Bauausschuss Februar 2017 – Teil 3; Sanierung Fidusdenkmal

Punkt 7. Vorstellung von Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen am Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (FIDUS-Relief)

Kerstin Marsand erläuterte, dass es sich hier um zwei getrennte Maßnahmen handelt. Einmal ginge es um die Restaurierung des Sandsteinreliefs von Fidus. Hier ist der Verschönerungsverein federführend, der dafür auch schon Spenden sammelte und dazu ab Februar 2014 Förderanträge stellt. Die andere Maßnahme steht für den Schutz und Erhalt des Denkmals. Dazu ist die Gemeinde nach dem Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz verpflichtet. Es wurden dafür bereits verschiedene Entwürfe in Auftrag gegeben und vom Architektenbüro Braunschweig erarbeitet. Alles in Abstimmung mit der Unteren und der Oberen Denkmalschutzbehörde und dem Verschönerungsverein. Für die Planungsleistungen wurden 6.500 Euro in den Haushalt 2017 eingestellt. Die Kosten für die Maßnahme werden noch ermittelt.

Uta Zerjeski vom Architekturbüro Braunschweig in Brandenburg an der Havel stellte den Entwurf vor. Es geht darum, wie mit der Bausubstanz umgegangen werde und wie das Relief geschützt werden könne. Das Denkmal ist in seinem Alter von etwa 100 Jahren in einem entsprechenden Zustand. Die verwendeten Materialien stammen aus der Gegend und sind sehr empfindlich gegen Umwelteinflüsse wie Wasserableitung. Nach der Prüfung von verschiedenen Varianten wurde entschieden, dass nur eine Minimalsanierung und Sicherung des Denkmals durchgeführt werden soll. Das Relief wird zurzeit etwas durch eine Blechabdeckung geschützt. Diese Abdeckung hat einen Nachteil, sie ist zu kurz, sodass das Wasser von der Abtropfkante auf die Stufen trifft und dadurch weitere Schäden entstehen. Eine erneute Abdeckung aus Blech würde das Denkmal aufgrund der Wasserabtropfprozesse weiter schädigen, deshalb sollen die eigentlichen Abdeckplatten des Denkmals saniert und mit wasserabweisenden Materialien überzogen werden.

Es wird weiter empfohlen die Oberflächen des Denkmals, so wie sie einmal waren, zu festigen und mit Schutzmaterialien zu beschichten. Dazu kommt eine Vordachlösung aus Glas zum Schutz des Reliefs und der Stufen.

Die Gesamtmaßnahme sieht so aus, Schutz der Oberflächen, Bodenaustausch um das Efeu zu verdrängen, Reparatur der Kugel auf dem Denkmal und eine Glasabdeckung, die aufgrund des Gewichtes dreiteilig ausfallen wird. Der Eingriff für die Glasabdeckung sei nur ein minimaler Eingriff in das Denkmal und wird von der Denkmalschutzbehörde genehmigt.

Jelle Kuiper fragte nach Restauration des Sandsteinreliefs? Uta Zerjeski erklärte, dass sie dafür nicht zuständig wäre, da dazu bereits ein Vorschlag vom Restaurator Guhr vorliegt.

Hans Hoch spulte sich auf, dass die Gemeinde für dieses Denkmal zuständig sein soll. Es lege noch nicht einmal auf gemeindlichem Grundstück, sondern auf einem gepachteten Privatgrundstück. Wie hoch sei die Pacht. Er bekam zur Antwort null Euro. Dann wollte er noch wissen, ob das Denkmal nicht auf Gemeindegebiet umgesetzt werden könnte.
(Anmerkung: Da regt sich das WBF durch Hans Hoch über das Denkmal auf, welches die Woltersdorfer, die auf Befehl des Kaisers krepierten, ehrt. Na ja, anderes hätte ich von dem sachkundigen Bürger nicht erwartet).

Antonia Brauchle von der unteren Denkmalschutzbehörde, die schon lange in den Prozess um das Denkmal involviert ist, erklärte, dass die Sandsteinplatten von oben und unten stark verwittert sind. Daher ist eine Konservierung sinnvoll und auch die Glasabdeckung zur Sicherung des Reliefs. Diese Aufgabenstellung wäre sehr komplex und deshalb musste ein Planungsbüro beteiligt werden, da es auch um statische Belange ging.

Jelle Kuiper fragte nach, ob eine Versetzung möglich wäre. Antonia Brauchle erklärte, dass das nicht sinnvoll wäre, da dieses Denkmal ortsgebunden ist. Uta Zerjeski wies darauf hin, dass das Denkmal durch die Eingrenzung mit dem Zaun allerdings nicht mehr die damalige Wirkung habe. Es stünde auch zu dicht an dem Gewerbegebiet.
(Anmerkung: Was war eher da, das Ei oder die Henne? Was steht dort länger, das Denkmal oder das Gewerbegebiet?).

Heinz Vogel stellt fest, dass damals bei dem Pachtvertrag nicht die Folgen bedacht wurden, und wollte wissen, was da finanziell auf die Gemeinde zukäme.
(Anmerkung: Die Folgen waren damals eindeutig genannt worden und mussten allen die dabei waren bekannt gewesen sein).

Gisela Schuldt, Vorsitzende des Woltersdorfer Verschönerungsvereins, konnte dazu etwas sagen. Sie erklärte, dass für die Restaurierung der linken und rechten Steinplatten und des Mittelreliefs von Fidus schon einmal ein Gutachten erstellt wurde, das sich damals auf 60 TE belief. Daraufhin wurde auf die Sanierung der beiden Steinplatten, die links und rechts neben dem Mittelrelief mit kaum noch lesbar die Namen der Gefallenen hängen, verzichtet und es wurde nur noch ein Gutachten über die Sanierung des Mittelreliefs von Fidus für 42 TE erstellt. Die Überdachung zum Schutz des Reliefs wurde 2007 angebracht und gleichzeitig auch mit der Sanierung des eigentlichen Baukörpers begonnen. Im Laufe der Jahre wurden schon vier dafür gestellte Fördermittelanträge abgelehnt, obwohl das Denkmal seit 2004 in der Denkmalliste steht. Nun wäre der 5. Antrag über 30 TE Fördermittel an das Ministerium unterwegs und im Moment sehe es noch sehr positiv aus. Es könne passieren, dass nur 20 TE genehmigt werden, aber den Rest würde sie durch einen nochmaligen Spendenaufruf zusammenbekommen, meinte Gisela Schuldt. Der Verein habe in Zusammenarbeit mit Kümmels Anzeiger bisher 7.800 Euro gesammelt. Dazu käme noch eine Spende vom Verschönerungsverein, sodass über 10 TE schon vorhanden sind.

Kerstin Marsand trug bei, dass für die Planungsleistungen im Haushalt 2017 die oben erwähnten 6.500 Euro eingestellt wurden. Die Hälfte davon finanziert sich aus Fördermitteln. Das rief Antonia Brauchle auf den Plan, die erklärte, dass der Gemeinde im Jahr 2016 bereits 5.000 Euro Fördermittel bewilligt wurden.
(Anmerkung: Wo sind die 5000 eigentlich abgeblieben?).

Jens Mehlitz regte sich auf, er hätte damals schon Bauschmerzen bei dem Pachtvertrag gehabt, denn es wäre nicht das Denkmal der Gemeinde. Es gebe einen Eigentümer und die Gemeinde Woltersdorf pachtet ein Denkmal und fange jetzt an zu sanieren. Er könne so nicht mitgehen und finde es albern und unverantwortlich, da das Grundstück nicht der Gemeinde gehöre. Der Eigentümer habe die Pflicht, dass zu tun oder soll das Grundstück an die Gemeinde übertragen, dann könne er mitgehen.
(Anmerkung: Lieber Jens Mehlitz, Du warst mit dabei, hast all dem, was dort vertraglich vereinbart wurde mit zugestimmt. Hier ist Woltersdorf vertraglich in der Pflicht und moralisch allemal. Die, deren Namen auf dem Relief stehen, die hatten noch vielmehr Bauchschmerzen als Du, als sie abgeschlachtet wurden, die fanden es auch unverantwortlich und albern, fürs Vaterland den Heldentod zu erleiden. Zudem, das alles wäre deutlich billiger, wenn die Gemeindevertretung nach der Wende etwas für das Denkmal getan hätte. Habt ihr aber nie gewollt, nie angegangen. Du warst immer dabei, ihr WBF, CDU, SPD, Linke; Grüne habt Euch Jahrzehnte erfolgreich darum gedrückt und nun habt ihr die langsam langweilig werdenden Bauchschmerzen. Vielleicht solltet ihr Eure Ämter langsam an jüngere Generationen abgeben).

Antonia Brauchle meinte zwar, dass es eine schwierige Situation wäre, aber es stehe jetzt in der Verfügungsgewalt der Gemeinde. Sie würde allerdings auch begrüßen, wenn es mit Grund und Boden an die Gemeinde übergehen würde.

Gisela Schuldt erzählt nun etwas über die Flurstücke 1470 und 1471, auf dem das Denkmal steht. Diese beiden Flurstücke gehörten zu DDR-Zeiten der Gemeinde, bis Bürgermeister Grawunder diese an die VEB-Lötkolben „Lötkolbenbude“ abgab. Das Gelände der VEB-Lötkolben hatte damals jüdische Besitzer. Die jüdische Erbengemeinschaft dieses Gewerbegeländes stellten Restriktionsansprüche und bekamen das Gelände inklusive der beiden Flurstücke zurück. Da hatte die Gemeinde nicht aufgepasst. Jahre später wurde dann durch Bürgermeister Dr. Vogel mit Herrn Schramm IBV, Verwalter der jüdischen Erbengemeinschaft, ein unbefristeter Pachtvertrag für das Gelände abgeschlossen, auf dem das Denkmal steht, das der Gemeinde gehört. Der Anspruch der Gemeinde auf die beiden Flurstücke war damals nach der Wende verschlafen worden.

Teil 3/8

Vorschlag für ein Gebet für Woltersdorfs Bürgermeisterin und Bauamtsleiterin
Investor unser in Woltersdorf
Geheiligt werde dein Mammon
Deine Baugenehmigung komme
Dein Wille geschehe,
wie im Rathaus, so in Woltersdorf.