufstellungsbeschluss wichtig wäre. Eine Bürgerversammlung wird sie auf keinen Fall ohne Aufstellungsbeschluss ansetzen. Sie habe festgestellt, dass es in der Öffentlichkeit ganz große Defizite im Bereich Bauleitplanung gebe. Jelle Kuiper forderte, dass eine geplante Bürgerversammlung dazu nicht im April, sondern erst nach dem Aufstellungsbeschluss stattfinden werde. Kerstin Marsand nickte.
(Anmerkung: Es ist mir jetzt des Öfteren aufgefallen, wie kritiklos sich der Grüne den Wünschen von Frau Marsand anpasst).

Dirk Hemmerling sah bei den beiden Grundstücken ein Problem, da gebe es wohl konkurrierende Interessen. Auf der einen Seite Wohnen, auf der anderen Seite Bootsmanufaktur. Martin Cotter meinte dazu, dass er Vertrauen in die Gesetzgebung hätte. Er fände allerdings eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gut, denn er habe keine Angst vor den Gesprächen, die könnten sehr anregend sein. Er persönlich war auch einmal in Woltersdorf unterwegs gewesen, aber so richtig Schönes habe er nicht finden können. Es wäre wie in der Dritten Welt, es gebe schöne Grundstücke aber sonst.
(Anmerkung:: Wie wahr, wie wahr. Nur denen in der Dritten Welt wird geholfen, uns nicht. Aus gegebenen Anlass, diese Anmerkung ist eher spöttisch zu verstehen)

Kerstin Marsand beantwortete Dirk Hemmerlings Frage folgendermaßen. Die beiden Investoren werden zusammengezwungen. Der B-Plan müsse die Konflikte lösen, ansonsten gebe es keinen Satzungsbeschluss.
(Anmerkung: Falls Frau Marsand die Macht hat Investoren zusammen zu zwingen, dann stellt sich die Frage, welches seltsame Spiel wird hier von wem gespielt).

Heinz Vogel konterte, Woltersdorf hässlich, aber lebenswert.
(Anmerkung: Nein, Herr Vogel, Woltersdorfs Infrastruktur ist heruntergekommen wie in der Dritten Welt. Wer alles verkommen ließ, Sie wissen es so gut wie ich).

Außerdem sei er wie auch Karl-Heinz Ponsel dagegen, den FLNP wie einen Käse zu durchlöchern. Er könne dem nur zustimmen, wenn der Charakter der Bebauung mehr Sport- und Freizeitgebiete ausweist. Bei dem Werftgelände sieht es in seinen Augen allerdings anders aus, denn da wird etwas Alttraditionelles modernisiert und dem Umfeld anpasst. Er persönlich fand, dass seit September nichts Neues von Seiten der Planer gekommen wäre. Er finde allerdings, dass ein Fahrradweg, Spielplatz oder ein Kitaneubau nicht uninteressant wäre. Sollen denn in die geplanten Häuser keine Kinder einziehen, wollte Heinz Vogel wissen. Im Werftgelände stehen zwei Häuser unten am Wasser und es wäre auch die Rede von einem Badesteg. Ginge bis dahin auch der Uferweg. Über all diese Dinge müsste noch einmal nachgedacht werden, bevor irgendeine Entscheidung gefällt würde.

Stefan Bley ging es ähnlich. Nach Woltersdorf sollen neue Anwohner ziehen. Die Frage ist aber, wollen wir der dörfliche Ort treu bleiben oder wollen wir wachsen. Wenn ja, dann müsse auch für die Infrastruktur, wie eine neue Kita etwas getan werden. Der Naturschutz müsse bedacht werden, ist es tatsächlich so einfach umzusetzen, wie es hier vorgetragen werde. Er habe in dem Plan gesehen, dass unten im ausgewiesenen Naturschutzgebiet plötzlich Häuser geplant werden. Funktioniert das alles so, wollte Stefan Bley wissen. Die geplanten Häuser der Ertel-Werft stehen am Strand. Gehe denn das alles so. Es stünden seiner Meinung nach noch so viele Fragen im Raum, die erst einmal geklärt werden müssten.

Karl-Heinz Ponsel hatte auch noch ein paar Sachen. Weiterentwicklung Richtung Schleuse mit größeren Freizeitflächen. Den geplanten Uferweg hielt er für ein „Feigenblatt“. Der wäre viel zu klein geplant. Dann stehen noch rechtliche Gegebenheiten, wie das Landschaftsschutzgebiet, im Raum, die werden hier nicht berücksichtigt. Dann stehen noch die Eigentumsverhältnisse zur Debatte. Nämlich die Grenze zwischen zwei Gemeinden, nämlich Woltersdorf und Rüdersdorf. Die Grenze liegt auf dem Land und ob sie 3 oder 7 Meter vom Ufer weg entfernt verläuft, das kann er nicht sagen. Eins allerdings wäre sicher, dieser Bereich liege nicht in der Planungshoheit von Woltersdorf. Es war auch der Meinung, dass die Bürger, die er für wissend und mündig hält, vor dem Aufstellungsbeschluss in einer Einwohnerversammlung, befragt werden sollten.

Jelle Kuiper meinte, das Gelände hätte seit 1990 als Freizeitgelände geplant werden können. Es wurde schon verschiedene Planungen vorgestellt, von denen er den Eindruck gewonnen habe, dass sie noch nicht in die richtige Richtung gingen. Es empfand aber auch, dass das jetzt mit der von der Verwaltung eingebrachten Beschlussempfehlung zu schnell ginge, da erst die offenen Fragen geklärt werden müssen. Da von den Investoren zwischen 150 bis 160 Wohneinheiten, also etwa für 400 Einwohner mit Kindern, geplant sind, fehlen Kitaplätze. Die Kitafrage ist eine sehr wichtige Frage. Da sind die Investoren gefordert, die aber wahrscheinlich nicht geneigt sein werden eine zu bauen. Dann wollte er noch wissen, wie erreichbar denn der geplante Uferweg wäre. In seinen Augen war alles noch sehr vage. Sicher ist, dass es einen Bedarf an Grundstücken gebe, da die Menschen ins Umland zögen. Trotzdem sollte die Frage geklärt werden, was wollen wir.
(Anmerkung: Das betteln bei den Investoren um ein Geschenk, eine Kita, ist nicht so ganz ohne. Die Bettler schrammen wohl dicht am Strafrecht entlang, da kann leicht eine Grenze überschritten werden. Hier kommen Korruption, Aufforderung zur Bestechung, Mitwirkungsverbote und Interessenskonflikte ins böse Bettlerspiel).

Kerstin Marsand verwies auf ihre Beschlussvorlage in dem nicht Sport- und Freizeit aber dem Wassersport Raum eingeräumt wäre.
(Anmerkung: In dem Papier, was den Bürgern vorliegt, finde ich nichts davon).

Ebenso können Spielmöglichkeiten entstehen, ein öffentlicher Uferweg ist geplant. Zur Kita könne sie nur sagen, dass sie überrascht war, dass die vorhandenen Kitas nicht voll ausgelastet wären. Alles andere müsse im Rahmen der Planung geklärt werden. Zur Einwohnerversammlung erklärte sie, dass sie sich weigere, vor dem Aufstellungsbeschluss eine durchzuführen. Denn es muss zuerst geklärt werden, was gewollt wird.

Jens Mehlitz empfand auch, dass erst einmal geklärt werden müsste, wo Woltersdorf hin will. Allerdings empfand er auch, dass die Fläche sehr schön sei, die könne doch so bleiben, denn schließlich habe der Investor sie als Sondergebiet Erholung und Freizeit gekauft. Er empfand es allerdings als frech, dass in einer Insel im Landschaftsschutzgebiet Häuser gebaut werden sollen. Er empfand, dass hier Woltersdorf auf einen engen Raum verdichtet wird. Er möchte eine gesunde Durchmischung in Woltersdorf haben.

Jelle Kuiper mahnte aufzuhören, hier Sonntagsreden zu halten. Es könne doch alles schriftlich eingereicht werden.
(Anmerkung: Hallo Herr Kuiper, sollen wir keine Meinungen hören, die von Frau Marsand abweichen? Geht das zu weit?).

Jürgen Thesing, Planer TLG-Gelände ?, beschwerte sich, dass das die Probleme einer Bauleitplanung seien. Habe man einen fertigen Plan, dann wird gemeckert, ist keiner da , dann heißt es, sie haben noch nichts gemacht.

Jelle Kuiper fasste zusammen, dass die Fraktionen mit der ersten Planung noch große Bedenken haben. Dazu könne es ja eine Sondersitzung geben. Dafür soll Schriftliches aus den Fraktionen eingereicht werden. In seinen Augen müssen folgende Punkte angesprochen werden, die vielen Wohneinheiten, das Grün muss erhalten bleiben, die Kitafrage und die Erreichbarkeit des Uferweges. Er wollte wissen, ob die Investoren auf diese Punkte eingehen.

Die Investoren Nils Clausen und Michael Cotter erklärten, dass sie diesen Weg zusammengehen wollen. Es könne über alles offen diskutiert werden. Jedes Grundstück lag über 25 Jahre brach und sie stellten die provokante Frage was passieren würde, wenn nichts passiert und bekamen zur Antwort, Nichts! Siegfried Bronsert meinte nur, dann würde die Gemeinde ein Juwel in der Hand behalten.
(Anmerkung: Da hat Dr. Bronsert, etwas Wahres und Wertvolles in wenige Worte gefasst).

Dirk Hemmerling meinte, dass jede Fraktion einen Forderungskatalog erstellen und bei der Verwaltung einreichen sollte. Die Verwaltung bündelt dann für die Sondersitzung, die durch das Verschieben des einen Tagespunktes sowie so stattfindet, könne dann über einen Aufstellungsbeschluss entschieden werden.

Jelle Kuiper bedauert es, dass nicht heute schon der Aufstellungsbeschluss gefasst werden konnte. Er habe aber erkannt, dass er wohl der Einzige gewesen wäre, der den Beschluss heute hätte fassen wollen.
(Anmerkung: Die Anderen sind eben nicht so sehr in einer geistigen Symbiose mit Frau Marsand gefangen).

Der Link für zum Sommerfest auf der Ertel-Werft mit noch vielen Bildern vom Ertel-Werft Gelände.

Teil 5/8

  1. Listiger Lektor

    „Anmerkung: Wie wahr, wie wahr. Nur denen in der Dritten Welt wird geholfen, uns nicht“

    Ernsthaft? Oder gefühlte Wahrheit?

    1. Bernds Journal

      Spott, Hohn, Satire, Zynismus, Sarkasmus, irgend etwas davon. Im Fokus, die unendlichen Sandpisten von Woltersdorf, die hier eigenartigerweise Straßen genannt werden und die sogar diesbezügliche Schilder vorweisen können.

  2. Friedrich

    Für Ihre Ruhe und Besonnenheit verdienen unsere Abgeordneten grosses Lob. Mit ihren mehr oder weniger unbeantwortet gebliebenen Fragen zeigten sie, dass sie Herr im Ring sind.

    Ein Juwel , so Herr Bronsert, sollte man nicht so schnell aus der Hand geben.

    Mir scheint, dass die Planer ohne wirkliches Konzept angereist sind- bis auf eines, mit möglichst vielen Wohnungen möglichst viel Profit zu machen. Für Woltersdorf und seine Bürger soll dabei nichts abfallen. Und unsere Gemeinde dann noch als „Dritte Welt“ zu bezeichnen empfinde als sehr unfreundlich.

    Wie kann man mit so einem Konzept ernsthaft eine Entscheidung der Abgeordneten erwarten oder gar einen Aufstellungsbeschluss. Für mich war das ein Versuch die Abgeordneten mit Unterstützung der Verwaltung zu überrumpeln.

    1. Bernds-Journal

      Ich glaube, die Bezeichnung „Dritte Welt“ für Woltersdorf, im Vergleich zu anderen Kommunen, ist noch eine freundliche Umschreibung.

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