Apothekerpreise


Schlägt ein Händler bei der kreativen Preisgestaltung besonders brutal zu, spricht der gebeutelte Kunde von den schon sprichwörtlichen Apothekerpreisen. Gestern Abend stoppte ich bei einer Apotheke in Rüdersdorf, ich sollte eine Rolle Leukosilk (2.5 cm breit und 5 m lang) mitbringen. Damit ich auch das Richtige mitbringe, bekam ich die wohl drei Jahre alte und nun leere Rolle mit. Diese zeigte ich der Apothekerin und bekam umgehend eine Neue.
Beide sahen gleich aus, wie eineiige Zwillinge. Einzig, die in der Apotheke aufgeklebten Preisschilder wichen stark voneinander ab. Auf der leeren Rolle stand 3,95 Euro und auf der neuen Rolle 5,95 Euro.
Hier hat der Gierpickel zugeschlagen und sich eine Preiserhöhung von satten 50,63 Pozent gegönnt. Ein echter Apothekerpreis, der alle Vorurteile über die Branche neue Nahrung gibt.

  1. Alte Woltersdorferin

    Hallo lieber Bernd, damit Du vielleicht „verstehen“ kannst, wo Deine Preiserhöhung von satten 50,63 % hingeflossen sind, sieh Dir doch mal die unzähligen Apotheker-Werbefilme an und verstehe, dass die Apotheken keine Mühe der Kundenwerbung scheuen. Also, Du Guter, bei der nächsten satten Apotheken-Preiserhöhung nicht ärgern, sondern stattdessen Dich an den kostenlosen (!) Werbespots der Apotheken erfreuen, ja ? 😉

    http://www.bing.com/videos/search?q=youtube+Apotheken+werbung&&view=detail&mid=3795558A9E7D7FC6B1B83795558A9E7D7FC6B1B8&rvsmid=9DF8FFA614D40FCF8A419DF8FFA614D40FCF8A41&fsscr=-1155&FORM=VDFSRV

  2. U. B.

    Ich habe aufmerksam den Beitrag über Apothekerpreise und Antworten gelesen. Ich sehe es auch so, dass die soziale Marktwirtschaft gewollt wurde, aber meiner Meinung nach war doch eher die Reisefreiheit ein ganz wichtiger Grund.
    Die Marktwirtschaft ist für uns ehemalige DDR-Bürger eine große Herausforderung. Obwohl ich immer fleißig in meinem Beruf war und auch gerne gearbeitet habe, verlor ich noch im Sommer 1990, noch vor dem 3. Oktober 1990, meinen Arbeitsplatz. Das war sehr bitter. Der Gang zum Arbeitsamt furchtbar.
    Und wie sieht es heute aus nach über 26 Jahren. Ältere Menschen haben doch kaum eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Und wenn man kein Geld verdienen kann, sind mitunter die Preise, die sich ja immer ändern, leider oft zum höheren Preis, nicht bezahlbar. Abschließend möchte ich trotz allem aber betonen, dass ich froh bin, dass wir ein einheitliches Deutschland haben.

    1. Bernds Journal

      Die Reisefreiheit haben auch wir schmerzlich vermisst. Nur in die andere Richtung, meine Sippe stammt aus den Gegenden von Dessau, Berlin und Templin. Für West-Berliner war es erst seit Anfang Juni 1972 erlaubt zu Besuchen in die DDR und nach Ost-Berlin zu reisen. Für meine Familie zu spät, wir haben nicht einmal mehr alle Gräber unserer Familienangehörigen gefunden.
      Die wirtschaftlichen Fogen, wie bei Ihnen Arbeitslosigkeit, waren schmerzlich und viele Einschnitte hätten, aus heutiger Sicht, besser abgefedert sein können. Aus damaliger Sicht, die Kohlsche Regierung stand unter dem enormen Druck die Vereinigung zu schaffen, ging es nicht anders. Ich betrachte die Geschichte der Zusammenführung beider Staaten, trotz vieler Widrigkeiten, als einen gewaltigen Erfolg.

  3. Peter Müller

    Wir wollten die Marktwirtschaft, jetzt haben wir sie und das mit allem drum und dran!

    1. Bernds Journal

      Die Marktwirtschaft wollten die DDR-Bürger schon, da stimme ich voll zu. Nicht aber die Raubtiermarktwirtschaft, die extrem nach der Vereinigung über uns gekommen ist. Da muss ich erinnern, die Kanzlerin kommt aus der DDR und die setzt seit Novemver 2005 die Leitlinien. Einen Teil Verschlechterung haben wir wohl auch dem „Kanzler der Bosse“ zu verdanken. Der Titel sagt ja alles. Seine Partei kaut noch heute an dem ungenießbaren Brocken seiner Agenda, der vielleicht zu heftig für ein soziales Zusammenleben war und ist.
      Ich bin aufgewachsen unter der Sonne der sozialen Marktwirtschaft des CDU-Mannes Ludwig Erhard. Diese Sonne strahlte noch Jahrzehnte nach ihm über West-Deutschland. Diese soziale Marktwirtschaft wollten die aus der DDR. Sie wußten nur nicht, das sie eine Sterbende wollten. Kann sein das ich mich irre, aber so sehe ich es.

  4. Alte Woltersdorferin

    Lieber Bernd, immer mehr Menschen können den allseitigen Preissteigerungen des Einzelhandels und der gestiegenen Sozialversicherungsbeiträge (bei fast gleichbleibenden Einkommen, AlgII oder Renten) leider nicht mehr folgen. Und sie ziehen im Internet unter http://www.guenstiger.de, „www.billiger.de“, „www.preisvergleich.de“ ihre Preis- und Produktvergleiche und lassen sich die Ware ins Haus liefern.

    Kleiner Hausfrauentip auch an alle: Du hättest Dir vielleicht ganz gemütlich bei „amazon.de“: 1 Stck. Leukosilk 2,5 cm x 5 m für 3,17 € , versandkostenfrei bei einer Lieferzeit von 1-2 Werktagen bestellen können. So hättest Du Dir 2,78 € sparen können.
    Ja, zugegeben, das macht die Apotheken, bzw. den Einzelhandel kaputt, zerstört die Lokalpatriotität, den sozialen Zusammenhalt einer Ortsgemeinschaft, aber die Not macht „erfinderisch“ bzw. zwingt uns Alten zur Selbsthilfe.

    Ärgerlich allerdings ist, dass ein Prof. Dr. Ch.Hagist von der WHU … die Ärmsten der Ärmsten, also die Landapotheken mit lokalen Steuern auch noch subventionieren will. (Oder schon tut ?)
    siehe: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/interview-professor-dr-christian-hagist-mit-steuern-apotheken-subventionieren/

    Das ist genauso unökonomisch, wie die verarmte Bahn, die bei steigenden Fahrpreisen ihre Kunden verliert und mit Personalentlassungen, Zugausfällen und (man lese und staune) mit weiteren Preissteigerungen die restlichen Kunden auch noch vergrault. Zur Freude der Autoindustrie ?

    Da frage ich mich immer öfter, ob wir in Deutschland neben des allgemein herrschenden und auch zunehmenden Chaos‘ nur noch Menschenhasser oder Dummköpfe in den verantwortlichen Positionen rumsitzen haben ???

    1. Bernds Journal

      Ich habe auch gesucht und Leukosilk 2,5 cm x ca. 9,5 Meter für schlappe drei Euro gefunden. Nur auf diese Form in einer verschlossenen Dose muss man dann verzichten und sich mit einer Pappschachtel zufrieden geben.

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