Aus dem Gemeindeamt

Ihre Beschwerde, daß Sie wegen mangelnder Straßenbeleuchtung am Charfreitag um 8 Uhr 15 Minuten abends die Treppe in der Hauptstraße (heute Rudolf-Breitscheidt-Str.) gegenüber dem Gemeindeamt heruntergefallen sind, ist unbegründet. Es ist einwandfrei festgestellt, daß um diese Zeit die Petroleumlaterne vor dem „Alten Krug“ sehr hell, die über der Tür des Herrn Gemeindevorstehers gedämpft und das elektrische Licht vor dem Restaurant des Herrn Volkmann feenhaft gebrannt haben. Auch im übrigen Orte war die Straßenbeleuchtung gut, z. B. in Schönblick. Dort konnte man die Straßenlaternen von Kalkberge und Tasdorf deutlich brennen sehen, ebenso stand der für mondscheinlose Nächte gepachtete Widerschein der Berliner Straßenbeleuchtung am Himmel.

Da schrieb einer, der eine Treppe hinunterfiel, vor über 100 Jahren an die Verwaltung von Woltersdorf. Wer schrieb und was er schrieb ist uns nicht bekannt. Sei‘ s drum, dafür ist die Antwort, die die Verwaltung vor über 100 Jahren gab, um so lesenswerter. Der Vorgang zeigt, damals vor über 100 Jahren hat die Verwaltung die Schreiben ihrer Bürger beantwortet. Ob wir jemals wieder diesen Zustand erleben werden?

  1. Theo Mütze

    Dann haben wir uns in den vergangenen 100 Jahren eindeutig kulturell zurückentwickelt.

    Meine Anfrage per E-Mail aus den vergangenen Tagen an die Gemeindeverwaltung blieb unbeantwortet.
    Weder eine Bestätigung des Eingangs noch eine Mitteilung, wer den Vorgang bearbeitet.

    Wozu veröffentlichen die eigentlich Ihre E-Mail Adressen auf der Gemeinde-Webseite?

    Höflich und bürgernah ist das Vorgehen nicht.

  2. Woltersdorferin

    Danke sehr für den unterhaltsamen Artikel aus der Woltersdorfer Heimatgeschichte, Ihr fleißigen Lokalreporter.
    Und wenn man dazu noch bedenkt, dass sie früher bei weitaus weniger Amtsstubenpersonal, mit einfachen Büroarbeitsmitteln und mit weniger Steuergeld eine ganze Gemeinde bürgerfreundlich gut verwalten konnten, fragt man sich, was machen die bei aller technischer Hilfsmittel heute eigentlich in der Gemeindeverwaltung, wenn sie mal anwesend sind ? Verwalten die nur noch sich selbst ? Muss die Weberin deshalb schon wieder einen neuen Gemeindeverwalter einstellen, der auch mal was für die Bürger machen soll, damit die anderen unbehelligt weiter ihre selbst genehmigten Gehaltserhöhungen in Ruhe genießen können ? Und wann ist der nächste Um- und Anbau des Gemeindehauses wieder mal fällig ? – Ach ja, es sind ja noch über 6 Millionen € im Sparschwein … finanzielle Zuschüsse vom Land werden beantragt und stets den Projektanten gespendet … die Bürger können sie auch noch mit 90 % Straßen- und Laternenbaukosten abluxen …. das schafft allen „viel“ Arbeit. Denn das Geld der Bürger muss ja irgendwie verwaltet bzw. ausgeschüttet werden – Und darum geht ’s heutzutage; nur darum.

    Bitte ruhig mehr historische Geschichten, damit die „verwöhnten“ Woltersdorfer mal Vergleiche mit dem „fortschrittlichen“ Heute anstellen können.

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