Alarm in der Krokodilsbucht – Umweltfrevel?

KrokodilsbuchtDie Gemeinde Woltersdorf hat nach massiven Bürgerhinweisen beim Umweltamt in Beeskow Alarm geschlagen. Im Landschaftsschutzgebiet, in der Krokodilsbucht wird gebaut, lautet der Vorwurf. Es geht um das Grundstück Am Erlenbusch 6, direkt am Ufer des Kalksee gelegen. Besitzer und Bauherr ist Dr. Michael Peglau. Der weist alle Vorwürfe zurück. Er habe alle Versorgungsanlagen beantragt und genehmigt bekommen. So etwas anders zu händeln sei ihm nie in den Sinn gekommen, schließlich wisse er, was Recht und Gesetz ist. Er habe kontaminiertes Erdreich abgetragen, Müll, Asbest und alte Ölkanister rausgeholt. Er sei überzeugt, ökologisch zu handeln. Das Wochenendhaus werde im Rahmen des Bestandschutzes hergerichtet. Er habe dabei weder Bäume noch Sträucher entfernt, alles sei Wiese gewesen und die werde wieder hergestellt. Zudem will er 15 neue Erlen pflanzen. Dr. Peglau sagt, er habe sein Umfeld wohl zu wenig aufgeklärt, was wir hier tun.

Der hier stark gekürzte Bericht wurde am 2. Juli 2004 in einer Zeitung veröffentlicht. Ein Bild, aufgenommen in Richtung Seeufer, rundet das beschriebene Szenario ab. Zu sehen ist eine Lichtung mit einer kleinen Laube, rechts davon 3 oder 4 dickstämmige Bäume. Auf der Wiese und zwischen den Bäumen kurven zwei Radlader, schieben Erde zusammen. (Der Zeitungsartikel kann bei mir angefordert werden).

Zehn Jahre sind vergangen, seitdem der Zeitungsartikel erschien und alles hört sich an als sei es gerade gestern geschehen. Wer heute zu dem im Landschaftsschutzgebiet liegenden Grundstück von Dr. Peglau, Am Erlenbusch, pilgert, wird überrascht sein, was sich dort in den letzten 10 Jahren getan hat. Die dickstämmigen, in den Himmel ragenden Bäume sind verschwunden. Die winzige Hütte oder Laube ist unter einer kolossalen Plane verborgen. Einer Plane, unter der locker ein ganzes Haus verschwinden würde. Am verträumten Seeufer ist ein hochmoderner Bungalow aus der Erde gewachsen, dessen eine Seite fast bis ins Wasser reicht. Die 15 Erlen, die Dr. Peglau pflanzen wollte konnte ich nicht finden.

Damals, vor 10 Jahren, ging es um eine Güllegrube. Heute geht es um einen Bungalow, der nicht direkt am Wasser hätte gebaut werden dürfen und es geht darum, ist der Bungalow ein Schwarzbau mitten im Landschaftsschutzgebiet, oder ist er legal gebaut. Meines Wissens konnte Dr. Peglau bisher keine Baugenehmigung auf den Tisch legen. Hat er keine, hat er illegal gebaut und muss abreißen. Eine solche Abrissverfügung fanden einige Bewohner der Krokodilsbucht in ihrem Briefkasten. Seitdem beschäftigt sich ein Gericht mit der Sache.

Dr. Peglau ist wahrscheinlich heute immer noch felsenfest überzeugt, genauso ökologisch zu handeln wie vor 10 Jahren. Die gleiche feste Überzeugung zeigt sein 10 Jahre alter Ausspruch, er habe sein Umfeld wohl zu wenig aufgeklärt, was wir hier tun.

Heute klärt Dr. Peglau mit modernen Marketing Methoden auf. Da wurden die Abgeordneten der Gemeinde zu einer Bratwurstparty eingeladen. Die Hände, nach der mit golden schimmernden Mostrich bestrichenen Bratwurst, streckten nur der Bürgermeister und Abgeordnete von Die Linke aus, die Vertreter der anderen Parteien gingen vor der warmen Liebesgabe.

Wer Öffentlichkeit will, muss sich bemerkbar machen und so gründete Dr. Peglau und seine Getreuen einen Verein „Krokodilsbucht e. V.“, der beim letzen Sommerfest versuchte, die Woltersdorfer für ihr Anliegen zu sensibilisieren. Da gab es zum einen ein Interview zwischen dem Moderator des Sommerfestes und Dr. Peglau. Der Verein Krokodilsbucht will sich ökologisch betätigen, Erlen hegen und pflegen, Fröschen und Lurchen ein angenehmes Umfeld schaffen. Dazu braucht es nicht viel, nur die Kleinigkeit einer Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes in Bauland. Dass man bei solch einer Umwandlung einen gewaltigen Reibach macht, davon sprach Dr. Peglau allerdings nicht.

Der Bürgermeister und Gutjahr von Die Linke, haben sich in den Ausschüssen geoutet, sie wollen Dr. Peglau und den anderen vom Verein Krokodilsbucht alle Steine aus dem Weg räumen. Sie sind eben nett zu den Krokodilsbuchtlern. Bisher konnte eine besonnene Gemeindevertretung solch unerträgliches Ansinnen, die Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes in Bauland, verhindern. Nur, was ist nach der Kommunalwahl? Kommen die, die dem Bürgermeister voller Zuneigung ein Infoblättchen spendieren und die jetzt gewählt werden möchten, in die Gemeindevertretung? Dann können sie es schaffen, eine Mehrheit für den Bürgermeister und Die Linke herzustellen. Kommt es so, sehe ich schwarz, ganz schwarz für das Landschaftsschutzgebiet an der Krokodilsbucht.

Dann braucht Dr. Peglau sein Umfeld nicht mehr aufklären, über das, was sie dort tun.

  1. D.S. II

    Deine Warnungen sind leider mehr als berechtigt, denn das Schaffen vollendeter Tatsachen endet einfach nicht. Die schrittweise und zielgenaue Umwandlung des Grundstückes des Hr. Dr. Peglau ist da nur ein Beispiel. Am nördlichen Ende der Krokodilsbucht vergrößert sich das von Hr. Hausdorf genutzte Grundstück durch Einbringen von Bauschutt, Betonrecycling und unkontrollierten Boden (aus der Abwasserbaustelle des WSE entnommen ) in den Ufer- und Sumpfbereich immer mehr. Hier werden immer mehr Liegeplätze für ansehnliche Schiffe geschaffen! Ein Gemeindevertreter darauf angesprochen entgegenete nur: Wir wissen das !! Es wird also das letzte Stück unberührter Natur von beiden Seiten zerstört. Es wird wohl nur eine Anzeige diesen Irrsinn stoppen! WIr sollten die anstehende Wahl gut nutzen !

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